Rohanschanze

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Ansicht von Norden

Die Rohanschanze oder auch Rheinschanze ist eine ehemalige sternförmige Verteidigungsanlage in der Bündner Herrschaft im Bündner Rheintal. Sie wird geführt in der Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung im Kanton Graubünden. Zudem ist sie in der Verordnung über den Schutz der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung aufgeführt.[1]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wall auf der Nordseite
Nordseite Innenansicht

Die Reste der Schanze liegen unmittelbar östlich der Verbindungsstrasse LandquartMaienfeld auf dem Gemeindegebiet von Malans. Erhalten hat sich auf der Nordseite ein immer noch beachtlicher Erdwall, der mit mehreren Metern Höhe und einer oberen Breite von rund zehn Metern die ungefähre Lage der Festung im Gelände erahnen lässt. Die Ausmasse der äusserst regelmässig angelegten Anlage betrugen rund 300 Meter in der Länge und etwa 420 Meter in der Diagonalen. An der Süd- und Ostseite sind nur noch einige Hügel zu erkennen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit des Dreissigjährigen Krieges (1618 bis 1648) kämpften in Europa die Protestanten gegen die Katholiken sowie die Habsburger gegen die Franzosen und deren Verbündete.

Die Drei Bünde und ihr Untertanengebiet Veltlin waren während der Bündner Wirren ein wichtiges Transitgebiet für die von Mailand aus operierenden spanischen Habsburger und die von Osten kommenden Österreicher. 1631 rückte Herzog von Rohan mit seinem Korps nach Graubünden ein, um den Befehl über die dort von Frankreich angeworbenen Truppen zu übernehmen. Mit Hilfe des Bündner Protestantenführers Jörg Jenatsch vertrieb er 1634 die Spanier und Österreicher aus dem Veltlin. Als die Franzosen das Veltlin nicht freigeben wollen, wandte sich Jenatsch gegen Rohan. Dieser kontrollierte in der 1631 bis 1635 von Johannes Ardüser erbauten „Landquarter Schanze“ bei den zwei einzigen Brücken über den Rhein und die Landquart nahezu den gesamten Nord-Süd-Verkehr.

Im Kettenbund wurde im Februar 1637 der Widerstand gegen Rohan geplant. Am 21. März 1637 marschieren die Bündner mit 3000 Mann vor die Schanze. Der überrumpelte Rohan hatte nur 1000 Mann zur Verfügung und musste abziehen. Die Schanze wurde später geschleift.

Gedenkstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plan der Anlage auf dem Gedenkstein

An der Kantonsstrasse Landquart - Maienfeld steht ein 1938 errichteter Gedenkstein mit der Inschrift Erbaut 1631 bis 1635 zum Schutze der Drei Bünde von Herzog Heinrich Rohan. Er zeigt die Form der Anlage im Massstab 1 : 1000.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rohanschanze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rohan-Schanze neu entdeckt

Koordinaten: 46° 58′ 30,6″ N, 9° 33′ 30,2″ O; CH1903: 761276 / 204855