Robot Wars

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Robot Wars ist ein Anfang der 1990er Jahre in Großbritannien entstandenes Fernsehformat von Marc Thorpe[1] bei dem Teams aus zwei bis drei Personen, sogenannten Roboteers, mit selbstgebauten, ferngesteuerten Fahrzeugen in einer geschützten Arena gegeneinander antreten. Das Ziel des Wettbewerbs ist, alle gegnerischen Roboter fahrunfähig zu machen oder sie aus der Arena zu befördern. Als Waffen dienen dabei zum Beispiel mit Pneumatik angetriebene Umwerf-Mechanismen (Flipper) oder schwere, schnell rotierende Scheiben mit Mitnehmern (Spinner) sowie Schlagwerkzeuge in Form von eingebauten Äxten. Für das Publikum entstehen dabei spektakuläre Szenen, weshalb sich Robot Wars beim englischen Publikum größter Beliebtheit erfreut.

In England gibt es über 400 Teams mit Robotern, zum Teil auch Schulklassen, die im Rahmen von technischen Praktika solche Roboter bauen.

Die Serie wurde zuletzt von Dara Ó Briain und Angela Scanlon moderiert.[2]

Arena des Robot War
Roboter AFTERSHOCK
Roboter APOLLO
Roboter CARBIDE
Roboter RAZOR
Kampfroboter Sir Killalot; der gleichnamige Hausroboter aus der zweiten Staffel ist jedoch ein größeres Modell

Regelwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden derzeit in Europa Kämpfe in fünf Gewichtsklassen veranstaltet:

  • Antweight-Klasse (bis 150 g)
  • Beetleweight-Klasse (bis 1,5 kg)
  • Raptor-Klasse (bis 6 kg)
  • Featherweight-Klasse (bis 13,6 kg)
  • Heavyweight-Klasse (bis 100 kg)

Ausnahmen bilden Roboter, die sich mit Beinen fortbewegen. Diese dürfen jeweils das doppelte Gewicht besitzen.

Waffen sind nur dann verboten, wenn sie das Publikum oder einen Fortgang der Veranstaltung potentiell gefährden könnten. So sind zum Beispiel Schusswaffen mit frei fliegenden Projektilen, Explosivstoffe, Säuren und Flammenwerfer verboten. Auch Funkstörsender sind untersagt. Allerdings durfte einer der Hausroboter (houserobots) einen Flammenwerfer benutzen. Diese Hausroboter sind vom Veranstalter gestellte Roboter, die sich in der Arena befinden und zeitweilig am Kampf beteiligen. Daneben gibt es unregelmäßig aktivierte Fallen, in die die Rober hineinstürzen oder hinein gestoßen werden können.

Als Funksteuerung wurden zunächst ausschließlich handelsübliche RC-Fernsteuerungen im 40-MHz-Band benutzt. Seit 2008 sind zusätzlich auch Fernsteuerungen im 2,4-GHz-Bereich zulässig.

In Fällen, in denen kein eindeutiger Sieger ermittelt werden kann oder mehr als ein funktionsfähiger Roboter übrig bleibt, entscheidet eine Jury.

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte und erfolgreiche Roboter:

Aftershock, Apollo, Attack, Bigger, Brother, Carbide, Cassius, Chaos, Concussion, Eruption, Fire, Firestorm, Hypno-Disc, Ironside3, Killertron, Panic, Pussycat, Razer, Roadblock, Steg-O-Saw-Us, Stinger, Storm, Terrorhurtz, Terror Turtle The Bash, Tough as Nails, Thor, Tornado, TR2, Typhoon, Spinner, X-Terminator

Robotwars im deutschen Fernsehen und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten synchronisierten englischen Folgen von Robotwars wurden von Christian Möllmann moderiert. Die Folgen mit deutschen Teilnehmern wurden dann vom aus dem DSF bekannten Moderator Jürgen Törkott moderiert. Des Weiteren wurden Berichte über Veranstaltungen der GRA im Sat.1-Mittagsmagazin gezeigt.

Im Jahr 2006 hatten die Mitglieder mit ihren Robotern außerdem einen Gastauftritt in einer Folge der Fernsehserie Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei.[3]

Für die Münchner Kammerspiele wurden von der German Roboteers Association e.V. (GRA)[4] im Jahr 2009/2010 drei Schaukampfroboter in der 13,6 kg-Klasse zur Verfügung gestellt. Diese waren dann für mehr als 20 Vorstellungen im Theaterstück „Sicherheitskonferenz“ zu sehen.

In der Fernsehserie Mein Mann, sein Hobby und ich wurde die Geschichte eines 6-kg-Schaukampfroboters vom Team Rheinpower von der Entstehung des Bots bis zu seinem Kampf im Turnier gezeigt.

Am 31. Oktober/1. November 2016 wurden die Robot Wars-Aufzeichnungen von März 2016 in Glasgow auf Kabel eins gesendet. Zudem wiederholte ProSieben Maxx diese am 24. Dezember 2016. Ab dem 16. Juli 2017 werden dort die neuen Aufzeichnungen vom Frühjahr 2017 gezeigt. Diese werden von Holger Böschen kommentiert.[5]

Robotwars in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 versuchte der Fernsehsender RTL II das Format auch in Deutschland zu etablieren. Im Jahr 2001 konnten dann für die erste deutsche Meisterschaft vier Roboter mobilisiert werden. Erster deutscher Meister wurde der Roboter Ansgar vom Team Thomsen aus Ahrenviöl bei Husum. Die zweite deutsche Meisterschaft wurde 2002 in Nottingham abgehalten. Gewinner wurde damals Black Hole aus Dachau. Seit 2003 veranstaltet die deutsche Robotwars-Gemeinschaft German Roboteers Association (GRA) unter dem Titel Mad-Metal-Machines auch in Deutschland Events mit Kämpfen verschiedener Gewichtsklassen.[6] Außerdem nahmen einige deutsche Roboter auch bei internationalen Meisterschaften teil. Erfolgreichster war 2003 das bayerische Team Tsunami, das trotz starker Konkurrenz bis ins Gruppenfinale der Weltmeisterschaft vordrang.

Seit 2017 werden jeweils zweitägige Roboter-Schaukämpfe im Stil von Robotwars von der German-Roboteers-Association bei der Intermodellbau in Dortmund und der Maker Faire in Hannover durchgeführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Robot Wars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Rückblick auf ‚BattleBots‘, die beste Roboter-Kampfshow aller Zeiten. Erwähnung "ROBOT WARS" im 3. Absatz. In: vice.com. 2. Mai 2015, abgerufen am 7. Oktober 2020.
  2. Glenn Riedmeier: Kabel Eins zeigt „Robot Wars“-Neuauflage. 2018, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  3. imfernsehen GmbH & Co KG: Robot Wars. Abgerufen am 7. Oktober 2020.
  4. GRA Gallery - Mad Metall Machines. In: roboteers.org. GRA, 4. Mai 2010, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  5. Holger Böschen: Action, Sport und Entertainment. holger-boeschen.de, 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  6. Events mit Schaukampfrobotern. In: mad-metal-machines.de/. Mad Metal Machines, 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020.