Roeser

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Roeser (Begriffsklärung) aufgeführt.
Roeser
Wappen Karte
Wappen von Roeser Lage von Roeser im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 32′ N, 6° 9′ O49.5352527777786.1427583333333Koordinaten: 49° 32′ 7″ N, 6° 8′ 34″ O
Distrikt: Luxemburg
Kanton: Esch an der Alzette
Einwohner: 5502 (1. Januar 2014)[1]
Fläche: 23,8 km²
Bevölkerungsdichte: 231,2 Einw./km²
Gemeindenummer: 00010011
Website: www.roeser.lu
Politik
Bürgermeister: Tom Jungen (LSAP)
Wahlsystem: Proporzwahl

Roeser (luxemburgisch Réiser) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Esch an der Alzette.

Zusammensetzung der Gemeinde[Bearbeiten]

Die Gemeinde Roeser besteht aus folgenden Ortschaften:

Geschichte[Bearbeiten]

Menschliche Besiedlung im Tal von Roeser ist durch Werkzeugfunde bereits seit der Steinzeit nachgewiesen. Archäologische Funde aus Bronzezeit und Eisenzeit weisen auf eine zunehmend dichtere Besiedlung hin. Aus der Römerzeit sind Spuren von zumindest fünf großen Villen erhalten.

Der Name Roeser tauchte erstmals im 7. Jahrhundert auf.

Politik[Bearbeiten]

Wiesenlandschaft, Livingen
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Umstritten ist das Projekt eines Einkaufszentrums und nationalen Fußballstadions, das in Public-Private-Partnership auf einem Grundstück in Livange geplant ist, das zuvor als unbebaubare Grünfläche ausgewiesen war.[2] Das Projekt wird insbesondere von der Mouvement écologique aufs schärfste abgelehnt. Im ersten Halbjahr sollen die Bürger der Gemeinde in einem Referendum zu dieser Frage ihre Stimme abgeben.[3]

Die Gemeinde ist Mitglied in folgenden Kommunalverbänden: Minett-Kompost, SES, SICEC, SICONA, SIDOR, SIGI, SPIC, STEP, SYCOSAL, SYVICOL.

Die Gemeinde unterhält eine Partnerschaft mit Turi in Italien.

Peppinger Bauernmuseum[Bearbeiten]

Bauernmuseum in Peppingen

Um das Jahr 2000 herum wurde im Genoeserbësch des Peppinger Banns eine große Schlackenhalde aus dem 7. oder 8. Jahrhundert gefunden, die sich als Basis eines Rennofens herausstellte. Die Eisenschmelzanlage wurde nach alten Vorbildern rekonstruiert und in der Waldschmiede des Peppinger Bauernmuseums nachgebaut, die von Mitarbeitern der Universität Münster vollständig ausgegraben worden war. Laut Geschichtsprofessor Norbert Quintus, Kurator des Museums, wurde die Schlacke in ihrer Zusammensetzung analysiert; das Musée de l’histoire du fer[4] fand heraus, dass die damaligen Eisenproduzenten sowohl Minette als auch Reicherz benutzt hatten, das vermutlich aus der Gegend um Düdelingen oder Rümelingen stammte. Da im damals benutzten Rennofen nur Temperaturen von ca. 1100 Grad erzielt wurden, wurde das Eisen als Luppe gewonnen; diese musste nach dem Aufstechen des Ofens in einem sogenannten „Frischofen“ nochmals erhitzt und dann auf einem steinernen Amboss mit dem Hammer bearbeitet werden. Das dabei gewonnene Eisen konnte sodann zu Geräten oder Waffen verarbeitet werden. Ein solcher Versuch mit dem nachgebauten Rennofen wurde erfolgreich von den Geschichtsfreunden aus dem Roeserbann und der Bruderschaft der Hephaistos (Luxemburger Kunstschmiedevereinigung) unternommen.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Overbeck: Genoeserbusch. Zu den Wurzeln der Eisenindustrie in Luxemburg. [1] [2] (PDF-Datei; 2,24 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2014 (franz.)
  2. pw, Auf einmal soll‘s auch kleiner gehen Lëtzebuerger Journal, 4. Januar 2011
  3. Kritikern reicht abgespeckte Version nicht. Tageblatt, 4. Januar 2012.
  4. Musée de l'histoire du fer
  5. R., Ein Versuch mit dem Rennofen. Tageblatt. Zeitung fir Lëtzebuerg, 12. Mai 2003.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roeser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien