Robin Alexander

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Robin Alexander (2016)

Robin Alexander (* 13. Mai 1975 in Essen) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Er berichtet für die Welt-Gruppe schwerpunktmäßig über das Bundeskanzleramt und die Unionsparteien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robin Alexander studierte nach dem Zivildienst Geschichte und Journalismus an der Universität Leipzig. Von 1998 bis 1999 absolvierte er ein Volontariat bei der taz in Berlin und arbeitete ab 2001 bis 2006 dort als Reporter und Redakteur. Er war Kolumnist beim englischsprachigen Stadtmagazin Exberliner,[1] machte Reportagereisen durchs südliche Afrika und war 2004 als Stipendiat Gastredakteur bei The Star in Johannesburg.[2] Nach einjähriger Elternzeit wurde er 2006 Gründungsredakteur der deutschen Vanity Fair.

Seit 2008 schreibt Alexander für Die Welt und Welt am Sonntag, berichtet dort seit 2010 über das Kanzleramt und begleitet Angela Merkel als Berichterstatter zu Auslandsreisen und auf internationale Gipfel. 2013 war er ein Gesicht der Markenkampagne der Welt.[3]

Robin Alexander ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Berlin.

Bestseller Die Getriebenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 veröffentlichte Alexander sein Buch Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik, das in der Welt am Sonntag vorab als Auszug gedruckt wurde. Das Buch erreichte Platz eins auf der Spiegel-Bestsellerliste (Ausgabe 13/2017, Hardcover Sachbücher) und hielt sich dort drei Wochen, danach noch drei Wochen auf Platz zwei.[4]

Das Buch wurde auch international viel beachtet und unter anderem in der Financial Times[5], in Le Figaro[6] und im Guardian[7] rezensiert. Im Dezember 2017 erschien eine polnische Übersetzung[8].

In dem Buch berichtet er, Kanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung aus CDU/CSU und SPD hätten, anders als bis dahin in den Medien dargestellt, zu Beginn der Flüchtlingskrise zunächst erwogen, Migranten an der Grenze zurückzuweisen. Dazu hätten am 12. September 2015 Merkel und der damalige Chef des Bundeskanzleramtes Peter Altmaier, Bundesinnenminister Thomas de Maizière, CSU-Vorsitzende Horst Seehofer, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel in einer Telefonkonferenz vereinbart, am Folgetag Grenzkontrollen einzuführen. Der entsprechende Befehl an die Bundespolizei habe schon vorgelegen und die Weisung an die Polizeidirektionen enthalten, Migranten ohne notwendige Papiere „auch im Falle eines Asylgesuches“ zurückzuweisen.

In der Nacht seien bereits Polizeibeamte aus ganz Deutschland mit Bussen und Hubschraubern an die Grenze transportiert worden. Am Folgetag habe Merkel nach rechtlichen Bedenken von de Maizière Zusagen gefordert, dass die Grenzschließung vor Gerichten Bestand haben und es keine öffentlich schwer vermittelbaren Bilder vom Einsatz geben würde. Der habe daraufhin Rücksprache mit seinen Beamten und dem Koalitionspartner SPD gehalten. Schließlich seien weder Merkel noch de Maizière bereit gewesen, die Grenzschließung anzuordnen. Der bereits fertige Befehl an die Bundespolizei sei dahingehend umgeschrieben worden, dass „Drittstaatsangehörigen ohne aufenthaltslegitimierende Dokumente und mit Vorbringen eines Asylbegehrens die Einreise zu gestatten ist“, so dass auch Asylbewerbern aus sogenannten sicheren Dritt- oder Herkunftsstaaten weiterhin einreisen konnten.[9][10]

Für den in der Welt am Sonntag unter dem Titel „Das Bild, das es nie geben sollte“ erschienenen Vorabdruck wurde Alexander im März 2018 mit dem „Medienpreis des deutschen Bundestages“ ausgezeichnet[11]. Für die Jury lobte Claudia Nothelle, dem Autor sei „eine journalistische Sternstunde“ gelungen: „Eine Recherche mit Sprengkraft, von denen es nicht viele gibt“. Den Preis überreichte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.

Im Februar 2018 wurde am Rande der Berlinale gemeldet, dass eine Verfilmung von „Die Getriebenen“ geplant sei[12].

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robin Alexander ist regelmäßig Gast im deutschen Fernsehen, etwa bei Anne Will, Maybrit Illner, Sandra Maischberger, HartaberFair, im ARD-Presseclub und dem ZDF-Morgenmagazin. Im Bundestagswahlkampf 2013 fungierte er als Experte und Co-Moderator in Stefan Raabs Sendungen Die Absolute Mehrheit und TV Total Bundestagswahl auf Pro7.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2018 „Medienpreis des deutschen Bundestages“ für den in der Welt am Sonntag erschienenen Text Das Bild, das es nie geben sollte[13]
  • 2017 „Politikjournalist des Jahres“ verliehen durch das Medium Magazin
  • 2014 Arthur-F.-Burns Fellowship
  • 2013 Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Reportage/ Essay/ Analyse für den in der Welt am Sonntag erschienenen Text Auf den Herd gekommen[14]
  • 2012 Teilnahme an der „Bucerius Summer School on Global Governance“ der ZEIT-Stiftung in Hamburg

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Robin Alexander – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Inside the X: Robin Alexander
  2. Die Topstory heute: Waffen-Deal der Regierung - oder die Prostituierten, die einen Pizzeria-Besitzer strangulierten?
  3. Markenkampagne der Welt
  4. Eintrag zum Buch bei buchreport. Abgerufen am 18. April 2017.
  5. Subscribe to the FT to read: Financial Times „Die Getriebenen“, by Robin Alexander
  6. Robin Alexander, la plume dans la plaie de Merkel
  7. Germany devours book on Angela Merkel decision to open borders
  8. Polnische Übersetzung von „Die Getriebenen“
  9. Fast hätte Merkel die Grenze geschlossen. Welt N24, 5. März 2017.
  10. Robin Alexander: Flüchtlingskrise: Das Bild, das es nicht geben sollte. Die Welt, 2017.
  11. „Welt“-Autor Robin Alexander erhält Me­dien­preis Politik 2017
  12. Berlin: Germany's Carte Blanche Planning Angela Merkel Refugee Drama (Exclusive)
  13. Für diesen Text erhielt Robin Alexander den Medienpreis des deutschen Bundestages
  14. Auf den Herd gekommen