Roland Benedikter

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Roland Benedikter

Roland Benedikter (* 1965) ist ein international tätiger europäischer Politikwissenschaftler und Soziologe, der auf dem Feld der Zeitanalyse arbeitet. Seine Spezialisierung ist die Politische Antizipation, die kontextuelle Politikanalyse sowie die "globale Systemverschiebung".

Zentren von Benedikters Interesse sind Politik- und Kultursoziologie, der multidimensionale globale Wandel sowie Inter- und Transdisziplinarität. Ein wesentlicher Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Neubewertung der Rolle des öffentlichen Intellektuellen in offenen Gesellschaften.

Benedikter hat Bücher geschrieben über multidisziplinäre Gesellschaftsentwicklung, Kultursymptomatologie, kontextuelle Politikanalyse und soziales Bankwesen. Ferner hat er eine (ebenso multidisziplinäre) 7-bändige Grundlegung des Postmaterialismus herausgegeben (Passagen Verlag Wien).

Seit 2015 ist er Research Professor für Multidisziplinöre Politikanalyse am Willy Brandt Zentrum der Universität Wroclaw-Breslau. Von 2008 bis 2015 war er Research Scholar an der University of California, Santa Barbara. 2009-13 war er Europäischer Stiftungsprofessor für Politische Analyse in residence an der University of California, Santa Barbara und Visiting Fellow / Research Affiliate an der Stanford University. Seit 2010 ist er auch Research and Teaching Associate an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder, Deutschland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Schulzeit am klassisch-humanistischen Gymnasium in Bruneck studierte Benedikter von 1984 bis 1992 komparatistische Kultur-, Sprach- und Literaturwissenschaft an der Innsbrucker Leopold-Franzens-Universität sowie an der Universität Padua.

1990 bis 1991 arbeitete er als Forscher für das österreichische Ministerium für Forschung und Wissenschaft an der Freien Universität Berlin zum Thema "Die Hermeneutik von Politik und Kultur", 1991 bis 1993 an der Universität Innsbruck als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung für Anglistik und Amerikanistik. Roland Benedikter wurde an der FU Berlin in Soziologie und Politikwissenschaft, sowie in Erziehungswissenschaft an der Universität Innsbruck promoviert. 1993–1996 war er am Aufbau der EURAC, der Europäischen Akademie für angewandte wissenschaftliche Forschung (mit Schwerpunkt auf Forschung zu Sprache, Ethnie sowie Minderheitenschutz) und der dreisprachigen Freien Universität, beide in Bozen, beteiligt.

Von 1995 bis 2003 arbeitete Benedikter als Sprecher bzw. "Persönlicher Referent" des Ministers für Kultur, Wissenschaft und Bildung der deutschsprachigen und ladinischsprachigen Minderheiten der Europa-Region Trentino-Südtirol. Zugleich war er auch als Sprecher des Vorsitzenden der Kommission für Kultur der Versammlung der Regionen Europas sowie des Vizepräsidenten der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen tätig. Seit demselben Zeitraum ist er auch für die Internationale Bürgergesellschaft aktiv.

Benedikter hatte zwischen 1996 und 2009 Gast- und Vertragsprofessuren an Universitäten und Denkfabriken in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien, Peru, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Bulgarien und der Türkei inne. Darunter sind: Columbia University New York, Georgetown University Washington DC, Villanova University Philadelphia, RMIT University Melbourne, University of Northampton, Universität Wien, Universität Sofia, Pontificia Universidad Católica del Perú Lima und die Mersin Üniversitesi.

Bis 2011 war er u.a. External Examiner zweier europäischer Master-of-Arts-Studiengänge (EIMP) in Sozial- und Erziehungswissenschaften der Universität von Plymouth sowie eines Studiengangs für Friedenserziehung in Kindergarten und Volksschule an der Universität Prishtina im Kosovo.

2014 ist Benedikter u.a.

  • Vollmitglied im "Board of Trustees" der Toynbee Prize Foundation, einer amerikanischen Einrichtung, die sich mit Zukunftsfragen der anglo-amerikanischen Hemisphäre befasst,
  • Vollmitglied eines der größten nicht parteigebundenen (bi-partisan) Think-tanks der USA, des Potomac Institute for Policy Studies Washington DC,
  • Vorstandsmitglied des Instituts für interdisziplinäre Forschung Ecolnet Bozen, und er dient auch als
  • "gelisteter" Experte für kulturpolitische Programme der EU und der italienischen Regierung.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siebendimensionale Methode des Verstehens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benedikters Publikationen befassen sich vor allem mit der Rolle von Kultur als Faktor in zeitgenössischer Gesellschaft und Politik. Benedikter wendet eine Methode des Verstehens auf die Erscheinungen von Gesellschaften an. Dabei befasst er sich beispielsweise mit der Globalisierung. Diese Methode ist multi-disziplinär und verwendet sieben Dimensionen. Er geht dabei von System- und Diskursrationalitäten von sechs Bereichen (typologische Diskursfelder) aus: Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion, Technologie und Demographie. Dabei verwendet er bei der Integration der sechs typologischen Diskursfelder (siehe oben) Ansätze sowohl der Systemtheorie als auch der Theorie des Sozialen Handelns.

Benedikterer verfolgt nun das Ziel, die sechs System- und Diskursrationalitätenin eine siebte Dimension hinein zu integrieren. Dadurch soll ein mehrdimensionales Verständnis der Globalisierung entstehen. Ziel ist es, „auf der Grundlage von Differenz als Motor und Gesetzmässigkeit der Modernisierung“ Vielfalt festzustellen und zu integrieren. Bei dieser Integration betrachtet Benedikter Phänomenologie, Urteilsbildung und Diskurs. Schließlich sollen der Begriff der Globalisierung und die Wahrnehmung der Globalisierung integriert werden.

Benedikter versteht die sechs Grunddimensionen in ihrer Wechselwirkung als Basis der funktionalen Gliederung der Gesellschaft. Diese Betrachtungsweise ist analog zu Max Weber oder Emil Durkheim, die in der Ausdifferenzierung und eigenlogischen Funktionsweise verschiedener sozialer Bereiche das Charakteristikum der „Moderne“ sahen. Die Gesamtheit der Wechselwirkungen der Grunddimensionen beschreibt Benedikter als die siebte Dimension. Diese siebte Dimension sei aufgrund ihrer „zeitspezifischen Kombination von Hyperkomplexität und Tiefenambivalenz“ nicht auf ihre Teile reduzierbar. Sie müsse daher in ihrer je spezifischen Komplexität im Schnittpunkt der verschiedenen Dimensionen erfasst werden.

Kontextbezogene politische Analyse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benedikter entwickelte eine sogenannte kontextbezogene politische Analyse. In dieser Analyse geht er inklusiv vor. Er basiert seine Analysen auf vier zentrale Entwicklungen der Zeitgeschichte: Das Ende des Neoliberalismus (Wirtschaft), das Ende der Neuen Weltordnung (Politik), das Ende der Postmoderne (Kultur) sowie die Renaissance der Spiritualität (Religion). Begleitet sind diese vier Entwicklungen laut Benedikter vom Aufstieg von Technologie zum gesellschaftlichen Faktor. Dieser Aufstieg von Technologie könne von keiner der vier genannten Diskurslogiken mehr vollständig kontrolliert werden sowie vom wachsenden Einfluss der Demographie, die im 21. Jahrhundert ökonomische, politische, kulturelle und religiöse Verschiebungen und Reibungskonflikte verursachen sowie deren Geltungszusammenhang verstärkt beeinflussen wird. Ziel ist eine Analyse, die Verwebung dieser Faktoren als "dasjenige, was mehr ist als die Summe seiner Teile" verstehen und berücksichtigen kann.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benedikter hat bisher fünf Wissenschaftspreise gewonnen, darunter den Dr. Otto Seibert Preis zur Förderung wissenschaftlicher Publikationen der Universität Innsbruck 2005, zuletzt den Klaus Reichert-Preis für Medizinphilosophie 2012.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Europa kann nicht bleiben, was es ist. Hintergründe und Perspektiven der europäischen Krise. Konrad Adenauer Stiftung Berlin 2013.
  • Nachhaltige Demokratisierung des Irak? Sozio-kulturelle und demokratiepolitische Perspektiven. Eine Fallstudie zur inklusiven Entwicklung gesellschaftlicher Paradigmen, Passagen Verlag Wien 2005, ISBN 978-3-85165-629-9.
  • Zusammen mit Ernst Ulrich von Weizsäcker: Report to the Club of Rome 2003 Limits to Privatization. How To Avoid Too Much Of A Good Thing (Englisch 2005, Deutsch 2006, Chinesisch 2007).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]