Roland Bader

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Roland Bader (* 24. August 1938 in Wangen im Allgäu) ist ein deutscher Dirigent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roland Bader studierte ein Semester Kirchenmusik in Rottenburg am Neckar, absolvierte dann die sogenannte C-Prüfung für Organisten und studierte danach an der Musikhochschule Stuttgart, wo er Orgel (Nowakowski), Klavier (Lautner), Viola (Kessinger) und Komposition (Joh.Nep.David) studierte. Von Hans Hörner, 1958–1965 Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker und später Professor an der Musashino Musikhochschule Tokyo, erhielt Bader Privatunterricht zur Dirigenten-Laufbahn.

Nach seiner Ausbildung mit Abschlussexamen A in Kirchenmusik widmete Bader sich als Chorleiter und Organist der Kirchenmusik und den großen Oratorien sowie der sinfonischen Musik. Bader war als hauptamtlicher Kirchenmusiker in Böblingen (1960–1967) und Ludwigsburg (1967–1970) angestellt.

Daneben gründete er 1966 das „Philharmonia Vocal-Ensemble Stuttgart“ (SemiProfiChor) und das „Philharmonia-Kammerorchester Stuttgart“ (Mitglieder der großen Stuttgarter Orchester), die „Böblinger Bach-Abende“ (1960) und die „Philharmonia-Konzerte“ Ludwigsburg (1967). 1963 war die Ersteinspielung von Mendelssohns Elias für VOX New York mit den Stuttgarter Philharmonikern, dem Böblinger Liederkranz und dem Bachchor Böblingen. Es folgten Einspielungen von Ein deutsches Requiem von Brahms und Mozarts Requiem, Schumanns Missa sacra, C.M. v. Webers Jubelmesse, der Messkirchner Messe von Conradin Kreutzer, Mozarts Krönungsmesse und diverse Trompetenkonzerte mit Walter Schetsche (SDR) als Solist.

1970 übernahm Bader die Position als Musikchef der Städtischen Bühnen in Oberhausen. Sein Repertoire weitete sich in dieser Zeit auch auf die Spiel-Oper und die Operette aus, womit er mit seinem Musitheater-Ensemble auch viele niederländische Städte bespielte.

Weitere Stationen waren Essen – Dozent an der Folkwanghochschule 1971 bis 1976 für Dirigieren und Partiturspiel – und Berlin – Domkapellmeister und Leiter des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin – von 1974 bis 1991. Er leitete auch den Chor der Bonner Bach-Gemeinschaft (1972–1975) und war Gründer und Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule Berlin (1975–1987). Zahlreiche Rundfunkaufnahmen mit dem Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale Berlin und Tourneen in die USA, nach Australien und Japan zeichnen diese Zeit aus. Mit den Berliner Philharmonikern und dem Chor der St. Hedwigs-Kathedrale dirigierte Roland Bader 17 Mal in der Berliner Philharmonie chorsinfonische Werke von Verdi, Rossini, Bizet, Brahms, Elgar, Tschaikowski (Oper „Jeanne d'arc“), Berlioz und Beethoven. Mozarts Geistliches Singspiel "Die Schuldigkeit des ersten Gebots2 war mit Roland Bader 1980 zum ersten Mal szenisch in Berlin zu sehen. Regie führte August Everding.

Bekannt wurde er auch durch seine Schallplatten-/ CD-Aufnahmen mit Werken von Leopold Mozart (Missa solemnis), Wolfgang Amadeus Mozart (Die Schuldigkeit des ersten Gebots“), Franz Xaver Wolfgang Mozart (2 Klavierkonzerte), Jos. Haydn (Schöpfung), Gaetano Donizetti/Vincenco Bellini (je drei kleine Sinfonien), Franz von Suppé (Requiem), Ignaz Jan Paderewski (Orchesterwerke), Ludwig van Beethoven (Drei Hymnen), Charles Gounod/Ant. Bruckner (Cäcilienmesse/Te Deum), Friedrich Kiel (Stern von Bethlehem), Ermanno Wolf-Ferrar („La vita nuova“) und Opern-Einakter „Susannens Geheimnis“, Max Bruch „Messe op 35“, Max Reger Hebbel-Requiem, Lateinisches Requiem op. 145a, Dies Irae, E. T. A. Hoffmann. (Oper „Undine“, Miserere und Messe), Otto Nicolai „Te Deum“, Richard Wetz (Sinfonie Nr. 1), Mario Castelnuovo Tedesco (Konzerte für 2 Gitarren), Charles Koechlin (Silhouettes de Comédie op 193 f. Fagott & Orchester), Grażyna Bacewicz (Sinfonie Nr. 3), Henryk Mikołaj Górecki (Sinfonie Nr. 1), Stanisław Moniuszko (Opern-Ouvertüren), Boris Ljatoschinskij (Sinfonien Nr. 4 und 5), Joseph Joachim (Ouvertüren), Otto Nicolai (Te Deum), Muzio Clementi, Domenico Maria Puccini und Joh.Nep.Hummel (Klavierkonzerte und Rondo), Kurt Weill (Sinfonien Nr. 1 und 2), Hans-Georg Pflüger (Memento mori) u. a.

Bader dirigierte das RSO Berlin (heute DSO), das RSB Berlin mit Rundfunkchor und Chor der Staatsphilharmonie Krakau im Gedenkkonzert am 3. Oktober 1990 ("Britten „War-Requiem“ mit Julia Varady und Dietrich Fischer-Dieskau), Tokyo Philharmonic, Tokyo Symphony orchestra, Tokyo City Philharmonic, Seoul Philharmonic, Manila Philharmonic, Sydney Symphony, Melbourne Symphony, Edmonton Symphony (Kanada), Residenzorchester Den Haag, Limburgs Sinfonieorkest Maastricht, Philharmonia Hungarica, Mozarteum Orchester Salzburg, Camerata Academica des Mozarteums Salzburg (Europa-Tournee mit Maurice André), Sinfonieorchester des NDR Hamburg, Sinfonieorchester des WDR Köln, „Gürzenich-Orchester Köln“, Sinfonieorchester des SWR Baden-Baden, Sinfonieorchester des Saarländischen Rundfunks, Radiophilharmonie Hannover, Orchester der Beethovenhalle Bonn, Duisburger Sinfoniker, Stuttgarter Philharmoniker, Rundfunk-Sinfonieorchester und Staatsphilharmonie Krakau (dort war er drei Jahre Chefdirigent), Capella cracoviensis.

Roland Bader war von 1984 an drei Jahre lang auch Chefdirigent des NDR-Chors Hamburg. In diese Zeit fallen viele Produktionen sowohl mit Chor/+Sinfonieorchester und Fernsehkonzerte im Lübecker Dom (Silvesterkonzert 1984) und bei der Internationalen Nürnberger Orgelwochesowie Opernproduktionen beim NDR Hannover.

Als ständiger Gastdirigent arbeitete er an der Staatsoper Krakau, Staatsoper Łódź und Ukrainischen Staatsoper Charkow (internationale Opern-Tourneen); als Gast auch an der Staatsoper Budapest (La Traviata).

Drei Jahre war er summer school-Dirigent an der North Carolina School of the Arts in Winston-Salem. Jugendorchesterarbeit mit dem RIAS-Jugend-Sinfonieorchester Berlin und dem Landesjugend-Sinfonieorchester Berlin. Roland Bader war von 1988 bis 2006 Gast-Professor an der Musikhochschule TOHO Mimurodo Gakuen in Tokyo. In Japan dirigierte Bader von 1995 bis 2008 mit der Capella cracoviensis und später mit der Kammerphilharmonie der Krakauer Philharmoniker jährlich ein " education-program" mit besonders talentierten Kindern zwischen 7 und 18 Jahren; die Konzerte fanden zwischen Nagasaki und Hokkaido in zahlreichen großen Städten statt.

Roland Bader erhielt für seine Einspielung von Mozarts geistlichem Singspiel Die Schuldigkeit des ersten Gebots zusammen mit seiner Schallplattengesellschaft (damals KOCH-SCHWANN) den Preis der Wiener Flötenuhr.

Roland Bader wurde von Papst Paul VI. mit dem Ritter-Orden des Heiligen Gregorius ausgezeichnet. Bader ist Rotary-Mitglied.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]