Roland Paul

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Roland Paul (* 3. Februar 1951 in Landstuhl) ist ein deutscher Historiker und Volkskundler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roland Paul wuchs in der westpfälzischen Gemeinde Steinwenden auf und besuchte Schulen in Landstuhl bzw. Kaiserslautern. Ab 1971 studierte er zunächst an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz (EWH) in Landau (seit 1990: Universität Koblenz-Landau) die Fächer Deutsch, Geschichte und Soziologie und schloss das Studium mit dem Staatsexamen für den Schuldienst ab. Im Anschluss studierte er an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutsche Volkskunde und Geschichte. Nach dem 2. Staatsexamen im Jahre 1978 arbeitete Paul zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Heimatstelle Pfalz in Kaiserslautern, die später in Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde umbenannt wurde. Als Direktor dieses Instituts[1] ging er 2016 in den Ruhestand.

Paul, der in Kaiserslautern und Steinwenden lebt, war wiederholt Gastdozent an der Kutztown University in Pennsylvania.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1980 lassen sich neben seinen Monographien und Herausgaben über 250 Aufsätze in Büchern und Zeitschriften zählen, die hauptsächlich das Ergebnis seiner Geschichtsforschung darstellen. Schwerpunkt der Forschungen sind geschichtliche Sachverhalte aus der Region mit dem Hauptaugenmerk auf den pfälzischen Ein- und Auswanderungsbewegungen, die Geschichte der pfälzischen Juden,[2] der pfälzischen Volkskunde, der Hausforschung und der Denkmalpflege in der Pfalz.[3]

Das größte Aufsehen erregte er erst im Ruhestand, als im November 2016 in der Bildzeitung ein kleiner Beitrag von ihm über Friedrich Trump, den aus der Pfalz ausgewanderten Großvater Donald Trumps, erschien und international auf großes Interesse in Medien wie CNN stieß.[4][5][6][7][8] Die Lebensgeschichte Friedrich Trumps und auch seine gescheiterte Rückkehr und Ausweisung im Jahre 1905, die nach der Wahl seines Enkels zum US-Präsidenten im Zentrum des Interesses stand, war jedoch schon 2000 in dem Buch The Trumps von Gwenda Blair ausführlich dargestellt worden.[9]

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Amerika-Auswanderer Friedrich Trump aus Kallstadt und das Scheitern seiner Rückwanderung. In: Pfälzer Heimat. Band 67, 2016, S. 15–21.

Buchpublikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1683–1983. 300 Jahre Auswanderung Pfalz-Nordamerika (= Informationen der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz). Mainz 1983.
  • (gemeinsam mit Klaus Fischer und Wolfgang Knapp): Pfalz Card. Museen in Stadt, Dorf & Landschaft. Bad Dürkheim 1999.
  • (gemeinsam mit Dieter Zenglein): Quirnbach. Beiträge zur Ortsgeschichte. Festschrift zur 850-Jahrfeier der Gemeinde. Kusel 2002.[13]
  • (gemeinsam mit Alfred Schwerin): Von Dachau bis Basel. Erinnerungen eines jüdischen Pfälzers an die Jahre 1938 bis 1940. Kaiserslautern 2003, ISBN 978-3927754454.
  • (gemeinsam mit Thomas Christmann): Weltersbach. Streifzüge durch die Ortsgeschichte, herausgegeben von der Gemeinde Steinwenden. Kaiserslautern 2006.[14]
  • „Hier lebt es sich viel besser wie in Deutschland“. Briefe pfälzischer Auswanderer aus Nordamerika (1733–1899). Kaiserslautern 2008.[15]
  • „Hier hat man ein viel besseres Leben wie in Deutschland“. Briefe pfälzischer Auswanderer aus Nordamerika (1733–1899). Kaiserslautern 2009, ISBN 978-3-927754-65-2.
  • Die nach Gurs deportierten pfälzischen Juden. Eine Dokumentation. Kaiserslautern 2010.[16]

Herausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 800 Jahre Steinwenden – 550 Jahre Weltersbach. Beiträge zur Ortsgeschichte. Mackenbach 1980.
  • 300 Jahre Pfälzer in Amerika – 300 Years Palatines in America. Landau 1983, ISBN 978-3876290386.
  • (gemeinsam mit Friedrich Keller und Erich Brill): 600 Jahre Nanzdietschweiler. Beiträge zur Ortskunde. Homburg/Saarpfalz 1983.
  • 1000 Jahre Obermohr. Beiträge zur Ortskunde. 1990.
  • (gemeinsam mit Bernhard Gerlach): Kaiserslauterer Juden als Opfer der Verfolgung in der Nazizeit. 1938–1945. Kaiserslautern 1990.
  • (gemeinsam mit Werner Schwartz, Karl Scherer und Werner Seeling): Protestantisch-Evangelisch-Christlich. Werden und Profil unserer pfälzischen Kirche. Katalog zu der Ausstellung zum 175-jährigen Jubiläum der pfälzischen Kirchenunion 1818–1993.
  • (gemeinsam mit Karl-Friedrich Geißler und Jürgen Müller): Das Große Pfalzbuch. 7., völlig überarbeitete Auflage. Landau 1995, ISBN 978-3876292991.
  • (gemeinsam mit Karl Scherer): Pfälzer in Amerika – Palatines in America. Kaiserslautern 1995, ISBN 978-3927754294.
  • Willi Alwens: Das weiße Kreuz im Bienwald und der Schaidter Revierförster Johann Wilhelm Alwens (1787–1854). Kaiserslautern 1996.
  • (gemeinsam mit Karl Scherer und Otfried K. Linde): Psychiatrie im Nationalsozialismus. Die Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster 1933–1945. Kaiserslautern 1999, ISBN 978-3927754348.
  • (gemeinsam mit Nikolaus Götz und Dieter Müller): Die Schernau. Von der Arbeiterkolonie zu den Alten-, Pflege- und Übergangsheimen. Martinshöhe 1999.
  • (gemeinsam mit Werner Kremp): Die Auswanderung nach Nordamerika aus den Regionen des heutigen Rheinland-Pfalz. (= Atlantische Texte, herausgegeben von der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz e. V., Bd. 16). Trier 2002, ISBN 978-3884765111.
  • (gemeinsam mit Jürgen Keddigkeit, Jens Stöcker und Alexander Thon): Vestigiis Historiae Palatinae. Festschrift für Karl Scherer zum 65. Geburtstag. Kaiserslautern 2002, ISBN 978-3-927754-49-2.
  • (gemeinsam mit Bernhard Schäfer und Karl-Heinz Ott): 150 Jahre protestantische Kirche Steinwenden. Herberge auf dem Weg zum Reich Gottes. Steinwenden 2003, ISBN 978-3935030069.
  • (gemeinsam mit Klaus Freckmann, Hartmut Hofrichter und Burghart Schmidt): Historische Häuser in den ländlichen Regionen der Pfalz. (Beiträge zur pfälzischen Volkskunde, herausgegeben vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Bd. 11, und Schriftenreihe zur Dendrochronologie und Bauforschung, Bd. 5), Kaiserslautern 2005, ISBN 978-3894453589.
  • (gemeinsam mit Werner Kremp und Helmut Schmahl): Pfälzer in Amerika (= Atlantische Texte, herausgegeben von der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz e. V., Bd. 33). Trier 2010, ISBN 978-3-86821-224-2.
  • (gemeinsam mit Barbara Schuttpelz): Kaiserslauterer Jahrbuch für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Bd. 12, (Festschrift für Jürgen Keddigkeit zum 65. Geburtstag), Kaiserslautern 2012.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Curriculum Vitae, abgerufen am 11. Dezember 2012.
  2. Das pfälzische Judentum, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  3. Curriculum Vitae, abgerufen am 11. Dezember 2012.
  4. The Guardian, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  5. CNN, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  6. Allemagne: le village des ancêtres de Donald Trump fait profil bas (Memento vom 4. August 2017 im Internet Archive), in Le Point, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  7. Calrin, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  8. La lettera con cui il nonno di Trump fu espulso dalla Germania (Memento vom 23. November 2016 im Internet Archive), in La Stampa, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  9. Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations that Built an Empire. Simon & Schuster, 2000, ISBN 0-7432-1079-4.
  10. Historischer Verein der Pfalz, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  11. Verein für pfälzische Kirchengeschichte, abgerufen am 14. September 2016.
  12. Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  13. 968538312 – Katalogeintrag der Deutschen Nationalbibliothek
  14. Weltersbach, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  15. demokratiegeschichte.eu: Daniel Hertle (1821–1875), abgerufen am 12. Dezember 2012.
  16. Dem Vergessen entgegenwirken, abgerufen am 12. Dezember 2012,