Roland Vaubel

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Roland Vaubel (* 5. Januar 1948 in Obernburg am Main) ist ein deutscher Ökonom. Er lehrte von 1984 bis 2016 Volkswirtschaftslehre und Politische Ökonomie an der Universität Mannheim.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vaubel besuchte in Wuppertal die Schule.[1] Danach studierte er Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Philosophy, Politics and Economics (PPE) am St Peter's College der University of Oxford (Bachelor of Arts, 1970).[1] Zu seinen Lehrern in Oxford gehörte u.a. Sir Alec Cairncross.[1] 1972 erwarb er an der Columbia University in New York einen Master of Arts in Economics.[1]

Von 1973 bis 1978 und von 1981 bis 1984 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (ifW). An der Universität Kiel wurde er 1977 bei Herbert Giersch am Fachbereich für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit der Dissertation Strategies for currency unification: the economics of currency competition and the case for a European parallel currency zum Dr. sc. pol. promoviert und 1980 habilitierte er sich mit der Arbeit International coordination versus competition of national stabilization policies. In den Jahren 1979 bis 1981 war er zuerst Associate Professor und dann ordentlicher Professor an der Erasmus-Universität Rotterdam und schließlich Gastprofessor an der University of Chicago. 1984 erhielt er einen Ruf der Universität Mannheim, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2016 Volkswirtschaftslehre und Politische Ökonomie lehrte.[2]

Vaubel war Mitunterzeichner des eurokritischen Manifests „Die EG-Währungsunion führt zur Zerreißprobe“ (1992) und des Hamburger Appells (2005).[3] Er war einer der 68 Hauptzeichner der Wahlalternative 2013.[4] Vaubel war zeitweise Mitglied der CDU, der FDP und der AfD sowie des wissenschaftlichen Beirats der AfD.[5] Vaubel legte im Juli 2015 seine Ämter innerhalb der AfD nieder und schloss sich der Allianz für Fortschritt und Aufbruch an (heute Liberal-Konservative Reformer).

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkte von Vaubels Tätigkeit sind die internationale Währungspolitik, die Politische Ökonomie von Zentralbanken und internationalen Organisationen sowie die Wissenschaftstheorie.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strategies for currency unification. the economics of currency competition and the case for a European parallel currency (= Kieler Studien. 156). Mohr, Tübingen 1978, ISBN 3-16-340571-1.
  • Internationale Absprachen oder Wettbewerb in der Konjunkturpolitik? (= Vorträge und Aufsätze. 77) Mohr, Tübingen 1980, ISBN 3-16-343011-2.
  • Sozialpolitik für mündige Bürger. Optionen für eine Reform. Studie (= Studien zur gesellschaftlichen Entwicklung. Band 5). Nomos, Baden-Baden 1990, ISBN 3-7890-2068-0.
  • Europa-Chauvinismus. Der Hochmut der Institutionen. Universitas, München 2001, ISBN 3-8004-1424-4.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Roland Vaubel: Choice in European monetary union. 1979, S. 10.
  2. Lebenslauf auf uni-mannheim.de
  3. Ulrich Baßeler u. a.: Memorandum führender deutscher Wirtschaftswissenschaftler zur Währungsunion vom 11. Juni 1992. Aurecon Vermögensverwaltungsgesellschaft, 11. Juni 1992, abgerufen am 16. März 2017 (pdf, 139 kB).
    Unterzeichner des „Hamburger Appells“. Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut 30. Juni 2005, abgerufen am 16. März 2017 (pdf, 43 kB).
  4. Wählen Sie die Alternative! Gründer und Hauptzeichner. Wahlalternative 2013, archiviert vom Original am 13. Februar 2013, abgerufen am 16. März 2017.
  5. Roland Vaubel: Gegendarstellungen. Website der Universität Mannheim, 1. Oktober 2015, abgerufen am 1. Februar 2016 (pdf; 80 kB).
  6. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats; abgerufen am 21. Juli 2013.