Robin Alexander

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Robin Alexander (2020)

Robin Alexander (* 13. Mai 1975 in Essen) ist ein deutscher Journalist und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander wuchs in Wanne-Eickel auf. Er studierte nach dem Zivildienst Geschichte und Journalistik an der Universität Leipzig. Er folgte dabei einem Rat seines Geschichtslehrers, der seine Schüler nach der deutschen Einheit dazu aufrief, nach Ostdeutschland zu gehen. Alexander lernte dort seine spätere Ehefrau kennen.[1] Von 1998 bis 1999 absolvierte er ein Volontariat bei der taz in Berlin und arbeitete ab 2001 bis 2006 dort als Reporter und Redakteur. Er war Kolumnist beim englischsprachigen Stadtmagazin Exberliner,[2] machte Reportagereisen durchs südliche Afrika und war 2004 als Stipendiat Gastredakteur bei The Star in Johannesburg.[3] Nach einjähriger Elternzeit war er Redakteur der deutschen Ausgabe von Vanity Fair seit der Gründung im Jahr 2005.

Seit 2008 schreibt Alexander für Die Welt und Welt am Sonntag, berichtet dort seit 2010 über das Kanzleramt und begleitet Angela Merkel als Berichterstatter zu Auslandsreisen und auf internationale Gipfel. 2013 war er ein Gesicht der Markenkampagne der Welt.[4] Seit 2019 ist er stellvertretender Chefredakteur der Welt.

Robin Alexander ist mit der Journalistin Astrid Alexander verheiratet,[5] hat drei Kinder und lebt in Berlin.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Getriebenen (2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 veröffentlichte Alexander sein Buch Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik, das ein Bestseller wurde. Darin berichtet er unter anderem, dass Angela Merkel und ihr Kabinett aus CDU/CSU und SPD, anders als zuvor in den Medien dargestellt, während der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015 ursprünglich erwogen hatten, auch Asylbewerber an der Grenze zurückzuweisen, und warum es schließlich doch nicht zu einer solchen generellen Schließung der Grenzen kam. Das Buch erreichte Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste (Ausgabe 13/2017, Hardcover Sachbücher) und hielt sich dort drei Wochen, danach noch drei Wochen auf Platz zwei.[6] Auch international wurde das Buch viel beachtet und unter anderem in der Financial Times,[7] in Le Figaro[8] und im Guardian[9] rezensiert. Im Dezember 2017 erschien eine polnische Übersetzung.[10] Der Film Die Getriebenen, benannt nach Alexanders Buch, wurde am 15. April 2020 im Ersten gezeigt,[11] wobei jedoch von verschiedener Seite deutliche Unterschiede zum Buch aufgezeigt wurden.

Für den in der Welt am Sonntag unter dem Titel Das Bild, das es nie geben sollte erschienenen Vorabdruck wurde Alexander im März 2018 mit dem „Medienpreis des deutschen Bundestages“ ausgezeichnet.[12] Für die Jury lobte Claudia Nothelle, dem Autor sei „eine journalistische Sternstunde“ gelungen: „Eine Recherche mit Sprengkraft, von denen es nicht viele gibt.“ Den Preis überreichte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.

Machtverfall (2021)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2021 erschien Alexanders Buch Machtverfall, das das Ende der Ära Merkel als Bundeskanzlerin und die politischen Auseinandersetzungen ihrer eventuellen Nachfolge beleuchtet, insbesondere die Geschehnisse bei CDU und CSU während der Debatte um die Nachfolge in der CDU-Parteiführung und die Kür des Kanzlerkandidaten der Bundestagswahl 2021.

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robin Alexander ist regelmäßig Gast im deutschen Fernsehen, etwa bei Anne Will, Maybrit Illner, Sandra Maischberger, Hart aber fair, im ARD-Presseclub und dem ZDF-Morgenmagazin. Im Bundestagswahlkampf 2013 fungierte er als Experte und Co-Moderator in Stefan Raabs Sendungen Die Absolute Mehrheit und TV total Bundestagswahl auf Pro7. Beim Nachrichtensender Welt kommentiert er regelmäßig aktuelle bundespolitische Ereignisse. Alexander ist regelmäßiger Gast der Sendung Markus Lanz. Ein dort von ihm geprägter Satz über die Arbeit der Großen Koalition wurde von Markus Lanz häufig wiedergegeben und auf Twitter als Video-Zusammenschnitt verbreitet: „Die CDU und CSU rühren regelmäßig einen großen Eimer mit übelriechendem Zeug an. Und dann kommt die SPD und stülpt ihn sich selbst über den Kopf.“[13]

Podcasts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von August 2019 bis Juni 2020 war Alexander jeden Freitag Gastmoderator des Podcasts Steingarts Morning Briefing.[14][15] Seit Mai 2021 moderiert er mit Dagmar Rosenfeld den Welt-Podcast Machtwechsel.[16]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: Teilnahme an der „Bucerius Summer School on Global Governance“ der ZEIT-Stiftung in Hamburg
  • 2013: Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Reportage/Essay/Analyse für den in der Welt am Sonntag erschienenen Text Auf den Herd gekommen[17]
  • 2014: Arthur-F.-Burns Fellowship
  • 2017: „Politikjournalist des Jahres“, verliehen durch das Medium Magazin
  • 2018: Medienpreis des Deutschen Bundestages für den in der Welt am Sonntag erschienenen Text Das Bild, das es nie geben sollte[18]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Robin Alexander – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]