Rod Rosenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rod Rosenstein

Rod Jay Rosenstein (* 13. Januar 1965 in Philadelphia, Pennsylvania) ist ein amerikanischer Jurist und als amtierender United States Deputy Attorney General der stellvertretende Leiter des US-Justizministeriums. Er hat die Aufsicht über die Russland-Ermittlungen gegen Präsident Trump. Vor seiner Ernennung war er United States Attorney des Bezirks Maryland.

Familie und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Kleinunternehmers Robert Rosenstein und seiner Frau Geraldine, einer Buchhalterin, die Präsidentin des örtlichen School Board war, wuchs mit einer Schwester in Lower Moreland bei Philadelphia auf.[1] Rosenstein studierte zunächst an der Wharton School Ökonomie, schloss diese mit dem Bachelorgrad summa cum laude ab und wechselte zur Harvard Law School, an der er das Harvard Law Review mitherausgab und 1989 den Juris Doctor erhielt.[2]

Mit seiner Ehefrau Lisa Barsoomian, einer früheren Assistant United States Attorney, die für die National Institutes of Health arbeitet, hat Rosenstein zwei Töchter.[3]

Justizlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschließend war er Mitarbeiter („clerk“) des Bundesrichters Douglas H. Ginsburg und arbeitete dann für das US-Justizministerium ab 1990, zunächst unter dem damaligen Assistant Attorney General Robert Mueller Korruptionsfälle und dann in verschiedenen Bereichen, darunter für Philip Heymann und zwei Jahre lang für den Sonderermittler Kenneth Starr im Zuge der Whitewater-Affäre.[3] 1997 berief ihn die damalige United States Attorney für Maryland Lynne A. Battaglia zu ihrem Assistenten, als der er unter anderem Kreditkartenbetrug bearbeitete. 2001 kehrte er als Principal Deputy Assistant Attorney General ins Justizministerium zurück, wo er in der Abteilung für Steuerkriminalität arbeitete. Rosenstein wurde am 12. Juli 2005 zum United States Attorney für Maryland ernannt, nachdem seine Nominierung vom US-Senat einstimmig bestätigt worden war. Er war dort für die Städte der mittleren Atlantikküste wie Washington, D.C. und Baltimore und insbesondere für die Verfolgung von Drogengeschäften zuständig.[2] Er war 2007 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush als Kandidat für den United States Court of Appeals im vierten Gerichtsbezirk nominiert worden, aber am Widerstand der damaligen US-Senatoren für Maryland, Barbara Mikulski und Ben Cardin, gescheitert, die seine fehlende Herkunft aus dem Bundesstaat bemängelten.[4]

Stellvertretender Justizminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der damalige gewählte US-Präsident Donald Trump nominierte Rosenstein am 13. Januar 2017 für den Posten des stellvertretenden Justizministers. Der US-Senat bestätigte am 25. April 2017 mit 94 zu 6 Stimmen Rosensteins Ernennung. Er war zu diesem Zeitpunkt der U.S. Attorney mit der längsten Dienstzeit.[5]

Die Entlassung des FBI-Direktors James B. Comey am 9. Mai 2017 begründete US-Präsident Donald Trump im Entlassungsschreiben mit dem Rat des Justizministers Jeff Sessions und dessen Stellvertreters Rod Rosenstein.[6] Dem Schreiben war Rosensteins Bewertung Comeys beigefügt, die Trump am Tag zuvor in Auftrag gegeben hatte und in der Rosenstein Comeys Umgang mit Hillary Clintons E-Mail-Affäre rügte.[7] Am 17. Mai 2017 ernannte Rosenstein im Namen des öffentlichen Interesses den früheren FBI-Direktor Robert Mueller zum Sonderermittler für die Untersuchung, ob es bei der russischen Einflussnahme im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 zu Absprachen mit Trumps Wahlkampagne gekommen ist (siehe ‎Vorwürfe geheimer Absprachen Trumps mit russischen Behörden). Justizminister Sessions hatte seinem Stellvertreter die Aufsicht über diese Ermittlungen übertragen, nachdem bekannt geworden war, dass Sessions selbst im Wahlkampf als Trump-Unterstützer mehrfach mit dem russischen Botschafter in den USA, Sergei Kisljak, gesprochen hatte.[8]

Rosenstein, der als einer von nur drei U.S. Attorneys, die von Präsident George W. Bush ernannt worden waren, unter Barack Obama im Amt blieb, wird in seiner Arbeit als fair, professionell und detailgenau charakterisiert.[9] In der Senatsanhörung 2017 bezeichnete er seine politische Zugehörigkeit als irrelevant für seine Arbeit.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aubrey Whelan: The Montco-reared deputy AG who recommended firing Comey. In: The Philadelphia Inquirer, 10. Mai 2017 (englisch); schriftliches Statement Rosensteins für den Justizausschuss des US-Senats zur Nominierung als stellvertretender Justizminister, 7. März 2017 Rosenstein Testimony.pdf (PDF).
  2. a b Rod J. Rosenstein, District of Maryland. In: Justice.gov (englisch).
  3. a b Schriftliches Statement Rosensteins für den Justizausschuss des US-Senats zur Nominierung als stellvertretender Justizminister, 7. März 2017 Rosenstein Testimony.pdf (PDF).
  4. Judges, and Justice, Delayed. In: The Washington Post, 15. April 2008 (englisch).
  5. John Fritze: Rosenstein poised for confirmation as deputy attorney general. In: The Baltimore Sun, 24. April 2017 (englisch).
  6. Thorsten Denkler: Warum Trump FBI-Chef Comey gefeuert hat. In: Sueddeutsche.de, 10. Mai 2017.
  7. Veit Medick: Gefahr aus der zweiten Reihe. In: Spiegel Online, 12. Mai 2017; Volltext der schriftlichen Bewertung (Memo) bei The Atlantic.
  8. Rebecca R. Ruiz, Mark Landler: Robert Mueller, Former F.B.I. Director, Is Named Special Counsel for Russia Investigation. In: The New York Times, 17. Mai 2017 (englisch).
  9. Ruben Castaneda: Profile of Rod Rosenstein, U.S. attorney for Maryland. In: The Washington Post, 9. Oktober 2011 (englisch).