Rodrigo González

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Rodrigo González (2012)
Rodrigo González als Bassist bei einem Konzert der Band Die Ärzte 2013

Rodrigo „Rod“ Andrés González Espindola (* 19. Mai 1968 in Valparaíso, Chile) ist ein deutscher Musiker, Bassist, Komponist und Sänger der Band Die Ärzte.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

González’ Eltern wurden während der Diktatur Pinochets in Chile politisch verfolgt, weshalb sie Asyl in Hamburg beantragten und 1974 auch erhielten. Das Abitur absolvierte González auf dem Gymnasium Langenhorn in Hamburg. Er hat noch eine ältere Schwester namens Claudia, die ebenfalls als Musikerin[1] (Universal González) und Kostümdesignerin[2] tätig ist.

In seiner Jugend war González Mitglied der Bands „Massaker“ und „Die Erben“ sowie einer Big-Band. 1986 spielte er dann bei der Hamburger Punkband Die Goldenen Zitronen Banjo, 1988 bis 1989 war er Gitarrist bei den Rainbirds und Ende 1988 Schlagzeuger bei Stephan Remmler.[3]

Karriere bei Depp Jones und Die Ärzte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

González freundete sich mit dem „Ärzte“-Schlagzeuger Bela B. an, als sie zusammen betrunken in einer Bar einen Kiss-Song sangen. Er war darüber hinaus Mitglied des Fanclubs der Gruppe KISS Army. Bela B. schätzte sehr schnell das musikalische Talent von González. Gemeinsam spielten sie nach der vorübergehenden Auflösung der „Ärzte“ 1988 in der Band S.U.M.P., aus der später Depp Jones hervorging. Da der Erfolg ausblieb, löste sich Depp Jones 1992 wieder auf.

Als sich „Die Ärzte“ 1993 wiedervereinigten, wurde González neues Bandmitglied. Anders als bei Depp Jones ist er bei den „Ärzten“ nicht Gitarrist, sondern Bassist. Während der letzte „Ärzte“-Bassist vor der Auflösung, Hagen Liebing, nur angestelltes Bandmitglied war, ist González seit seinem Einstieg vollwertiges Mitglied. Aus seiner Feder stammen unter anderem die „Ärzte“-Singles ½ Lovesong, Dinge von denen, Breit und Sohn der Leere, wobei die Texte in Zusammenarbeit mit Bela B. und Donna Blitz entstanden.

Neben Bass und Gitarre hat sich González als Autodidakt auch Schlagzeug, Keyboard und Klavier beigebracht. Seine Bandkollegen bei den „Ärzten“ bezeichnen ihn deshalb gerne als „überqualifiziert“. Beim MTV-Unplugged-Konzert Rock ’n’ Roll Realschule, das 2002 im Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hamburg stattfand, war González musikalischer Leiter und Arrangeur der meisten gespielten Stücke; darüber hinaus spielte er bei diesem Konzert unter anderem Sitar.

Sonstige Musik-Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rodrigo González (1998)

González arbeitet außerdem als Produzent für diverse Bands und andere Künstler, etwa Lucilectric und Panda. Er ist außerdem Miteigentümer von „Rodrec“, einer Plattenfirma, die unter anderem die beiden Alben von Depp Jones wiederveröffentlicht hat und bei der Künstler wie Rantanplan, Bronxboys, Poolstar, Church Of Confidence und Abwärts unter Vertrag stehen. Er gilt als Entdecker der Berliner Fun-Metal-Band „Knorkator“. Bei „Abwärts“ spielt Rod außerdem seit 2004 Gitarre.

Bei dem Live-Konzert Fußballfans gegen Rechts am 30. Januar 1993 im Düsseldorfer Zakk sprang er als Ersatz bei der Punkband Slime ein.

Das KISS-Lied I'll Fight Hell to Hold You spielte er 2001 nach, wobei er es in eine Disco-Nummer umwandelte und im Stil der Bee Gees sang.

2005 nahm González zusammen mit Bela B. (als „2 Fickende Hunde“) das Lied Meister Aller Frauenärzte der „Kassierer“ für deren CD Kunst zum 20-jährigen Bestehen der Wattenscheider Punk-Band auf.

Seit 2011 ist González außerdem Mitglied der Band ¡Más Shake! (weitere Mitglieder: Michell F. (Gesang/Bass), Katy M. (Gesang/Orgel/Gitarre), Thomas F. (Schlagzeug)), die südamerikanische Beat-Kompositionen der 1960er Jahre zum Besten gibt. Im August 2016 erschien in ausgewählten Programmkinos ein 93-minütiger Dokumentarfilm mit dem Titel El Viaje (Regie: Nahuel Lopez, in Koproduktion von Mindjazz Pictures und 3sat), in dem Rodrigo González die chilenische Musikszene ergründet und die Spuren seiner südamerikanischen Herkunft zurückverfolgt. Der Film wurde von der Kritik äußerst positiv aufgenommen.[4][5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] als Musikerin 1983
  2. [2] Claudia Gonzalez als Kostümdesignerin, [3], abgerufen am 2. Juli 2013
  3. Keine Angst, hat der Papa mir gesagt www.stephan-remmler.de, online
  4. So schrieb etwa Rainer Gansera in der 'Süddeutschen Zeitung': "'El Viaje' bietet weit mehr als ein musikalisches Panorama. Die Neugier, mit der Rod seine Erkundungen vorantreibt, entfalten ein Kaleidoskop, in dem Milieus und Schicksale, die Geschichte und die aktuelle Stimmungslage des Landes spürbar werden. Manchmal blitzt das in zufällig eingefangenen Straßenszenen auf, dann wieder vertiefen sich die Eindrücke bei Gesprächen und Erinnerungen - alles eingebettet in einen locker fließenden Rhythmus, der Reportage und Reflexion, Poesie und Musik-Sessions verbindet." Die Szene Hamburg nannte den Film "Ein Juwel voll berührender Musik". Und auch der Deutschlandfunk meint, dass sich die Reise, die Rodrigo Gonzalez mit El Viaje angetreten ist, gelohnt hat: "Ärzte-Fans, die die Band allein für die Musik lieben, werden mit dem Film wahrscheinlich wenig anfangen können. Fans, die die Band aber für ihre Toleranz, ihr Engagement und ihre Weltoffenheit mögen, werden ganz sicher spannende 90 Minuten erleben."
  5. Rodrigo González und sein Dokumentarfilm "El Viaje" über die chilenische Musikszene auf www.visions.de, 12. August 2016