Rodalben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rodalben
Rodalben
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rodalben hervorgehoben
Koordinaten: 49° 14′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Rodalben
Höhe: 256 m ü. NHN
Fläche: 15,69 km2
Einwohner: 6892 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 439 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66976
Vorwahl: 06331
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 038
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Rathaus 9
66976 Rodalben
Webpräsenz: www.stadt-rodalben.de
Stadtbürgermeister: Wilhelm Matheis
Lage der Stadt Rodalben im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Panorama von Rodalben

Rodalben ist eine Stadt im rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz und Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Mit fast 7000 Einwohnern ist sie die größte Kommune des Landkreises. Rodalben ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rodalben liegt im südwestlichen Pfälzerwald in dessen Teilbereich Gräfensteiner Land. Die Stadt Pirmasens, zugleich Verwaltungssitz des Landkreises Südwestpfalz, ist fünt Kilometer entfernt. Zu Rodalben gehören zusätzlich die Wohnplätze Am Entenstein, Am Köpfel, Apostelmühle, Auf der Heide, Geißbühl, Germerstal, Grünbühl, Horbergsiedlung, Imsbachermühle, Langenbach, Lindersbach und Neuhof.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Donsieders, Clausen, Münchweiler an der Rodalb, Pirmasens, Petersberg und Thaleischweiler-Fröschen.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt in der Talaue der Rodalb einige Kilometer oberhalb der Mündung des kleinen Flusses in den Schwarzbach. Mitten im Siedlungsgebiet nimmt erstere von links den Langenbach auf. Im Südwesten bildet der Steinbach die Gemarkungsgrenze zu Pirmasens; am nordwestlichen Siedlungsrand von Rodalben mündet er in die Rodalb. Im Nordwesten der Gemarkung erstreckt sich an der Grenze zu Donsieders der Bieberberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rodalben wurde vermutlich als Siedlung des keltischen Stammes der Mediomatriker gegründet und später nach dem Fluss benannt. Die Herkunft des Flussnamens ist nicht eindeutig geklärt. Als alb bezeichneten die Kelten Flüsse oder Bäche. Für den Namensbestandteil Rod, zeitweise auch Roth, gibt es zwei Erklärungsansätze. Zum einen könnte der rote Sand des Flussbettes der Namensgeber sein, zum anderen die Tatsache, dass in den Tälern durch das Roden (Rotten) der Wälder weite Wiesen- und Ackerflächen angelegt wurden.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1237, im Mittelalter, wurde Rodalben erstmals urkundlich als Meyerhof erwähnt. Es war über Jahrhunderte eine bäuerlich geprägte Ansiedlung, die zusammen mit Burg Gräfenstein bei Merzalben den Grafen von Leiningen gehörte. Um das Jahr 1360 dürfte die erste Pfarrkirche in Rodalben erbaut worden sein. Davon zeugen der noch erhaltene romanische Turm und der mit Fresken geschmückte gewölbte Chor. Das Alter lässt sich ungefähr ermitteln aufgrund des gotischen Baustils in seiner dritten und letzten Periode und der Tatsache, dass Rodalben 1360 bzw. 1361 schon einen Pfarrer hatte, der eine Kollationsgebühr von 6 Gros an Rom entrichtete. Genauere Angaben über die Erbauung der Kirche liegen allerdings nicht vor.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsmitte von Rodalben 1895
Blick auf Rodalben im Jahr 1900

Vor dem Dreißigjährigen Krieg lebten im Amt Gräfenstein 150 Eingesessene. 1680, rund 30 Jahre nach dem Krieg, zählte das Amt 30 Familien oder Eingesessene. Im Jahre 1698 gab es 50 Familien im Amt, davon 20 im Dorf Rodalben. Der Ort wuchs stetig und erhielt größere Bedeutung durch die Verlagerung der Verwaltung des Gräfensteiner Amtes nach Rodalben. Um 1720 erhielt Rodalben seine erste Schule. Das Feine Häusel, das von Münchweiler nach Rodalben transportiert worden war und bis dahin als Pfarrhaus diente, wurde zum Schulsaal und zur Lehrerwohnung hergerichtet. Das Haus existiert noch und wird als Wohnhaus genutzt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Rodalben zur Markgrafschaft Baden.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Pirmasens eingegliedert und war Sitz einer eigenen Mairie, die zusätzlich Donsieders und Münchweiler umfasste. 1815 hatte der Ort insgesamt 1.391 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte Rodalben in das Königreich Bayern. Ab 1818 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

Die aufkommende Industrialisierung machte auch vor Rodalben nicht Halt. So wurde das einstige Schuhmacherhandwerk zur Schuhindustrie, die zunehmend das Bild von Rodalben bestimmte. Es entstand eine eigene Gerberei. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Phase des deutschen Wirtschaftswunders, entwickelte sich die Schuhindustrie gut. Zeitweise gab es mit den Familienbetrieben über 60 Schuhfabriken im Ort. Dies bedeutete bei damals knapp 6000 Einwohnern, dass jeder 100. Einwohner ein Schuhfabrikant war.

1939 wurde Dahn in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1955 wurde das bis dahin zu Rodalben gehörende Petersberg selbständig. Am 17. März 1963 erhielt die Gemeinde Rodalben die Stadtrechte.[4] Die weltweite Öffnung der Märkte wirkte sich nachteilig auf die lohnintensive Schuhindustrie aus, so dass eine Schuhfabrik nach der anderen schließen musste. Trotzdem blieb der Schuh ein Markenzeichen dieser Region, jetzt jedoch mehr durch den Handel. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der 371 Einwohner umfassende Ort Neuhof, der bis dahin zu Pirmasens gehört hatte, nach Rodalben umgemeindet.[5] Drei Jahre später wurde Rodalben Sitz der der neu geschaffenen gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Oktober 2014 waren 64,45 % der Einwohner katholisch und 21,05 % evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[6] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche). 1952 ereignete sich vor Ort ein sogenanntes Blutwunder.

Vor Ort existierte außerdem einst eine jüdische Gemeinde, die eine Synagoge besaß. Der jüdische Friedhof wurde 1876 angelegt und ist heute ein schützenswertes Kulturdenkmal.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Rodalben besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem. Bis 2009 gehörten dem Stadtrat 24 Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[7][8]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG WIR Gesamt
2014 6 9 1 3 3 22 Sitze
2009 5 9 1 1 3 3 22 Sitze
2004 4 14 1 3 3 24 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Gräfenstein e. V.
  • WIR = Wählergemeinschaft „WIR für Rodalben“ e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Rodalben
Blasonierung: „In Blau ein linksgewendeter goldbewehrter, rotbezungter silberner Greif.“[9]
Wappenbegründung: Es wurde 1948 vom Ministerium des Innern in Koblenz genehmigt und erinnert mit dem Greif an die ehemalige Zugehörigkeit zu Baden.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge der Marienkirche liegen in romanischer Zeit um das 11./12. Jahrhundert. Das heutige Erscheinungsbild ist spätgotisch (14. Jahrhundert), die Wand- und Deckenmalereien stammen aus dieser Zeit. Der Turm wurde im 18. Jahrhundert erhöht und mit einem spitzen Helm bedacht. Im Johann-Peter-Frank-Haus wurde 1745 der gleichnamige Arzt und Hygieniker geboren. Am 15. Mai 2009 wurde auf dem Dr.-Johann-Peter-Frank-Platz in der Hauptstraße eine Brunnenanlage, die der ortsansässige Bildende Künstler Stephan Müller geschaffen hatte, ihrer Bestimmung übergeben.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existiert der Fußballverein FC Rodalben.

Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rodalben wird zu Karneval der Narrenruf Rolau gepflegt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutender Wirtschaftsfaktor war einst die Schuhindustrie. Bis 1970 existierte vor Ort die Servas Schuhfabrik. Die Wirtschaft der Stadt wird heute überwiegend vom Tourismus bestimmt, nachdem zuvor die Industrie das Ortsbild nicht besonders geprägt hatte. Auch die umgebende Landschaft des Pfälzerwaldes begünstigte die Entwicklung zur staatlich anerkannten Fremdenverkehrsgemeinde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Rodalben

Durch eine Südumgehung wird Rodalben vom Durchgangsverkehr entlastet. Über die 6 km entfernte Anschlussstelle Thaleischweiler-Fröschen ist die Stadt an die Autobahn 62 (Pirmasens–Landstuhl) angebunden. Die B 270 (Pirmasens–Kaiserslautern) wird nach vier Kilometern, die B 10 (Pirmasens–Landau) nach fünf bzw. acht Kilometern erreicht.

Durch die Bahnstrecke Landau–Rohrbach ist Rodalben seit 1875 an das regionale Schienennetz angeschlossen. Östlich der Bebauung passiert die Strecke von Neuhof-Tunnel. Der Bahnhof wurde in den 1980er Jahren zum Haltepunkt zurückgebaut. Die Anlagen des Eisenbahnknotens Pirmasens Nord befindet sich teilweise ebenfalls auf der Gemarkung von Rodalben. Der öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saufelsen am Felswanderweg

An die frühere Schuhindustrie erinnert inzwischen ausschließlich die Deutsche Schuhstraße, die unter anderem durch Rodalben führt. An zahlreichen Felsstrukturen aus dem Rotliegenden entlang windet sich der Rodalber Felsenwanderweg in einer Länge von etwa 43 km rund um Rodalben. Der Verkehrsverein veranstaltet jedes Jahr einen Wandermarathon auf diesem Weg. Zudem liegt die Stadt am Pfälzer Waldpfad. Der Skulpturenweg Rodalben ist Bestandteil des Skulpturenweg Rheinland-Pfalz.

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde beherbergt Rodalben deren Verwaltung.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rodalben befinden sich eine Realschule plus (seit dem Schuljahr 2009/2010, vorher Regionale Schule), eine Berufsschule, eine Grundschule sowie eine Förderschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vinzenz Bernhard, Walter Flammann, Wolfgang Kurz, Ferdinand Schlickel (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5 (mit der Geschichte von Rodalben).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rodalben – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018, S. 109 (PDF; 2,2 MB).
  4. Zur Geschichte der Verbandsgemeinde Rodalben bei Rodalben.de (Verbandsgemeinde Rodalben).
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 194 (PDF; 2,6 MB). i Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  6. Gemeindestatistik. In: KommWis. 31. Oktober 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  9. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.