Rohrbach (Ilm)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rohrbach
Rohrbach (Ilm)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rohrbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 37′ N, 11° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Pfaffenhofen an der Ilm
Höhe: 411 m ü. NHN
Fläche: 29,63 km2
Einwohner: 5936 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85296
Vorwahl: 08442
Kfz-Kennzeichen: PAF
Gemeindeschlüssel: 09 1 86 149
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hofmarkstraße 2
85296 Rohrbach
Webpräsenz: www.rohrbach-ilm.de
Bürgermeister: Peter Keck (SPD)
Lage der Gemeinde Rohrbach im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
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Rohrbach ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Durch die Bayerische Landesteilung von 1255 gehörte es zunächst zum Herzogtum Oberbayern, ab 1623 zum Kurfürstentum Bayern und ab 1806 zum Königreich Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rohrbach gehört zur Planungsregion Ingolstadt und liegt im Hopfenland Hallertau im Dreieck München, Ingolstadt und Augsburg.

Zur Gemeinde Rohrbach gehören die Ortsteile Buchersried, Fahlenbach, Fürholzen, Gambach, Ossenzhausen, Ottersried, Rohr, Rohrbach, Rinnberg und Waal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rohrbach wurde erstmals im Jahr 869 urkundlich erwähnt. Damals übergab die Nonne „Peretkund“ dem Freisinger Bischof Anno ihren Besitz „ad rorpahe“. Im 11. Jahrhundert ist eine „Oza de Rohrbach“ belegt. Sie gehörte zum Geschlecht der Herren von Rohrbach, die auch als „Rorbekher“ bezeichnet wurden und später als Ministeriale der Wittelsbacher Herzöge Bedeutung erlangten. Neben Besitzungen in Altbaiern besaßen sie auch Güter in Schwaben.

Stammsitz der Herren von Rohrbach war eine wehrhafte Burganlage auf dem Rohrbacher Turmberg. Sie wurde 1445 durch Ludwig den Bärtigen, Herzog von Bayern-Ingolstadt in einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den Herzögen von Bayern-München und Bayern-Landshut zerstört. Etwa seit dieser Zeit ist die Hofmark Rohrbach belegt. Erst im 16. Jahrhundert wurde die verfallene Burg aufgegeben und das jetzige Schloss in Ortsnähe aufgebaut.

Mit Johann, Heinrich und Moritz erlosch 1709 das Geschlecht der Herren von Rohrbach im Mannesstamm. 1711 wurde die Hofmark von Max Emanuel von Bertrand, Graf von Perusa erworben. Ihm folgte 1731 Maximilian Klemens Freiherr von Dürsch auf Rohrbach, Rohr, Gambach und Langweid, der 1734 bis 1737 das Schloss umbauen ließ. Dessen Sohn, Rittmeister Kajetan Freiherr von Dürsch, verkaufte die durch Kriege und Missernten abgewirtschaftete Hofmark Rohrbach am 1. Januar 1816 dem königlichen Finanzdirektor des Innkreises, Alois Koch. Dieser wurde 1817 durch den bayerischen König Maximilian I. Josef als „Alois Edler von Koch auf Rohrbach und Sünzhausen“ geadelt. Er erwarb sich große Verdienste um die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Hofmark und der Untertanen. Ihm folgte 1842 sein Sohn Joseph von Koch.

Mit der Verwaltungsneugliederung Bayerns gehörte die Hofmark Rohrbach ab 1803 zum Landgericht Pfaffenhofen im Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. Durch das Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 entstand die politische Gemeinde Rohrbach. Erst mit der Revolution 1848 in Bayern wurden die Vorrechte der Hofmarksbesitzer beseitigt. Die Bauern erhielten nun die Möglichkeit, ihre bisher im Pachtverhältnis bewirtschafteten Höfe abzulösen und in Besitz zu nehmen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wirtschaftlicher Aufschwung erfolgte mit der Inbetriebnahme der Bahnverbindung München–Nürnberg. In den Jahren von 1904 bis 1906 wurden der Raiffeisenverein gegründet, ein Elektrizitätswerk errichtet und die zentrale Wasserversorgung gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl deutlich an, da viele Vertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten in Rohrbach eine neue Heimat fanden. Wegen der Bevölkerungszunahme wurde Rohrbach, das bis dahin zur Pfarrei Waal gehörte, 1953 eine eigene Pfarrei.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Waal eingegliedert; am 1. Juli 1971 kamen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Burgstall hinzu. Rohr folgte am 1. Januar 1972[2] und am 1. Januar 1978 Fahlenbach und Gambach.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2523 Einwohner
  • 1970: 2983 Einwohner
  • 1987: 3461 Einwohner
  • 1991: 3824 Einwohner
  • 1995: 4479 Einwohner
  • 2000: 5089 Einwohner
  • 2005: 5511 Einwohner
  • 2010: 5771 Einwohner
  • 2015: 5936 Einwohner

Bis zur Jahrtausendwende verzeichnete Rohrbach stets einen der höchsten Zuwächse der Landkreisgemeinden. Nach dem Jahr 2000 reduzierte sich dies auf ein organischeres Wachstum. Im Sommer 2016 kam der 6000. Rohrbacher zur Welt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 61,4 %
 %
30
20
10
0
28,6 %
24,8 %
24,0 %
17,8 %
4,8 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 2014 Peter Keck (SPD).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CSU SPD FW BGR FDP Gesamt
2002 8 5 4 3 20
2008 6 6 4 3 1 20
2014 6 5 5 3 1 20

(Stand: 16. März 2014)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Rohrbach bei Mattersburg in Österreich.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Schwarz drei von links einpringende Spitzen; hinten eine durchgehende grüne Hopfenrebe.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Johannes der Täufer

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1998 bestanden nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im produzierenden Gewerbe 258 und im Bereich Handel und Verkehr 157 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 121 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1699. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 137 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1964 ha, davon waren 1692 ha Ackerfläche und 270 ha Dauergrünfläche.

Von wirtschaftlicher Bedeutung ist das Gewerbegebiet zwischen Bahnhof und Staatsstraße, wo sich seit Mitte der 1980er Jahre Betriebe aus den Bereichen Produktion, Logistik und Handwerk angesiedelt haben. Zudem wurden Betriebe aus den Bereichen Werbung, Dienstleistung und Informationstechnik gegründet. Außerdem befindet sich in Rohrbach die deutsche Niederlassung des PC-Monitorherstellers Iiyama sowie des führenden Softwareherstellers für Content-Management, die CONTENTSERV GmbH. Mit über 50 Mitarbeitern gehört sie zu den größeren Arbeitgebern der Gemeinde.

Seit 2014 entsteht in Rohrbach Oberbayerns erstes interkommunales Gewerbegebiet mit insgesamt 28 Hektar. Der Standort erstreckt sich entlang der Staatsstraße vom Ortsrand in Bahnhofsnähe bis nahe der Autobahn. Die Bereiche in Bruckbach bei der A9 gehören seit der Gemeindegebietsreform zur Wolnzacher Flur. Nach Abschluss der Bebauung wird Rohrbach zusammen mit Bruckbach zu den großen Gewerbestandorten der Region zählen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist geographisch und verkehrsmäßig Mittelpunkt des Landkreises Pfaffenhofen.

Der 1867 eröffneten Bahnlinie München–Ingolstadt folgten die Nebenstrecken von Wolnzach Bahnhof (heute Rohrbach-Ilm) nach Wolnzach Markt (1894) und 1895 in der Verlängerung nach Mainburg sowie nach Freising über Au und Langenbach (1909) (Hallertauer Lokalbahn). Die nördlich abzweigende Stichstrecke nach Geisenfeld wurde 1906 eröffnet. Die Fertigstellung der ICE-Strecke München–Nürnberg folgte ein Jahrhundert später im Jahre 2006.

Die Personenbeförderung auf den Hallertauer Nebenstrecken wurde zwischen 1969 und 1975 eingestellt, ebenso einige Jahre später der Güterverkehr. Heute sind die Strecken größtenteils stillgelegt (1996) und abgebaut (2004), nur zwischen Wolnzach und Rohrbach besteht noch ein regelmäßiger Güterverkehr; seit 2005 finden vereinzelt Sonderfahrten des „Wolnzach-Express“ statt. Den hauptsächlich auf den Schülerverkehr zugeschnittenen Personenverkehr übernehmen einzelne werktägliche Busverbindungen vom Bahnhof Richtung Wolnzach, Geisenfeld, Langenbruck und Pfaffenhofen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Feß (* 29. August 1923), Ruhestandspfarrer
  • Raymond Wilson (* 1928 in Sutton Coldfield, England), Astrophysiker, Kavli-Preisträger[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rohrbach (Ilm) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 550.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 586.
  4. http://www.rohrbach-ilm.de/index.php?id=0,166 Ergebnis Gemeinderat 2014 Rohrbach (aufgerufen am 1. Mai 2014)
  5. Informationsdienst Wissenschaft: Wilson erhält Kavli-Preis für Astrophysik
  6. Neuer Ehrenbürger in Rohrbach