Roger Schmidt (Fußballtrainer)

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Roger Schmidt

Roger Schmidt (2015)

Spielerinformationen
Geburtstag 13. März 1967
Geburtsort KierspeDeutschland
Größe 188 cm
Position Offensives Mittelfeld
Vereine in der Jugend
0000–1985
1986–1987
1988–1990
1990–1991
Kiersper SC
Rot-Weiß Lüdenscheid
TuS Plettenberg
TuS Paderborn-Neuhaus
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1991–1995
1995–2002
2002–2003
2003–2004
2004–2005
TuS Paderborn-Neuhaus
SC Verl
SC Paderborn 07
SV Lippstadt 08
Delbrücker SC
79 (13)
207 (53)
25 0(2)
26 0(4)
Stationen als Trainer
2005–2007
2007–2010
2011–2012
2012–2014
2014–2017
Delbrücker SC
Preußen Münster
SC Paderborn 07
FC Red Bull Salzburg
Bayer 04 Leverkusen
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Roger Schmidt (* 13. März 1967 in Kierspe) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -spieler. Er betreute zuletzt den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidt spielte unter anderem in der Regionalliga für die Vereine SC Verl (1995 bis 2002) und SC Paderborn 07 (2002 bis 2003). Es folgten Spielzeiten beim SV Lippstadt 08 und Delbrücker SC in der Verbandsliga.

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge im Amateurbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Schmidt eine Saison beim Delbrücker SC gespielt hatte, wurde er für die Saison 2005/06 dort Trainer. In dieser Funktion blieb er bis zum Sommer 2007 und führte den Verein von der Verbandsliga ins sichere Mittelfeld der Oberliga Westfalen.

Im Juli 2007 wurde er Trainer beim damaligen Oberligisten Preußen Münster. Für diese Tätigkeit kündigte Schmidt sein Arbeitsverhältnis als Ingenieur beim Automobilzulieferer Benteler und unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei den Preußen. Er stieg mit Preußen Münster in die Regionalliga auf. Am 19. März 2010 trennte sich der Verein von ihm, als man in der Tabelle auf dem vierten Platz stand.

SC Paderborn und Red Bull Salzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2011/12 verpflichtete der SC Paderborn 07 Schmidt als Nachfolger des zum FC St. Pauli gewechselten Trainers André Schubert. Nach einer erfolgreichen Saison mit den Paderbornern löste Schmidt seinen Vertrag auf, um nach Österreich zu Red Bull Salzburg zu gehen.[1]

In seinem ersten Jahr als Trainer von Red Bull Salzburg erreichte er mit der Mannschaft den zweiten Platz hinter Austria Wien; die erspielten 77 Punkte und 91 erzielten Tore stellten dabei Rekordmarken in der Ära Red Bull dar. Obwohl der Verein in der Qualifikation zur Champions League am luxemburgischen Vertreter F91 Düdelingen gescheitert war, wurde Schmidts Vertragslaufzeit verlängert. In der Saison 2013/14 stand er mit der Mannschaft nach 28 Spieltagen rechnerisch als Meister fest. Mit 105 Toren nach 33 Runden wurde der Bundesligarekord des SK Rapid Wien übertroffen. In der Europa-League beendete man die Gruppenphase als Gruppensieger. In der Zwischenrunde war Ajax Amsterdam klar besiegt worden, ehe die Mannschaft im Achtelfinale gegen den FC Basel ausschied.

Bayer 04 Leverkusen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2014 unterschrieb Schmidt als Nachfolger von Sascha Lewandowski einen Zweijahresvertrag ab der Saison 2014/15 als Cheftrainer beim deutschen Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen.[2]

Saison 2014/15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidt gab sein Pflichtspieldebüt als Cheftrainer Leverkusens am 15. August 2014 in der ersten Runde des DFB-Pokals beim SV Alemannia Waldalgesheim, die seine Mannschaft 6:0 gewann.[3] In seinem ersten Bundesliga-Spiel erreichte er mit der Mannschaft einen 2:0-Auswärtssieg bei Borussia Dortmund. Dabei erzielte Karim Bellarabi das bis dahin schnellste Tor in diesem Wettbewerb nach neun gespielten Sekunden.[4] In der Rückrunde blieb man 528 Minuten in der Bundesliga ohne Gegentor und stellte damit einen neuen Vereinsrekord auf.[5] In der Liga stand man nie schlechter als auf dem sechsten Tabellenplatz, war an den ersten drei Spieltagen Tabellenführer und erreichte als am Ende Viertplatzierter die Qualifikation zu den Champions-League-Play-offs. In der Champions League 2014/15 schied man im Achtelfinale gegen Atlético Madrid aus, im DFB-Pokal musste man sich im Viertelfinale dem FC Bayern München geschlagen geben. Kurz nach dem Saisonende verlängerte Bayer Leverkusen Schmidts Vertragslaufzeit bis Ende Juni 2019.[6]

Saison 2015/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner zweiten Saison in Leverkusen erhielt Schmidt mit Markus Krösche einen Co-Trainer, mit dem er beim SC Paderborn in der Regionalligasaison 2002/03 zusammengespielt und den er in der Zweitliga-Saison 2011/12 trainiert hatte. Mit André Ramalho und Kevin Kampl kamen zusätzlich zwei Spieler in den Kader, die Schmidt bereits in Salzburg trainiert hatte. Zum Ende der Hinrunde war die Leverkusener Mannschaft Fünfter, allerdings hatte sie mit sechs Niederlagen schon eine mehr als in der gesamten Vorsaison erlitten.[7] In der erreichten Gruppenphase in der Champions League gelangte man über den dritten Tabellenplatz in die Europa League. Dort schied Bayer im Achtelfinale gegen den FC Villarreal aus. Im DFB-Pokal schied man erneut im Viertelfinale aus, diesmal gegen Werder Bremen. Aufgrund persönlichen Fehlverhaltens wurde Schmidt in der Rückrunde für drei Bundesligaspiele gesperrt. In diesen Partien, in denen die Mannschaft von Krösche betreut wurde, gewann man nur einen Punkt. Nach Schmidts Rückkehr auf die Bank gewann Leverkusen zwischen dem 26. und 32. Bundesligaspieltag alle Partien, wodurch seine Mannschaft einen Vereinsrekord einstellte.[8] Das Team sicherte bereits zu diesem Zeitpunkt mit dem dritten Tabellenplatz rechnerisch die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League. Auch der in der Vorsaison aufgestellte Vereinsrekord für die längste Zeit ohne Gegentor in der Bundesliga wurde auf 588 Minuten ausgebaut.[9]

Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidts dritte Saison in Leverkusen begann mit jeweils vier Siegen, Unentschieden und Niederlagen in den ersten zwölf Spielen.[10] Erneut wurde er für sein Verhalten an der Seitenlinie sanktioniert und unter anderem für zwei Spiele mit einer Innenraumsperre belegt. Wieder übernahm Krösche Schmidts Aufgaben während der Spiele. Die Mannschaft schied aus dem DFB-Pokal gegen die Sportfreunde Lotte aus,[11] gewann aber das folgende Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg.[12] In der Gruppenphase der Champions League blieb man erstmals in der Vereinsgeschichte ungeschlagen und erreichte zehn Punkte. Am 10. Dezember 2016 stellte der Verein Schmidts langjährigen Co-Trainer für Athletik, Oliver Bartlett, wegen unterschiedlicher Auffassungen frei.[13] Die Hinrunde der Bundesliga beendete die Mannschaft auf dem achten Tabellenplatz, wieder erlitt man mit insgesamt sieben Niederlagen eine mehr als in der ersten Hälfte der Vorsaison. In die Rückrunde startete man mit nur zwei Siegen bei vier Niederlagen in sechs Partien; darunter eine 2:6-Niederlage bei Borussia Dortmund, womit man das erste Mal seit 2010 wieder sechs Gegentore in einem Ligaspiel hinnehmen musste. Schmidt attestierte seiner Mannschaft „einen sehr guten Auftritt“ und bezeichnete die Leistungen im Spiel im Vergleich zu dem in der Woche zuvor, als man mit 0:2 gegen den 1. FSV Mainz 05 verloren hatte, als „Schritt in die richtige Richtung“.[14]

Am 5. März 2017 – dem Tag nach der Partie in Dortmund – wurde Schmidt von seinen Aufgaben im Verein entbunden.[15] Der Verein begründete die Freistellung als unumgänglich sowie nötig, um selbstgesetzte Ziele nicht zu verfehlen. Geschäftsführer Michael Schade hob in diesem Rahmen Schmidts guten Umgang mit jungen Spielern sowie deren Entwicklung unter ihm hervor.[15]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidt ist für sein temperamentvolles Auftreten bekannt.

Am 21. Februar 2016 wurde er während des Bundesliga-Heimspiels gegen Borussia Dortmund von Schiedsrichter Felix Zwayer aus dem Innenraum des Stadions verwiesen. Er hatte nach einer umstrittenen Freistoßentscheidung, die zum Dortmunder Siegtreffer geführt hatte, beim vierten Offiziellen reklamiert. Er weigerte sich jedoch, den Innenraum des Stadions zu verlassen, sodass der Schiedsrichter das Spiel für etwa neun Minuten unterbrach und beide Mannschaften in die Kabinen schickte. Als Schmidt letztlich auf der Tribüne Platz genommen hatte, pfiff Zwayer das Spiel wieder an.[16][17] Schmidt wurde wegen unsportlichen Verhaltens vom Sportgericht des DFB mit einem Innenraumverbot für fünf Bundesligaspiele, von denen zwei bis zum 30. Juni 2017 auf Bewährung ausgesetzt wurden, und einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro belegt.[18]

Am 22. Oktober 2016 geriet er bei der 0:3-Bundesliga-Heimspielniederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit verbal mit dem Trainer des Gegners, Julian Nagelsmann, aneinander und wurde von Schiedsrichter Bastian Dankert des Innenraumes verwiesen.[19] Das DFB-Sportgericht widerrief zwei Tage später die nach dem Vorfall vom Februar verhängte Bewährung und sperrte Schmidt sowohl für die zweite Runde des DFB-Pokals gegen die Sportfreunde Lotte als auch für die Auswärtspartie in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg. Außerdem wurde er mit einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro belegt.[20] Ca. anderthalb Stunden vor dem Spielbeginn in Wolfsburg wurde Schmidt der Zugang zu seiner Mannschaft durch Stadion-Ordner des VfL zu diesem Zeitpunkt fälschlicherweise verwehrt.[21]

Erfolge als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Arbeit neben dem Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur absolvierte Schmidt eine Berufsausbildung zum Werkzeugmechaniker, danach und während seiner aktiven Zeit als Spieler belegte er ein Maschinenbaustudium mit dem Schwerpunkt Kunststofftechnik an der Universität Paderborn.[22] Anschließend arbeitete er acht Jahre lang als Ingenieur.[23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offiziell: Roger Schmidt wechselt vom SC Paderborn nach Salzburg. Neue Westfälische, 27. Juni 2012, abgerufen am 10. Februar 2016.
  2. Roger Schmidt wird neuer Trainer bei Bayer 04. Meldung von Bayer 04 Leverkusen, 25. April 2014, abgerufen am 10. Februar 2016.
  3. Spielbericht SV Alemannia Waldalgesheim gegen Bayer 04 Leverkusen vom 15. August 2014; transfermarkt.de, abgerufen am 9. April 2016
  4. Spielbericht Borussia Dortmund gegen Bayer 04 Leverkusen vom 23. August 2014; transfermarkt.de, abgerufen am 9. April 2016
  5. In 527 Minuten zum Rekord-Leno; dfb.de, vom 14. April 2015, aufgerufen am 16. April 2016
  6. Bayer 04 verlängert mit Roger Schmidt bis 2019. Meldung von Bayer 04 Leverkusen, 21. Mai 2015, abgerufen am 10. Februar 2016.
  7. Tabelle der Bundesliga-Saison 2015/16 nach dem 17. Spieltag; transfermarkt.de, abgerufen am 28. März 2016
  8. Bayer 04 ist gereift; general-anzeiger-bonn.de, abgerufen am 2. Mai 2016
  9. Spielbericht FC Schalke 04 gegen Bayer 04 Leverkusen vom 23. April 2016; kicker.de, abgerufen am 28. April 2016
  10. Leistungsnachweis von Bayer 04 Leverkusen in der Saison 2016/17; transfermarkt.de, abgerufen am 22. Oktober 2016
  11. Spielbericht Sportfreunde Lotte gegen Bayer 04 Leverkusen vom 25. Oktober 2016; kicker.de, abgerufen am 13. Dezember 2016
  12. Spielbericht VfL Wolfsburg gegen Bayer 04 Leverkusen vom 29. Oktober 2016; kicker.de, abgerufen am 13. Dezember 2016
  13. Bayer 04 stellt Athletik-Trainer Oliver Bartlett frei; bayer04.de, vom 10. Dezember 2016, abgerufen am 13. Dezember 2016
  14. Schmidt nach 2:6: "Schritt in die richtige Richtung"; kicker.de, vom 4. März 2017, abgerufen am 7. März 2017
  15. a b Bayer 04 trennt sich von Cheftrainer Roger Schmidt; bayer 04.de, veröffentlicht und abgerufen am 5. März 2017
  16. Auch Kießling scheitert an Schmidts Sturheit; rponline.de, veröffentlicht und abgerufen am 22. Februar 2016
  17. Eklat in Bundesliga: Schiedsrichter verlässt Spielfeld; spiegel.de, veröffentlicht und abgerufen am 21. Februar 2016
  18. Innenraum-Verbot und Geldstrafe für Schmidt dfb.de, abgerufen am 24. Februar 2016
  19. Spielbericht Bayer 04 Leverkusen gegen TSG 1899 Hoffenheim vom 22. Oktober 2016; kicker.de, abgerufen am 22. Oktober 2016
  20. DFB sperrt Schmidt für zwei Spiele; kicker.de, abgerufen am 24. Oktober 2016
  21. Ordner stoppen Schmidt: VfL räumt Fehlverhalten ein; waz-online.de, vom 30. Oktober 2016, abgerufen am 13. Dezember 2016
  22. Lieber ein Lächeln als die Peitsche. (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv archive.is)
  23. Sara Peschke, Daniel Theweleit: Trainer Roger Schmidt: Ein Mann wie Leverkusen. Spiegel Online, 3. März 2015, abgerufen am 10. Februar 2016.