Roland Baader

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Roland Baader (* 14. Februar 1940 in Kirrlach; † 8. Januar 2012 ebenda) war ein deutscher Volkswirt und als freier Publizist der Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Fachartikel zum klassischen Liberalismus. Auch war er regelmäßiger Autor der Zeitschriften eigentümlich frei und Schweizer Monat. Er war Student bei Friedrich August von Hayek an der Universität von Freiburg im Breisgau und Mitglied der Mont Pelerin Society.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baader, 1940 in Kirrlach geboren, war nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg zunächst als Unternehmer tätig. Nach dem Ende seiner Unternehmertätigkeit widmete er sich der Verbreitung der Freiheitslehre. Baader, in der Tradition von Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises stehend, warb in seinen Veröffentlichungen für einen Minimalstaat, auch wenn er zugab, dass die Anarchokapitalisten die seiner Meinung nach besseren Argumente hätten. Er klassifizierte in seinem Buch Die belogene Generation beispielsweise die Bundesrepublik Deutschland als Umverteilungs- und Wohlfahrtsstaat und stellte ein nur mangelhaft ausgeprägtes Marktwirtschaftsprinzip fest. Er kritisierte das staatliche Bildungswesen, welches es zu entstaatlichen gelte. Als Anhänger der Österreichischen Schule warnte er davor, dass die Reste marktwirtschaftlicher Prinzipien nach und nach weiter bis zur vollständigen Beseitigung eingeschränkt würden. So kritisierte er etwa das staatlich-monopolistische Währungssystem und bot als Alternativen den Goldstandard (nach Ludwig von Mises) oder ein System konkurrierender Währungsanbieter (free banking nach Friedrich August von Hayek) an.

Baader verband den Liberalismus mit dem Christentum. So bezeichnete er den Dekalog als Verfassung der Freiheit, der mit dem Sozialismus unvereinbar sei, da der Sozialismus gegen die meisten Gebote verstoße, wie etwa gegen das Diebstahlsverbot. Trotz seiner Affinität zum Christentum kritisierte er den heutigen Zustand der Kirche, die ihren moralischen Auftrag auf den Wohlfahrtsstaat abgewälzt und damit pervertiert hätte. Dadurch sei die Tendenz zur Sozialdemokratisierung der Kirche evident.

Roland Baader verstarb am 8. Januar 2012 im Alter von 71 Jahren.[1]

2015 wurde er postum mit der Hayek-Medaille ausgezeichnet.

Roland Baader Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2012 wurde vom Hamburger Institut für Austrian Asset Management (IfAAM) erstmals die Roland Baader Auszeichnung verliehen. Die Auszeichnung wird verliehen an Studenten und Unternehmer, die in besonderer Weise dazu beitragen, Baaders Ideen sowie Erkenntnisse der Österreichischen Schule der Nationalökonomie zu verbreiten und tätig in die Praxis umsetzen.

Die Preisträger des Jahres 2012 waren die Internetprojekte freitum.de (Tomasz M. Froelich), misesinfo.org (Andreas Marquart), mises-media.de (Mario Fleischmann) sowie die Students for Liberty.[2] 2013 ging die Auszeichnung an Peter Boehringer, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Edelmetallgesellschaft e. V.[3] Im Jahre 2014 erhielt Bruno Bandulet die Auszeichnung.[4] Der Preis ging 2015 an den Verleger und Publizist André F. Lichtschlag und geht 2016 an Robert Nef.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kreide für den Wolf. Die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus. Tykve, Böblingen 1991, ISBN 3-925434-47-X
  • Die Euro-Katastrophe. Für Europas Vielfalt – gegen Brüssels Einfalt. Tykve, Böblingen 1993, ISBN 3-925434-78-X
  • Die Enkel des Perikles. Liberale Positionen zu Sozialstaat und Gesellschaft. Resch, Gräfelfing 1995, ISBN 3-930039-33-8
  • Wider die Wohlfahrtsdiktatur. Zehn liberale Stimmen. Resch, Gräfelfing 1995, ISBN 3-930039-34-6
  • Fauler Zauber. Schein und Wirklichkeit des Sozialstaates. Resch, Gräfelfing 1997, ISBN 3-930039-59-1
  • Die belogene Generation. politisch manipuliert statt zukunftsfähig informiert. Resch, Gräfelfing 1999, ISBN 3-930039-67-2
  • (Hrsg.): Logik der Freiheit. Ein Ludwig-von-Mises-Brevier. Ott, Thun 2000; 2. A. 2008, ISBN 978-3-7225-0056-0
  • Totgedacht. Warum Intellektuelle unsere Welt zerstören. Resch, Gräfelfing 2002, ISBN 3-935197-26-8
  • Geld, Gold und Gottspieler. Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise. Resch, Gräfelfing 2004, ISBN 978-3-935197-42-7
  • Das Kapital am Pranger. Ein Kompaß durch den politischen Begriffsnebel. Resch, Gräfelfing 2005, ISBN 3-935197-45-4
  • Markt oder Befehl. 55 Streitschriften für die Freiheit. Lichtschlag, Grevenbroich 2007, ISBN 978-3-939562-01-6
  • Freiheitsfunken. Aphoristische Impfungen. Lichtschlag, Grevenbroich 2008, ISBN 978-3-939562-17-7
  • Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression. Resch, Gräfelfing 2010, ISBN 978-3-935197-57-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachrufe auf Roland Baader von Gerd Habermann sowie Jörg Guido Hülsmann in Junge Freiheit vom 13. Januar 2012. (PDF; 1,3 MB)
  2. Roland Baader Auszeichnung 2012, Misesinfo.org, 10. Juni 2012.
  3. .Roland Baader Auszeichnung 2013
  4. Roland Baader Auszeichnung 2014