Rockoon

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Rockoon-Start einer Deacon-Rakete

Ein Rockoon (englisch aus Rocket und Balloon) besteht aus einer von einem gasgefüllten Ballon in die Hochatmosphäre getragenen und aus praktischen Gründen meist mit Feststoffantrieb ausgerüsteten Rakete. Diese wird, wenn der Ballon seine Maximalhöhe erreicht hat, gezündet und vom Ballon getrennt. Da die Rakete sich nicht durch die dichten Luftschichten bewegen muss, kann eine Rakete bei Einsatz auf einem Rockoon eine größere Höhe erreichen als bei einem Start vom Boden. Der geringere Luftwiderstand ermöglicht Bauformen der Rakete, die Material und Masse einsparen, zum Beispiel geringere Länge und größeren Durchmesser. In 36 km Höhe beträgt der Luftdruck nur rund 1 % des Luftdrucks in 0 m Höhe. Deshalb kann die Querschnittsfläche der Expansionsdüse bis zu 100-mal größer sein (10-facher Durchmesser der Austrittsöffnung), als in 0 m Höhe, was einen höheren Wirkungsgrad des Triebwerkes ermöglicht, und nahe an den Vakuumschub herankommt.

Als Nachteil des Rockoons ist anzusehen, dass keine genaue Ausrichtung der Rakete möglich ist, weshalb aus Sicherheitsgründen ein großes Gebiet für den Niedergang des Flugkörpers abzusperren ist. Auch kann mit einem Rockoon keine zielsuchende Rakete sinnvoll abgefeuert werden, weshalb das Rockoon keine größere militärische Bedeutung hat. Ferner ist es wegen der Nichtsteuerbarkeit des Ballons auch nicht einfach, den Niedergangsort einer zu bergenden Nutzlastkapsel festzulegen. Durch die Verwendung von Schubvektorsteuerung, Trägheitsnavigationssystem und Global Positioning System lassen sich in neuerer Zeit diese Nachteile aber ausgleichen.

Seit dem Jahre 2014 wird das Prinzip des Rockoons für den Low-Density Supersonic Decelerator verwendet.

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