Robert Z. Leonard

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Robert Zigler Leonard (* 7. Oktober 1889 in Chicago, Illinois; † 27. August 1968 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmregisseur.

Karriere[Bearbeiten]

Er war von 1918 bis 1925 mit der Schauspielerin und Tänzerin Mae Murray verheiratet, die in dieser Zeit Star seiner Filme war. Leonard arbeitete mit großem Erfolg zunächst bei Metro Pictures Corporation und, nach deren Verschmelzung mit anderen Gesellschaften, bei MGM. Er übernahm die Regie bei vielen prestigeträchtigen Produktionen und galt neben Clarence Brown als einer der Hausregisseure, der besonders gut mit den weiblichen Topstars des Studios zurechtkam. Er arbeitete mit Greta Garbo, Norma Shearer sowie Joan Crawford. Eine Zeitlang war er verantwortlich für die Filme von Marion Davies, die mit Leonard, den sie Pop nannte, ausgezeichnet zurechtkam. Zwar erreicht Davies nicht ganz das Niveau ihrer Zusammenarbeit mit King Vidor, doch die zeitgenössische Presse lobte besonders ihre Komödien mit Leonard wie It's a Wise Child und Peg o' My Heart. Besonders oft arbeitete er mit dem singenden LeinwandpaarJeanette MacDonald und Nelson Eddy zusammen, deren ersten Erfolg Naughty Marietta er 1935 mit viel Aufwand auf die Leinwand brachte. Die Produktion von Maienzeit aus dem Jahr 1937, der Verfilmung einer beliebten Operette mit den beiden Stars in den Hauptrollen und John Barrymore in einer gehaltvollen Nebenrolle, war der letzte Film, den Irving Thalberg als Produzent anstieß, und der erfolgreichste Streifen des Jahres weltweit.

Leonard wurde 1936 die kostspieligste Studioproduktion seit Ben Hur anvertraut: die weitschweifig erzählte Lebensgeschichte des Broadway-Impresarios Florence Ziegfeld, die unter dem bezeichnenden Namen The Great Ziegfeld in den Verleih kam. Neben William Powell und Myrna Loy spielte auch die neueste Entdeckung aus Europa, Luise Rainer, mit, die für ihren gut 15-minütigen Auftritt zur allgemeinen Überraschung den Oscar als beste Hauptdarstellerin erhielt. Die zentrale Revuenummer A Pretty Girl is like a Melody, die fast 5 Minuten dauert, gilt als die spektakulärste Inszenierung aller MGM-Musicals. Zu den bekannteren Filmen von Leonard gehörte die Adaption von Stolz und Vorurteil mit Greer Garson und Laurence Olivier von 1940 sowie Wochenende im Waldorf, der kostspieligen Neuverfilmung von Menschen im Hotel mit einer All-Star Cast aus dem Jahr 1945. 1946 drehte er The Secret Heart, ein wendungsreiches Melodrama mit Claudette Colbert in der Hauptrolle, das ein großer finanzieller Erfolg wurde. Louis B. Mayer vertraute 1947 Leonard die junge Elizabeth Taylor an, die in dem Film Cynthiaden schwierigen Wechsel vom Kinderstar ins Erwachsenenfach zu meistern hatte. Erst gegen Ende der 1950er ging seine Karriere zu Ende, nachdem er zuletzt 1955 Regie bei Gina Lollobrigidas Die schönste Frau der Welt führte.

Würdigung[Bearbeiten]

Wenige Regisseure hatten über eine so lange Zeit gleichmäßig Erfolg wie Leonard, der jedoch von Seiten der Kritiker selten die Anerkennung erhielt, die er an der Kinokasse bekam. Seine Spezialität waren aufwändig produzierte Starvehikel, die nahezu perfekt den damals typischen MGM-Look repräsentierten: helle Ausleuchtung der Szenen, oft mit Oberlicht, gediegene Ausstattung, exquisite Kostüme und konservative Kameraeinstellung meist aus der Totalen, mit wenigen Schwenks und Überblendungen. Individuelle Regieeinfälle und eine eigene, unverwechselbare Handschrift waren jedoch unter dem strengen Studioregime und des bei MGM exzessiv ausgeübten Nachdrehens von Szenen als Reaktion auf Probevorführungen, sog. Previews, vor einem Testpublikum, weder erwünscht noch angestrebt.

Gelegentlich jedoch zeigte auch Leonard innovative Einfälle, so die stark am deutschen Expressionismus orientierte Lichtführung in Susan Lenox - Her Fall and Rise mit Greta Garbo. Allerdings blieb dies eher die Ausnahme. Dank der der wachsenden Begeisterung weltweit für die MacDonald - Eddy Streifen ist sein Name jedoch in den letzten Jahren wieder häufiger auch in intellektuellen Magazinen zu lesen. Heute wird Leonard weit mehr noch als George Cukor als der führende Frauenregisseur seiner Epoche angesehen. Wie auch bei Victor Fleming wurde der Name von Leonard häufig nicht im Vorspann seiner Filme genannt. Er war in zweiter Ehe mit der Stummfilmschauspielerin Gertrude Olmsted verheiratet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1924: Circe, the Enchantress
  • 1926: Mademoiselle Modiste
  • 1927: A Little Journey
  • 1927: Adam and Evil
  • 1927: The Demi-Bride
  • 1928: Lady of Chance
  • 1928: The Cardboard Lover
  • 1929: Marianne
  • 1930: Die Frau für alle (The Divorcee)
  • 1931: Five and Ten
  • 1931: It's a Wise Child
  • 1931: Helgas Fall und Aufstieg (Susan Lenox - Her Fall and Rise)
  • 1933: Ich tanze nur für Dich (Dancing Lady)
  • 1934: Outcast Lady
  • 1935: Nach Büroschluß (After Office Hours)
  • 1935: Escapade
  • 1935: Tolle Marietta (Naughty Marietta)
  • 1936: Piccadilly Jim
  • 1936: Der große Ziegfeld (The Great Ziegfeld)
  • 1937: Maienzeit (Maytime)
  • 1937: Tarantella (The Firefly)
  • 1938: Im goldenen Westen (The Girl of the Golden West)

Weblinks[Bearbeiten]