Rockeskyller Kopf

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Rockeskyller Kopf
Schnitt durch den Kraterrand des Schlackenkegels

Schnitt durch den Kraterrand des Schlackenkegels

Höhe 554,6 m ü. NHN [1]
Lage bei Rockeskyll; Landkreis Vulkaneifel, Rheinland-Pfalz (Deutschland)
Gebirge Eifel
Koordinaten 50° 15′ 10″ N, 6° 40′ 46″ OKoordinaten: 50° 15′ 10″ N, 6° 40′ 46″ O
Rockeskyller Kopf (Rheinland-Pfalz)
Rockeskyller Kopf
Typ erloschener Schlackenkegel
Gestein Basalt und geschmolzener Buntsandstein
Alter des Gesteins Quartär, (ca. 360.000 Jahre)
Rockeskyller Kopf (mittig links) mit Kasselburg (mittig rechts)

Rockeskyller Kopf (mittig links) mit Kasselburg (mittig rechts)bdep2

Der Rockeskyller Kopf bei Rockeskyll im rheinland-pfälzischen Landkreis Vulkaneifel ist ein 554,6 m ü. NHN[1] hoher Berg in der Eifel. Er ist ein erloschener Vulkankomplex aus der Quartärzeit, rund 360.000 Jahre alt und als Naturdenkmal (ND-7233-420) ausgewiesen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rockeskyller Kopf liegt im Naturpark Vulkaneifel. Sein Gipfel erhebt sich rund 1 km westlich von Rockeskyll, 1 km östlich von Bewingen und 1,6 km südöstlich von Dohm-Lammersdorf. Östlich vorbei am Berg fließt der Kaulbach als rechter Quellbach des südöstlich verlaufenden Hangelsbachs; letzterer mündet südöstlich des Berges nahe dem Pelmer Wohnplatz Schloßbrunnen Gerolstein in die südwestlich bis südlich von ihm verlaufende Kyll.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rockeskyller Kopf gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Osteifel (Nr. 27), in der Haupteinheit Kalkeifel (276) und in der Untereinheit Nördliche Vulkaneifel (276.8) zu den Naturräumen Kyll-Vulkaneifel (276.80) im Westen und Dockweiler Vulkaneifel (276.81) im Osten.

Vulkanisches Umfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rockeskyller Kopf ist Teil eines Vulkankomplexes, der aus mehreren miteinander verschachtelten Schlackenkegeln besteht. Die benachbarten Kuppen Mäuseberg und Giesenheld gehören auch dazu. Experten gehen von fünf bis sieben Ausbruchsstellen aus, die sich im Laufe der vulkanischen Tätigkeit sukzessive aneinander gereiht und überlappt aufgebaut haben.

Der Schlackenkegel ist die typische positive Landschafts- und Vulkanform der Eifel – im Gegensatz zu den Maaren, die als Sprengtrichter eine negative Landschaftsform darstellen.

Aufbaugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufbau des Rockeskyller Kopfes begann wie bei Maaren mit Dampfexplosionen, die grobkörnige Lapilli aufschichteten. Danach folgten strombolianische Eruptionen, wie man den intermittierenden Auswurf von glühenden Schlacken nennt. Die heißen Schlacken verschmolzen beim Aufprall zu Schweißschlacken, die sich leicht mit Lavaströmen verwechseln lassen. In der Schlussphase wurden Lavaströme ausgestoßen, deren Reste noch als Lavadecke oder Schlotfüllung zu erkennen sind.

Das Bild des angeschnittenen Kraterrands zeigt diese Reihenfolge. Die nach links einfallenden rötlichen Schichten sind die Lapilliablagerungen. Auf der rechten Flanke folgt zuerst eine dünne Lage von Fallablagerungen (Tuff) und dann erst die dickere schwarze Lage von Schweißschlacken.[2]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Rockeskyller Kopf liegen Teile des Landschaftsschutzgebiets Gerolstein und Umgebung (CDDA-Nr. 321065; 1983 ausgewiesen; 124,1171 km² groß) und solche des Vogelschutzgebiets Vulkaneifel (VSG-Nr. 5706-401; 11,25 km²).[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vulkanologische Karte West- und Hocheifel 1:50.000 von G. Büchel; Institut für Geowissenschaften Uni Mainz, 1994
  • Vulkan Rockeskyller Kopf – Flyer der Georoute Gerolsteiner Land (P. Bitschene), 2007
  • Cliff S. J. Shaw, Alan B. Woodland, Jens Hopp und Nesha D. Trenholm: Structure and evolution of the Rockeskyllerkopf Volcanic Complex, West Eifel Volcanic Field, Germany in Bulletin of Volcanology (doi:10.1007/s00445-010-0380-9)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rockeskyll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. Hans-Ulrich Schmincke: Vulkane der Eifel. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2366-5, Seite 49
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)