Roi Alexandrowitsch Medwedew

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Roi Alexandrowitsch Medwedew (russisch Рой Александрович Медведев; * 14. November 1925 in Tiflis, Georgische Sozialistische Sowjetrepublik, Sowjetunion) ist ein sowjetischer/russischer Historiker und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war Politkommissar, wurde 1938 während des Großen Terrors verhaftet und starb 1941 im Gefängnis. Medwedew studierte Pädagogik und Philosophie an der Staatlichen Universität Leningrad. Er war in der Sowjetunion Leiter des Pädagogischen Verlages und in der Lehrerbildung tätig. Seit 1972 arbeitet Medwedew als freier Schriftsteller. Er wurde später ein renommierter Kritiker des Stalinismus.

Medwedew trat in der Zeit der Entstalinisierung 1956 in die KPdSU ein und wurde 1969 aus ihr ausgeschlossen. 1988 wurde sein Ausschluss aufgehoben. Medwedew stieg während der Zeit der Perestroika in das Zentralkomitee der KPdSU auf (1989-91).

Nach dem Zerfall der Sowjetunion galt Medwedew als einer der Führer der Bewegung für demokratischen Sozialismus, von 1991 war er einer der Vorsitzenden der Sozialistischen Partei der Werktätigen Russlands (Социалистическая партия трудящихся Российской Федерации). Er war ein vehementer Gegner des Augustputsches 1991 und auch des Regimes von Boris Jelzin. Wladimir Putin widmete er einige apologetische Bücher.[1]

Sein Zwillingsbruder ist der Biochemiker und ehemalige sowjetische Dissident Schores Alexandrowitsch Medwedew.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Urteil der Geschichte : Stalin und Stalinismus. [Hrsg. von Helmut Ettinger]. Berlin : Dietz
  • Der Produktionsunterricht an den sowjetischen Schulen. Übersetzung Walter Lange. Bearb. u. durch d. Analyse d. Stundentaf. u. Lehrpläne erg. von Wolfgang Heide. Berlin : VEB Verl. Volk u. Wissen, 1962
  • Sie sind ein psychiatrischer Fall, Genosse. Übersetzung aus dem Englischen von Leopold Voelker. München : Praeger, 1972
  • Kriga o socialističeskoj demokratii
    • Sowjetbürger in Opposition : Plädoyer f. e. sozialist. Demokratie. Vorw. von Iring Fetscher. Übersetzung aus dem Französischen von Wilhelm Thaler und Rolf Hanse. Hamburg : Claassen, 1973
  • К суду истории: генезис и последствия сталинизма (New York 1974).
    • Die Wahrheit ist unsere Stärke: Geschichte und Folgen des Stalinismus. Übersetzung aus dem Amerikanischen Günther Danehl. S. Fischer, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-10-050301-5
  • Solschenizyn und die sowjetische Linke : e. Auseinandersetzung mit d. Archipel GULag u. weitere Schriften. Berlin : Olle und Wolter, 1976
  • Oktober 1917. Aus d. Russ. von Helga Jaspers. Hamburg : Hoffmann und Campe, 1979
  • Problems in the Literary Biography of Mikhail Sholokhov, Cambridge University Press, 1977
  • Chruschtschow : eine politische Biographie. Aus d. Russ. von Anton Manzella. Stuttgart : Seewald, 1984
  • Они окружали Сталина (USA, 1984).
  • Хрущёв. Политический биография (USA, 1986).
  • Владимир Путин (2007).
  • Юрий Андропов (2007). Das Buch über Juri Wladimirowitsch Andropow erhielt die FSB-Prämie für Literatur 2007 ([1])

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerstin Holm: Geschichte richtet, in: FAZ, 14. November 2015, S. 15