Rolex

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ROLEX SA

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1905 in London[1]
Sitz Genf, SchweizSchweiz Schweiz
Leitung
  • Jean-Frédéric Dufour (CEO)
Mitarbeiterzahl unbekannt
Umsatz unbekannt
Branche Uhrenmanufaktur
Website www.rolex.com

Hans Wilsdorf (1881–1960) gründete 1905 den heutigen Uhrenkonzern Rolex.
Die fünfzackige Krone im Logo der Uhrenmarke Rolex ist nach einer Idee von Hans Wilsdorf entstanden.
Rolex Prince (ca. 1929) – heutiger Auktionswert mindestens 40'000 Euro
Rolex Precision (1954)
Rolex Sea-Dweller Deepsea – weltweit einzige Armbanduhr mit einer Wasserdichtigkeit bis 3'900 Meter (2008)
Beim Versuch den Ärmelkanal zu durchqueren trug Mercedes Gleitze 1927 eine Rolex Oyster.
Rolex Quartz Date – erste und bislang einzige limitierte Rolex-Serie mit Quartzwerk (1971)
Im U-Boot Trieste hat Rolex 1953 den ersten Uhrentest in der Tiefsee vollzogen.
Rolex-Konzernzentrale in Genf (2006)
Rolex-Produktionswerk in Biel/Bienne (2006)
Durch Hollywood-Star Paul Newman wurde die Rolex Daytona zum Kultobjekt (1971).
Stahl-Daytona (2007)
Kubas Revolutionsführer Fidel Castro mit einer Rolex Day-Date (1960)
US-Präsident Johnson mit einer Rolex Day-Date (1965)
Eine Rolex Day-Date in 18 Karat Gelbgold mit 145 Diamanten (Neupreis damals ca. 80.000 D-Mark, heutiger Auktionswert mindestens 100.000 Euro)
GMT-Master II (2010)
Rolex Submariner (2008)
Ernest Hemingway mit einer Rolex Perpetual (1953)
Datejust II (2013)
Heliumventil bei der Rolex Sea-Dweller (2009)

Die Rolex SA (Eigenschreibweise ROLEX) ist eine unabhängige Uhrenmanufaktur mit Hauptsitz in Genf in der Schweiz. Die Schweizer Manufaktur stellt mechanische Armbanduhren im Luxussegment her und wird zu 100 Prozent von der Hans Wilsdorf Stiftung kontrolliert. Rolex ist sehr wahrscheinlich die bekannteste Uhrenmarke der Welt.[2]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmensgründung in London (1905)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmensgründer von Rolex war der deutsche Emigrant Hans Wilsdorf, der 1893 mit zwölf Jahren Vollwaise wurde. In einem Internat in Coburg lernte er einen jungen Schweizer kennen, durch dessen Vermittlung er mit 19 Jahren nach La Chaux-de-Fonds kam, um dort im Uhren-Exportgeschäft von Cuno Kourten als Fremdsprachenkorrespondent zu arbeiten. Nachdem er dort mit Erfolg Taschenuhren bei Uhrmachermeistern bestellte, für diese ein Ganggenauigkeitszeugnis vom Observatorium Neuenburg erhalten und sie nach Grossbritannien exportiert hatte, beschloss er 1905, selbst in das Vereinigte Königreich auszuwandern und sich in London selbständig zu machen. Mit seinem Schwager Alfred Davis gründete er im Jahr 1905 in London die Firma Wilsdorf & Davis. Wilsdorf & Davis importierte Schweizer Uhrwerke von Jean Aegler nach Grossbritannien, um sie dort, nach der Endfertigung als Schweizer Uhren von Wilsdorf & Davis, anzubieten.[3][4][5]

Namensfindung (1908)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1900er-Jahre war es üblich, dass Uhren den Namen ihres Verkäufers und nicht den des Herstellers trugen. Diese Praxis stellte Wilsdorf vor eine enorme Herausforderung bei der Namenswahl für die Uhrenmodelle von Wilsdorf & Davis. Wilsdorf selber erklärte:

«Die Hindernisse schienen vorerst unüberwindbar; ich wusste aber, dass es für uns keine Zukunft geben würde, wenn es uns nicht gelänge, unsere Uhr unter ihrem eigenen Namen bekannt zu machen. Der erste Schritt war die Wahl des Namens selbst. Er war so kurz und dabei so einprägsam, dass daneben auf dem Zifferblatt der Name des englischen Uhrengeschäftes noch genügend Platz hätte. Was aber besonders wertvoll ist: ROLEX tönt gut, ist leicht zu behalten und wird zudem in allen europäischen Sprachen gleich ausgesprochen.»

Hans Wilsdorf, Gründer der Uhrenmarke ROLEX[6]

Rolex war der erste Uhrenhersteller, der den Markennamen auf das Ziffernblatt schrieb, diese Umstellung wurde jedoch sehr sanft vollzogen, so dass in den 1930er-Jahren noch Armbanduhren ohne Rolex-Aufdruck verkauft wurden. Etymologisch wurde die Wortherkunft für Rolex bis heute nicht wissenschaftlich geklärt. Historiker und Uhrensammler sind sich in der Herkunft und Bedeutung des Namens Rolex uneins. Die vielfach kolportierte Vermutung, der Name Rolex sei ein Akronym aus den englischen Wörtern Rolling Export (deutsch «rollender Export»), konnte historisch nie belegt werden. Es gibt für die Entstehung des Markennamens keine offiziellen Quellen, das Unternehmen Rolex selbst schreibt auf seiner Homepage, Zitat:

«Ich (Hans Wilsdorf) versuchte, die Buchstaben des Alphabets in alle Richtungen zu kombinieren – mit dem Ergebnis, dass ich nach einiger Zeit Hunderte von Namen zur Verfügung hatte, aber mit keinem wirklich zufrieden war. Eines Morgens, ich saß gerade auf dem Oberdeck des Pferdeomnibusses, der die Cheapside in der City of London entlangfuhr, flüsterte mir ein guter Geist zu: ROLEX»

Homepage von www.rolex.com[7]

Historisch belegt ist, dass Hans Wilsdorf am 2. Juli 1908 im Londoner Patent- und Markenamt unter der Nummer 24.001 ROLEX als offizielle Marke registriert hat.

Umzug nach Biel/Bienne (1915)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die hohen Einfuhrzölle während des Ersten Weltkrieges zu umgehen, verlegte Wilsdorf 1915 den kompletten Firmensitz von London nach Biel/Bienne (Schweiz). Weil kriegsbedingt wichtige Absatzmärkte im Ausland wegbrachen, konzentrierte sich Wilsdorf zu dieser Zeit, Rolex als neue junge Marke in der Schweiz zu etablieren. Zudem war der Neuaufbau, während der Kriegszeit, anspruchsvoller und zeitintensiver als geplant. Erst am 17. Januar 1920 konnte Wilsdorf in Genf die Firma Montres Rolex SA offiziell ins Schweizer Handelsregister eintragen lassen. Zu diesem Zeitpunkt war Wilsdorf alleiniger Inhaber und verantwortlich für die Geschäftsführung von Rolex.

Wilsdorf erkannte lange vor seinen Mitbewerbern einen gewaltigen Markt für Armbanduhren, die bis Anfang der 1920er-Jahre wenig verbreitet waren und hauptsächlich von Frauen als reine Schmuck Accessoires getragen wurden. Männer haben in dieser Zeit hauptsächlich Taschenuhren getragen. Zudem glaubte man, dass die Gehäusegrösse bei Armbanduhren zu klein für die damaligen Uhrwerke sei. Herrmann Aegler bestärkte jedoch seinen langjährigen Freund und Geschäftspartner Hans Wilsdorf darin, seinen Traum von Armbanduhren für jedermann, zu erfüllen. Aegler lieferte die passenden kleinen Werke und konnte ihre Funktionsfähigkeit durch Ganggenauigkeitszeugnisse beweisen. Vor dem Ersten Weltkrieg versprachen sich die Partner per Handschlag, exklusiv zusammen zu arbeiten. Ein schriftlicher Vertrag für die folgende jahrzehntelange Zusammenarbeit existierte jedoch nie.[8]

Marketingerfolg (1927)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1926 stellte Rolex der Öffentlichkeit die weltweit erste patentierte wasserdichte Uhr unter dem Namen Oyster vor. Die Londoner Sekretärin Mercedes Gleitze unternahm am 7. Oktober 1927 als erste Engländerin den Versuch, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Wilsdorf erkannte die Chance, seine neue Uhr einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Er schenkte Gleitze eine Oyster-Uhr, unter der Bedingung, sie bei ihrer Kanaldurchquerung zu tragen und so der ganzen Welt die herausragende technische Qualität seiner Erfindung zu beweisen. Gleitze stimmte zu. Ihr Versuch scheiterte aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse nur knapp vor dem Erreichen der französischen Küste. Die Rolex Oyster, die Gleitze beim Schwimmen um den Hals trug, hat die Salzwasser-Einwirkungen problemlos überstanden und lief nach acht Stunden im kalten Wasser genau. Für Hans Wilsdorf war die gescheiterte Kanaldurchquerung von Mercedes Gleitze ein sensationeller PR-Triumph. Für 4'000 Pfund lancierte er einen Monat später eine ganzseitige Werbeanzeige bei der Englischen Tageszeitung Daily Mail. Der Werbespruch «Die Wunderuhr, die den Elementen trotzt», machte die Marke Rolex im November 1927 weltbekannt. Das ab den 1930er-Jahren verwendete tonnenförmige Design ist seither weitestgehend unverändert geblieben. 1931 hat Rolex zum ersten Mal in der wasserdichten Armbanduhr Oyster Perpetual ein Automatikuhrwerk (Selbstaufzug) eingebaut und weltweit patentieren lassen.

Kundenservice im Zweiten Weltkrieg (1939–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als bekannt wurde, dass viele deutsche Offiziere im Zweiten Weltkrieg britischen Kriegsgefangenen ihre Rolex-Uhren abnahmen, um diese selbst zu tragen, ordnete Hans Wilsdorf an,

«[…] dass jeder britische Soldat, der sich eine Rolex-Uhr anschaffen will, bevor er in den Krieg zieht, seine Rolex erst zu bezahlen hat, wenn sie mit ihm aus dem Krieg zurückkommt.»

Hans Wilsdorf[9]

Diese Geste hat man dem Unternehmen Rolex vor allem bei britischen Kunden nie vergessen. Ein Jahr vor Kriegsende starb am 26. April 1944 die erste Ehefrau von Hans Wilsdorf (Florence Frances May Wilsdorf-Crotty). Im Jahr 1945 gründete Wilsdorf eine gemeinnützige Stiftung unter dem Namen Fondation Hans Wilsdorf (Hans Wilsdorf Stiftung).

Modellinovationen (1950er)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1953 wurde zum ersten Mal die Submariner vorgestellt, die heute als Prototyp für Taucheruhren gilt. Durch das Dreifachdichtungssystem Triplock hatte die damalige Submariner eine Wasserdichtigkeit von 100 Metern erreicht (Ref. 6204). Die Submariner wird heute bis 30 bar geprüft, was dem Druck einer angenommenen Wassersäule von 300 Metern entspricht. Uhren dieser Gruppe sind beispielsweise zum geräteunabhängigen Apnoetauchen geeignet. Eine weitere bedeutende Taucheruhr, die 1971 aus der Submariner weiterentwickelt wurde, ist das Modell Sea-Dweller, die über ein Heliumventil für Tiefseetaucher verfügte. Sie war damals bis 610 Meter wasserdicht. Für die Erstbesteigung des Mount Everest im Jahre 1953 entwickelte Rolex das Uhrenmodell Explorer, das Temperaturunterschiede von bis zu 70 Grad Celsius verkraftete. 1954 beauftragte die US-Fluggesellschaft Pan Am das Unternehmen Rolex, einen Zeitmesser zu entwerfen, der eine zweite Zonenzeit anzeigt. Der Hintergrund: Bei Transatlantikflügen passieren die Flieger mehrere Zeitzonen. Damals musste sowohl die Weltzeit Greenwich Mean Time (GMT) als auch die Lokalzeit am Zielort verfügbar sein. Die innovative Lösung von Rolex: ein vierter Zeiger für die GMT-Master. Dieser vierte Zeiger umläuft das Zifferblatt innerhalb von 24 Stunden und zeigt die zweite Zonenzeit auf einer drehbaren Lünette, die im oberen Teil blau und im unteren rot erscheint. Am 30. September 1953 hat Rolex zum ersten Mal einen Uhrentest in der Tiefsee vollzogen. An der Aussenwand vom U-Boot Trieste befestigte Rolex eine speziell konstruierte Taucheruhr. Die Taucheruhr überstand damals eine Rekordtiefe von 3'150 Metern. An Bord der Trieste war der Tiefseeforscher Auguste Piccard mit seinem Sohn Jacques Piccard. Das gleiche Uhrenmodell bestand am 23. Januar 1960 einen zweiten Tiefseetest, diesmal im Marianengraben (Pazifik). Diese Rolex schaffte 10'916 Meter Wassertiefe, was dem Druck von etwa einer Tonne entspricht.[10][11][12]

Seit Ende der 1950er-Jahre ist die fünfzackige Krone, die sich über dem Schriftzug Rolex befindet, designtechnisch nicht mehr verändert worden. Sie ist heute Hauptbestandteil der Marke Rolex.

Tod von Hans Wilsdorf (1960)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. September 1959 gab Wilsdorf sein erstes und einziges Fernsehinterview. Hans Wilsdorf starb am 6. Juli 1960 im Alter von 79 Jahren auf seinem Sommersitz Escale-Fleurie in Genf. Wilsdorf war zweimal verheiratet. Die Ehen blieben kinderlos, die zweite Ehefrau von Wilsdorf, Bertha Betty Wilsdorf-Mettler, starb im Jahr 1989.

Sein damaliges Millionenvermögen und die hundertprozentigen Eigentumsrechte an der ROLEX S.A. hinterliess Wilsdorf der Hans Wilsdorf Stiftung. Diese Stiftung ist seitdem nach Art. 80 bis 89 Zivilgesetzbuch (ZGB) dem schweizerischen Stiftungsrecht untergeordnet. Die Wilsdorf Stiftung ist heute die alleinige Eigentümerin der ROLEX SA. Nur die Wilsdorf Stiftung bestimmt und verantwortet die Unternehmensentwicklung von Rolex.[13]

Wettrennen mit Seiko (1960er)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolex führte in den 1960er-Jahren mit dem japanischen Uhrenkonzern Seiko ein Wettrennen um die erste Quarz-Armbanduhr. Die Japaner gewannen das Rennen und präsentierten der Weltöffentlichkeit im Dezember 1969 mit der Seiko Quartz-Astron die erste serienreife Quarz-Armbanduhr der Welt. Die Schweizer präsentierten im April 1970 mit dem Modell Rolex Quartz Date (Ref. 5100) die erste Quarz-Armbanduhr aus dem Hause Rolex. Durch die vorgegebene Werksform konnte Rolex damals kein Oyster-Gehäuse mehr verwenden, da dieses zu gross ausgefallen wäre. Die resultierende Uhr war nur in Gelb- oder Weissgold erhältlich; es wurden 900 Exemplare in Gelbgold und 99 in Weissgold gefertigt, die alle keine normalen Seriennummern, sondern lediglich ihre Limitierungsnummern trugen. Die Serie war bereits vor Produktionsstart ausverkauft.

Mythos Stahl-Daytona (seit 1969)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1903 und 1935 fanden am Sandstrand in Daytona (Vereinigte Staaten) regelmässig Motorsportwettbewerbe statt. In Daytona wurden 80 offizielle Rekorde aufgestellt, darunter 14 US-Geschwindigkeitsrekorde. Daytona wurde bekannt als Welthauptstadt der Geschwindigkeit. Rolex-Gründer Hans Wilsdorf erkannte früh das Vermarktungspotenzial im Motorsport und förderte den englischen Rennfahrer Malcolm Campbell, der mehrfach Weltrekorde aufstellte. Die Förderung des Motorsports ist seitdem bei Rolex gängige Vermarktungspraxis. Im Jahr 1963 präsentierte Rolex den ersten Chronographen unter dem Namen Rolex Daytona. Die damalige Präsentation des Chronographen, der bei Rolex Cosmograph heisst, war in der Uhrenbranche kein besonderes Ereignis. Die Genfer Manufaktur hatte 1947 einen robusten Chronographen mit zusätzlichen Funktionen wie einem Vollkalender produziert. Mitte der 1960er-Jahre kostete eine Rolex Dayton in der Schweiz etwa 1'400 Schweizer Franken. Zu dieser Zeit waren die Daytonas wenig gefragt und wurden von vielen Rolex-Konzessionären als unbeliebte Ladenhüter verschmäht.

Erst durch den Hollywood-Blockbuster Indianapolis aus dem Jahr 1969, in dem Hollywood-Star Paul Newman den Rennfahrer Frank Capua spielt und eine Stahl-Daytona trägt, wurde der Chronograph von Rolex weltbekannt und zum Kultobjekt. Insbesondere die Modelle mit Stahlgehäuse aus den späten 1960er-Jahren (1967 bis 1971) erreichen heute Rekordsummen und sind weltweit begehrt. Äusserst beliebt bei Uhrensammlern und Auktionshäusern sind die berühmten Paul Newman Daytonas. Erkennungsmerkmale sind:

  • drei schwarze Totalisatoren
  • weisses Zifferblatt hinter Plexiglas
  • Sekundenzeiger mit weisser Pfeilspitze
  • roter Schriftzug für Daytona und Minuterie
  • zwei unverschraubbare Chronographendrücker ohne Flankenschutz
  • Edelstahl-Lünette mit eingravierter Tachymeteranzeige (die Skalierung der Tachymeteranzeige ist im Farbton schwarz gehalten)

Diese Modelle werden heute auf Uhrenauktionen ab 100'000 Euro angeboten. Eine Daytona mit Referenz 6239 aus dem Privatbesitz von Paul Newman wurde im Jahr 2017 für umgerechnet 15,3 Millionen Euro versteigert und war damals die teuerste Armbanduhr der Welt.[14][15][16]

Tudor als Zweitmarke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1936 erwarb Hans Wilsdorf die Rechte an der Marke Tudor vom Schweizer Uhrmacher Philippe Hüther. Die neue (preisgünstigere) Marke Tudor sollte sich auf Damen- und Herrenkollektionen gleichermassen spezialisieren. Die Garantie für die technischen, ästhetischen und funktionalen Eigenschaften übernahm die Rolex SA, ebenso wie den Vertrieb und den Kundendienst. Die Marke Tudor nutzt heute unter anderem zugekaufte Werke der Firma ETA SA.

Standarduhrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rolex-Kaliber 3135, das in verschiedenen Ausgestaltungen allen Dreizeigeruhren von Rolex zugrunde liegt, ist konstruktiv auf Robustheit, Genauigkeit und lange Wartungsintervalle ausgelegt. Es weist einige konstruktive Eigenheiten auf, wie rot eloxierte Bauteile, eine Breguet-Spirale und einen Aufzugsmechanismus, bei dem die Achse der Schwungmasse in einem Sitz aus synthetischem Rubin gelagert ist (normalerweise wird der Rotormechanismus Stahl in Stahl als Kugellager gebaut). Die Reglage erfolgt nicht, wie bei den meisten mechanischen Uhrwerken, über einen Rückerzeiger, der die wirksame Länge der Spirale verändert, sondern über das Microstella-System. Die innen am Unruhreif montierten sternförmigen Muttern verändern über deren Verstellung das Trägheitsmoment der Unruh.

Aktuelle Kaliber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Kaliber, die von Rolex verbaut werden, werden von der Contrôle officiel suisse des chronomètres (COSC) als Chronometer zertifiziert.

  • Rolex 2231, ohne Datum (verwendet in Oyster Perpetual)
  • Rolex 3130, ohne Datum, mit Parachrom-blue-Spirale (verwendet in Submariner No Date)
  • Rolex 3132, ohne Datum, mit Parachrom-blue-Spirale (verwendet in Explorer I und Oyster 39 Millimeter)
  • Rolex 3135, mit Datum und Parachrom-blue-Spirale (verwendet in Submariner Date und Sea-Dweller Deepsea)
  • Rolex 3235, mit Datum und Parachrom-blue-Spirale und Chronergy Hemmung und 70 Stunden Gangreserve (verwendet in Sea-Dweller – Ref. 126600 und Deepsea 126610)
  • Rolex 3136, mit Datum und Parachrom-blue-Spirale (verwendet z. B. in Datejust II)
  • Rolex 3156, Wochentag, mit Parachrom-blue-Spirale (verwendet in Day-Date)
  • Rolex 3186, GMT-Funktion, Parachrom-blue-Spirale (verwendet in GMT-Master II 116710LN und BLNR und alter Explorer II – Ref. 16570)
  • Rolex 3285, GMT-Funktion, Parachrom-blue-Spirale und Chronergy Hemmung und 70 Stunden Gangreserve (verwendet in GMT-Master II 126710BLRO)
  • Rolex 3187, GMT-Funktion, separat einstellbar Parachrom-blue-Spirale und Paraflex-Antischocksystem (Kaliber bisher exklusiv verwendet in neuer Explorer II – Ref. 216570)
  • Rolex 4130, Chronographen-Funktion, ohne Datum (verwendet in Cosmograph Daytona)
  • Rolex 9001, mit Datum, Jahreskalender, GMT-Funktion (verwendet in Sky-Dweller)

Ruf von Rolex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einigen historisch begründeten Besonderheiten haben vor allem folgende Alleinstellungsmerkmale zum heutigen Ruf der Uhrenmarke Rolex beigetragen:

  • Fast alle der aktuell (2020) erhältlichen Uhrenmodelle gab es in ihrer jetzigen Erscheinungsform bereits seit den 1950er-Jahren. Zwar gab es an den meisten Modellen technische Anpassungen, diese Anpassungen wurden in den letzten 70 Jahren sehr langsam und in behutsamen Schritten vollzogen. Diese Kontinuität ist einer der Hauptgründe für die hohe Beliebtheit der Marke Rolex bei Uhrensammlern.
  • Die rigiden Qualitätsansprüche, die Rolex bei der Herstellung seiner Uhren zugrundelegt, haben branchenweit Vorbildcharakter.
  • Alle Uhren werden von der unabhängigen Schweizer Kontrollstelle COSC auf ihre Ganggenauigkeit kontrolliert.
  • Materialverarbeitung, Präzision, Funktionssicherheit und die Langlebigkeit von Rolex-Uhren sind international anerkannt.
  • Im Gebrauchtuhrenhandel haben die Uhren aus Genf nur einen marginalen Wertverlust (je nach Erhaltungszustand). So erzielen beim Privatverkauf selbst weniger gefragte Rolex-Modelle einen relativ hohen Gebrauchtmarktpreis.

Rolex-Uhren vom Graumarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachfrage nach bestimmten Professional-Modellen, wie zum Beispiel nach einer Stahl-Daytona, einer Batman mit Jubilee-Band oder einer Submariner-Hulk, haben sich seit den 2010er-Jahren massiv gesteigert. Jahrelange Wartezeiten bei offiziellen Rolex-Konzessionären sind für bestimmte Modelle üblich. Um diese Wartezeit zu umgehen, sind einige Privatkunden bereit, auf dem Graumarkt ihr Wunschmodell zeitnaher zu erwerben. Grauhändler nutzen diese Nachfrage aus und verlangen einen deutlich höheren Preis für eine Rolex-Uhr als den tatsächlichen Listenpreis.

Händler, die im Graumarkt tätig sind, erwerben Rolex-Modelle häufig im Ausland, um von Differenzen bei der Mehrwertsteuer und/oder den Devisenschwankungen zu profitieren. Einige Graumarkthändler arbeiten mit Konzessionären zusammen. Diese Grauhändler kaufen zum Beispiel offiziell beim Konzessionär eine Rolex-Uhr zum Listenpreis, um sie unmittelbar (ungetragen und original verpackt) wieder zum sehr viel höheren Graumarktpreis an Privatkunden zu veräussern. Der Gewinn wird zwischen Grauhändler und dem offiziellen Konzessionär geteilt. Das hat für den offiziellen Konzessionär den Vorteil, dass er stets seine Absatzziele gegenüber dem Uhrenhersteller erfüllt. Für den Privatkunden entfällt die oft jahrelange Wartezeit für seine Wunschuhr und der Uhrenhersteller profitiert indirekt vom Rummel seiner Marke, ohne direkt grosse Geldbeträge in die Vermarktung zu investieren.[17][18][19]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolex ist weltweit sehr aktiv in der Vermarktung mit Prominenten aus Sport, Wissenschaft, Musik und Kunst. Rolex finanziert mehr als 100 Grossveranstaltungen – von den Tennismeisterschaften in Wimbledon, über die Verleihung der Oscars, bis hin zur Architekturbiennale in Venedig. Zudem fördert Rolex mehr als 140 Markenbotschafter, darunter den Tennisspieler Roger Federer, die Meeresbiologin Sylvia Earle, sowie den Regisseur Martin Scorsese. Der Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway war Träger einer Rolex Perpetual, die er in seinem Werk Über den Fluss und in die Wälder verewigt hat. Bundeskanzler Konrad Adenauer war Besitzer einer Rolex-Uhr, möglicherweise ein Geschenk der Firma Rolex aus Genf.[20][21][22] Folgende Veranstaltungen unterstützt die Firma Rolex:

Unternehmenskultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rolex SA ist ein extrem konservatives und äusserst verschwiegenes Unternehmen. Rolex gibt grundsätzlich keine Geschäftszahlen bekannt. Die Uhrenmanufaktur stellt angeblich zwischen 700.000 und 900'000 Uhren im Jahr her und beschäftigt zwischen 6'000 und 8'000 Mitarbeiter. Offizielle Zahlen und Daten sind nicht bekannt. Laut eigenen Angaben verfügt das Unternehmen weltweit über 28 Niederlassungen und ein Netzwerk von über 4'000 von Rolex lizenzierten Uhrmachern. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1905 hat Rolex über 400 Patente angemeldet und schützen lassen. Im Jahr 2004 wurden die beiden juristisch unabhängigen Unternehmen Rolex SA und Montres Rolex SA zur neuen Rolex SA zusammengeführt. Auf den Forbes-Weltranglisten für die Jahre 2016 und 2017 lag Rolex auf dem ersten Platz für die angesehenste Marke der Welt.

Die Rolex Deutschland GmbH hat ihren Sitz in der Dompropst-Ketzer-Strasse 1–9 in Köln.[23][24]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolex Jubiläum 1905–1920–1945. Montres Rolex S.A., Genf 1945.
  • Rolex Jubilee Vade Mecum. 4 Bände. Montres Rolex S.A., Genf 1946.
  • Hans Wilsdorf. Montres Rolex S.A., Genf 1960.
  • Franz-Christoph Heel (Hrsg.): Rolex – Armbanduhren. Heel, Königswinter 2009, ISBN 978-3-86852-189-4.
  • Martin Skeet, Nick Urul: Klassische Rolex Sportuhren. Alle Modellreihen seit 1952. Heel Verlag Königswinter 2011, ISBN 978-3-86852-468-0.
  • Kesaharu Imai: Rolex. 2421 Uhren. Callwey, München.
  • Hundertjahrfeier der Fabrik 1878–1978. Manufacture des Montres Rolex, Biel 1978.
  • George Gordon: Rolex. Hans Wilsdorf and the Evolution of Time. Hongkong 1989.
  • Anton Kreuzer, Gisbert A. Joseph: Rolex. Klagenfurt 1991.
  • Osvaldo Patrizzi: Rolex Wristwatches. Genf 1991.
  • Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 40 f. (Kaliber 100 bis 1530) und öfter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rolex – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://iwc.com.pk/the-hans-wilsdorf-story-founder-of-rolex/
  2. https://www.gq-magazin.de/mode/artikel/rolex-alles-fachwissen-und-die-statement-pieces-der-luxus-uhrenmarke
  3. https://www.bachmann-scher.de/magazin/luxusuhren-markenstories/rolex/rolex-markenstory-und-geschichte.html?tx_bswatches_watches%5Bcategory%5D=20&cHash=5a6b7823ebe9227dc1ce9657708acea9
  4. https://www.kulmbach.de/xist4c/web/Hans-Wilsdorf---Kulmbach_id_802_.htm
  5. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner, Christian-Pfeiffer-Belli: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 501.
  6. Hans Wilsdorf: Rolex Jubiläums Vademecum: Band 1 Von Stufe zu Stufe. Montres Rolex S.A. 1945. S. 14.
  7. https://www.rolex.com/de/about-rolex-watches/1905-1919.html
  8. Das Rolex-Prinzip. In: Weltwoche 12/17
  9. https://www.gf-luxury.com/3-geheimnisse-ueber-rolex-uhren/
  10. Roger Ruegger: Die Rolex Deep-Sea Special diveintowatches.com, 2003
  11. https://www.watchtime.net/uhren-wissen/5-fakten-ueber-rolex/
  12. https://www.zeitjuwel.de/uhren/blaken---rolex---nuernberg---zeitjuwel/blaken-pan-am-gmt-m.html?language=de
  13. https://www.youtube.com/watch?v=HnZSZxyC0ZQ
  14. https://www.youtube.com/watch?v=b2qVPLbZrko
  15. https://www.uhrenkosmos.com/rolex-daytona-chronograph-technik-geschichte-2/
  16. https://www.spiegel.de/stil/rolex-daytona-von-paul-newman-ist-die-teuerste-uhr-der-welt-a-1174986.html
  17. https://www.handelsblatt.com/archiv/manche-modelle-sind-immer-rar-glanz-vom-graumarkt/2287860-all.html
  18. https://www.wiwo.de/lifestyle/luxusuhren-das-gute-graue-geschaeft-mit-rolex-und-omega/20078526.html
  19. https://www.gq-magazin.de/mode/artikel/rolex-alles-fachwissen-und-die-statement-pieces-der-luxus-uhrenmarke
  20. Carlo Janka wirbt neu für Luxus-Uhrenmarke Rolex, Schweizer Illustrierte, 6. März 2010
  21. Wolfgang Stock: Hemingways Uhr, in Hemingwayswelt.de, vom 3. Juli 2013
  22. Rose-Maria Gropp: Konrad Adenauers Bling-Bling. faz.net, 5. November 2011; abgerufen am 9. November 2011
  23. Unternehmensstudie des Branding-Institute (PDF)
  24. rolexmagazine.com