Rodenbach (Gersfeld)

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Rodenbach
Koordinaten: 50° 26′ 1″ N, 9° 55′ 43″ O
Höhe: 635 m
Fläche: 5,51 km² (LAGIS)
Einwohner: 200 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 36129
Vorwahl: 06654

Rodenbach ist ein Ortsteil der Stadt Gersfeld (Rhön) im Landkreis Fulda. Der Ort mit seinen 198 Einwohnern liegt nur wenige hundert Meter von der Grenze Hessens mit Bayern entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt am 14. September 863 in einer Schenkungsurkunde zugunsten des Klosters Fulda, zählt Rodenbach zu den ältesten Rhöndörfern. Seine Ursprünge reichen wahrscheinlich gar in keltische Zeit zurück. Seine Geschichte war geprägt durch die Grenzlage zwischen den beiden geistlichen Territorien Fulda und Würzburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Dorfbevölkerung im Jahre 1634 von schwedischen Truppen zu Schanzarbeiten zwangsverpflichtet. (Nach dieser sogenannten Schwedenschanze ist bis heute der Grenzpass zwischen Bayern und Hessen bezeichnet.) Nach dem Abzug der Schweden waren 75 % der Rodenbacher ums Leben gekommen. Nach dem Wiener Kongress gehörte es zum Königreich Bayern; seit dem Deutschen Bruderkrieg von 1866 zum Königreich Preußen. Nach dem Zweiten Weltkriege wurde es Bestandteil des neu geschaffenen Landes Hessen. Weiterhin prägend für die weitere Dorfentwicklung war der große Brand im Jahre 1851, bei dem bis auf drei Häuser das gesamte Dorf ein Opfer der Flammen wurde. Überlebt hat u. a. auch das Anwesen "Neitze", welches – 1552 erbaut – bis heute die älteste Bausubstanz darstellt.

Am 31. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rodenbach in die Stadt Gersfeld eingegliedert.[2]

In den Jahren 2004 und 2005 erfuhr Rodenbach eine umfassende Dorferneuerung.

Dorfeiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1934 an Adolf Hitlers Geburtstag gepflanzte Dorfeiche markiert den zentralen Mittelpunkt des "Kaffs ohne Kirche". Sie ist Rastplatz für Wanderer und lebendiges Diskussionsforum der Dorfgemeinschaft.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anbindung an den ÖPNV erfolgt über die Linie 8305 des OVF. Fremdenverkehr und Landwirtschaft bieten nur wenige Arbeitsplätze in Rodenbach, so dass die Mehrzahl der Einwohner zu Arbeitsplätzen außerhalb pendeln muss. Hoch in der Rhön gelegen, ist Rodenbach an die Wintersporteinrichtungen rund um den Simmelsberg eingebunden. Wanderer und Wintersportler finden auch direkt in Rodenbach Unterkunftsmöglichkeiten.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1740 wurde in Rodenbach Schulunterricht abgehalten. Seit 1968 allerdings werden von den Kindern die Gersfelder Schulen besucht. Ein Teil der Kinder besucht Gymnasien in Fulda und Bad Neustadt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik des Landkreises Fulda, abgerufen im September 2015.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 393.