Roland Hemmo

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Roland Hemmo (2005)

Roland Hemmo (* 25. Februar 1946 in Weißwasser) ist ein deutscher Hörspielsprecher, Synchronsprecher und Schauspieler. Mit etwa 1900 synchronisierten Kino- und Fernsehfilmen sowie Werbespots und Hörspielen zählt er zu den meistbeschäftigten deutschen Synchronsprechern. Er ist die Standardstimme unter anderem von Brendan Gleeson und synchronisiert auch oft Colm Meaney.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur studierte Hemmo Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Als Darsteller wirkte er in der Folge in etwa 1500 Aufführungen mit, darunter an Spielorten wie dem Theater der Bergarbeiter Senftenberg, dem Landestheater Halle, dem Theater im Palast Berlin, dem Deutschen Theater Berlin, der Staatsoper Berlin und der Komischen Oper Berlin. Auf der Leinwand sah man ihn 2001 in dem Film Heidi M. Zudem wurde Hemmo gelegentlich für verschiedene Fernsehproduktionen verpflichtet.

Roland Hemmo war bereits in der DDR als Synchronsprecher aktiv und zählt aus heutiger Sicht zu den bekanntesten und insgesamt meisteingesetzten Synchronsprechern. Seine Synchronsprecherkarriere begann 1978 im DEFA-Synchronstudio in Leipzig mit der polnisch-sowjetischen Produktion Geschichten vom Piloten Pirx nach Stanislaw Lem. Im Animationsfilm Findet Dorie synchronisierte Roland Hemmo die Krake Hank. Obwohl sie viel Leinwandzeit miteinander haben, traf Hemmo seine Kollegin Anke Engelke (Synchronstimme von Dorie) erst auf der Deutschlandpremiere des Films. Beide hatten ihren Sprechpart allein im Synchronstudio aufgenommen.[1]

2006 gehörte Roland Hemmo zu den Mitbegründern des Interessenverbandes Synchronschauspieler (IVS). Der IVS wurde als Reaktion auf die sozialversicherungsrechtlich schwierige Situation der Synchronschauspieler gegründet. Von 2006 bis 2012 war er Beiratsvertreter für die Gruppe der Wortinterpreten in der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL). Er klagte 2014 mit Erfolg auf die Namensnennung von Synchronschauspielern.

Außerdem war er regelmäßig als Hörspielsprecher tätig. Von 1978 bis 2016 war er an 333 Hörspielen beteiligt, darunter in 135 Folgen der Serie Waldstraße Nummer 7.[2]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronisation (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bill Smitrovich

Brendan Gleeson

Brian Cox

Bruce McGill

Cedric the Entertainer

  • 2005: The Honeymooners als Ralph Kramden
  • 2005, 2008, 2012: Madagascar-Filmreihe als Maurice

Colm Meaney

Daniel von Bargen

David Ogden Stiers

Ian McNeice

James Gandolfini

James Pickens junior

John Ingle

Joji Yanami

Pete Postlethwaite

Ray Winstone

Richard Jenkins

Robert Pugh

Stellan Skarsgård

Sven Wollter

  • 2000: Das grobmaschige Netz als Van Veeteren
  • 2006: Moreno und das Schweigen als Van Veeteren
  • 2006: Van Veeterens schwerster Fall als Van Veeteren

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: Wilhelm Hampel : Die Karriere (Erich Sommer) – Regie: Joachim Gürtner (Kurzhörspiel aus der Reihe Waldstraße 7 – Rundfunk der DDR)
  • 1984: Erwin Ziemer: Vatersorgen (Erich Sommer) – Regie: Joachim Gürtner (Kurzhörspiel aus der Reihe Waldstraße 7 – Rundfunk der DDR)
  • 1986: Ulrich Waldner: Eine Wohnung unterderhand (Erich Sommer) – Regie: Detlef Kurzweg (Kurzhörspiel aus der Reihe: Waldstraße Nummer 7 – Rundfunk der DDR)
  • 1987: Bodo Schulenburg: Das Kälbchen und die Schwalbe (Ritter) – Regie: Manfred Täubert (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1988: Veit Stiller: Feuerwehrvergügen (Erich Sommer) – Regie: Detlef Kurzweg (Kurzhörspiel aus der Reihe: Waldstraße Nummer 7 – Rundfunk der DDR)
  • 1990: Jan Eik: Der letzte Anruf (Major Kühn) – Regie: Barbara Plensat (Hörspiel – Funkhaus Berlin)
  • 1994: Peter Mohr: Zur letzten Instanz (Theo, Wirt) – Regie: Holger Rink (Hörspiel – ORB)
  • 1999: Folge 88 Benjamin Blümchen als Cowboy (als Mike Donald)
  • 2008: Dark Lord (nach dem Roman Dunkler Lord: Der Aufstieg des Darth Vader von James Luceno) als Mas Amedda – Buch und Regie: Oliver Döring
  • 2008: ab Folge 89 Bibi Blocksberg (als Bürgermeister)
  • 2008: ab Folge 109 Benjamin Blümchen (als Bürgermeister)
  • 2009: Jörg-Michael Koerbl: Kosemund – Regie: Wolfgang Rindfleisch (Hörspiel – DKultur)
  • 2009: Matthias Wittekindt: Die Frau im Netz – Regie: Wolfgang Rindfleisch (Kriminalhörspiel – DLR)

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Blogbeitrag über Roland Hemmo | Media-Paten.com. Abgerufen am 1. November 2017.
  2. ARD Hörspieldatenbank. Abgerufen am 24. Oktober 2020.