Roger Fritz

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Roger Fritz (* 22. September 1936 in Mannheim, Baden-Württemberg) ist ein deutscher Schauspieler, Filmemacher und Fotograf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roger Fritz lernte Bäcker, dann Kellner und machte eine Ausbildung als Baustoff-Großhandelskaufmann. Er begann mit Amateurfotografie, assistierte ab 1954 dem Fotografen Herbert List, und machte dann die Fotografie zu seinem Beruf. Die Photokina-Preise 1954 und 1956 waren der Beginn seiner Karriere. Für die Zeitschriften Stern, Quick, Jours de France, Münchner Illustrierte, die französische Vogue sowie Bunte unternahm er zahlreiche Reportagereisen. Allein für die Bunte fotografierte er im Laufe einiger Jahre fast 150 Seiten über Ibiza. Er gehörte zu den Gründern der Zeitschrift Twen.

Bei einer Reportage über den Film Die Halbstarken lernte er die Leiterin der UFA-Nachwuchsschule für Schauspiel und Regie, Else Bongers, kennen. Er entschloss sich, zweieinhalb Jahre dort als Schüler zu verbringen. Roger Fritz fotografierte, spielte in Filmen und arbeitete viele Jahre für das Opernfestival Festival dei Due Mondi mit Gian-Carlo Menotti in Spoleto in Italien, wohnte in Rom, assistierte dort dem italienischen Regisseur Luchino Visconti und spielte unter seiner Regie mit Romy Schneider in Boccaccio 70. Er lebte und arbeitete zwei Jahre in New York. 1961 entstand sein erster Kurzfilm Zimmer im Grünen, 1962 sein zweiter Kurzfilm über den Mauerbau in Berlin, Verstummte Stimmen. Sein erster langer Spielfilm Mädchen, Mädchen 1967 wurde ein Erfolg; die Hauptdarstellerin Helga Anders gewann den Bundesfilmpreis. Fritz und Anders heirateten 1967; aus dieser Ehe, die 1974 geschieden wurde, stammt die gemeinsame Tochter Tatjana Leslie Fritz.

Fritz inszenierte noch mehrere Filme und Fernsehserien, z. B. Die schöne Marianne mit Hannelore Elsner und Iris Berben. Klaus Löwitsch bekam für seine Rolle in dem Roger-Fritz-Film Mädchen mit Gewalt den Bundesfilmpreis. 1971 spielte Roger Fritz die Hauptrolle in der italienischen Fernsehserie Blutige Straße (Nessuno deve sapere) neben Stefania Casini; er arbeitete mit Rainer Werner Fassbinder an verschiedenen Filmen wie z. B. Berlin Alexanderplatz und Lili Marleen und verfasste ein Buch über Fassbinders letzten Film Querelle.

In den achtziger und neunziger Jahren führte er in München die Lokale Pappasito, Mamasita und Visconti. Zurück in der Medienwelt, gewann er 2007 den Lead-Award für eine St.-Pauli-Reportage, gedruckt im Magazin Quest. 2011 gewann er in Oldenburg den German Independence Honorary Award.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Querelle, München, Schirmer-Mosel Verlag, 1982
  • Muc People (Menschen in München), München, T. Bauer Verlag, 2002
  • Die Erinnerung ist oft das Schönste Fotografische Portraits von Romy Schneider, Ostfildern, Hatje Cantz Verlag, 2008
  • Extrem Bayrisch, München, Südwest Verlag, 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]