Rolf-Bernhard Essig

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Rolf-Bernhard Essig auf dem Erlanger Poetenfest

Rolf-Bernhard Essig (* 1963 in Hamburg) ist ein deutscher Autor, Literaturkritiker, Entertainer und Dozent. Er ist ein Enkel des Schriftstellers Hermann Essig.

Essig wuchs in Kulmbach auf und studierte an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Germanistik und Geschichte. Anschließend war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Bibliothekar, bevor er im Jahr 2000 seine Dissertation (Dr. phil.) mit dem Titel Der Offene Brief. Geschichte und Funktion einer publizistischen Form von Isokrates bis Günter Grass veröffentlichte. Zu dem Themenbereich des offenen Briefes kuratierte Essig Ausstellungen, etwa in den Museen für Kommunikation in Nürnberg und Frankfurt. Die Museen für Kommunikation Nürnberg, Berlin, Frankfurt am Main sowie das Museum der Alltagskultur in Waldenbuch zeigten seit 18. Februar 2016 seine Ausstellung „Mein Name ist Hase! Redewendungen auf der Spur“, die bis Oktober 2019 im Altonaer Museum zu sehen ist.

Als Dozent war Essig u. a. an den Universitäten Bamberg, Samara und Togliatti tätig und lehrte neben Literaturwissenschaft, Literaturkritik auch kreatives Schreiben. Essig ist Autor von Sach- und Kinderbüchern sowie von Beiträgen für die FAZ, Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau und andere. Unter dem Titel „Essigs Essenzen“ lief seine wöchentliche Kolumne über deutsche Redensarten in Deutschlandradio Kultur. Mit seiner Frau Gudrun Schury präsentierte er von Herbst 2008 bis Ende 2011 für den WDR die Sendereihe „Migranten des Wortschatzes“. In der Zeitschrift Yacht erschien Dezember 2014 bis Dezember 2016 die Kolumne „Auf den Grund gegangen“. Von September 2012 bis Juli 2017 lief in SWR1 Rheinland-Pfalz seine tägliche Radio-Kolumne „Und jetzt mal Butter bei die Fische. Dr. Essigs kleine Sprichwortkunde“, seit Januar 2017 auf MDR Sachsen die wöchentliche Kolumne „Alles in Butter oder alles Essig?“.

Seit 2008 tourt er – besonders als Experte für Sprichwörter – mit Edutainment­programmen zur Sprache durch Deutschland und tritt unter anderem bei Festivals wie dem Erlanger Poetenfest, beim Germersheimer Kultursommer und beim Hausacher Lese Lenz auf. Mit Franz Tröger bildet er seit 2013 das musikalisch-literarische Duo Die Streifenhörnchen.

2018 erhielt er zusammen mit seiner Frau Gudrun Schury den Berganza-Preis des Kunstvereins Bamberg und einen Sonderpreis der Jury des Walter-Serner-Preises für seinen Text Überfahren.

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Offene Brief. Geschichte und Funktion einer publizistischen Form von Isokrates bis Günter Grass. Königshausen & Neumann, Würzburg 2000, ISBN 3-8260-1647-5.
  • mit Gudrun Schury: Bilderbriefe. Illustrierte Grüße aus drei Jahrhunderten Knesebeck Verlag. München 2003, ISBN 3-89660-158-X.
  • Der Rausch der Meere. Über die See, den Alkohol und noch mehr. Oesch Verlag, Zürich 2005, ISBN 3-0350-2002-7.
  • Schreiberlust und Dichterfrust. Kleine Gewohnheiten und große Geheimnisse der Schriftsteller. Carl Hanser Verlag, München 2007, ISBN 978-3-446-20851-3.
  • mit Gudrun Schury: Alles über Karl May. Ein Sammelsurium von A bis Z. Aufbau Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-7466-2313-9. (Zuerst erschienen als „Karl May-ABC“ bei Reclam Leipzig 1999)
  • „Wer schweigt, wird schuldig!“ Offene Briefe von Martin Luther bis Ulrike Meinhof. Hrsg. und kommentiert von Rolf-Bernhard Essig und Reinhard M. G. Nickisch. Wallstein Verlag, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0217-4.
  • Sirenensang und Schweinezauber. Geschichten aus der Odyssee. Illustriert von Anke Kuhl. Klett Kinderbuch Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-941411-16-6.
  • Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Die lustigen Geschichten hinter unseren Redensarten. Mit Illustrationen von Marei Schweitzer. Carl Hanser Verlag, München 2009, ISBN 978-3-446-23381-2.
  • Friedrich Schiller: Kleine Philosophie der Freundschaft. Hrsg. und mit einem Nachwort von Rolf-Bernhard Essig. Aufbau Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-351-03277-7.
  • Essigs Essenzen. Das Sprichwortorakel für alle Lebenslagen. Verlag Kreuz, Freiburg 2010, ISBN 978-3-7831-3470-4.
  • Wann ist ein Held ein Held? Carl Hanser Verlag, München 2010, ISBN 978-3-446-23481-9.
  • Butter bei die Fische. Wie das Meer in unsere Sprache floss. Sprichwörter und Redewendungen gesammelt und erklärt von Rolf-Bernhard Essig. Illustriert von Papan. marebuchverlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86648-129-9.
  • Alles für die Katz. Die lustigen Geschichten hinter unseren Redensarten. Mit Illustrationen von Ulrike Möltgen. Carl Hanser Verlag, München 2011, ISBN 978-3-446-23785-8.
  • mit Gudrun Schury: Wie der Klatsch zum Kaffee kam. Wundersames aus der Welt der Wörter. Rütten & Loening, Berlin 2011, ISBN 978-3-352-00805-4.
  • Übergangenes. Bilder von Manfred Koch. Gedichte von Rolf-Bernhard Essig. Erich-Weiß-Verlag, Bamberg 2011, ISBN 978-3-940821-17-1.
  • Holy Shit! Alles übers Fluchen und Schimpfen. Mit Illustrationen von Papan. Aufbau Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-352-00850-4.
  • Die Kunst, Wasser zu fegen. Roman. Ch. Schroer Verlag, Bergisch Gladbach 2013, ISBN 978-3-95445-024-4.
  • Ein Meer ist eine See ist ein Ozean. Wie Ärmelkanal, Rossbreiten und Ochsenbauchbucht zu ihren Namen kamen. Illustriert von Papan. marebuchverlag, Hamburg 2014, ISBN 978-3-86648-189-3.
  • mit Gudrun Schury: Schlimme Finger. Eine Kriminalgeschichte der Künste von Villen bis Beltracchi. C. H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-67372-6.
  • Perlen, Perlen, Perlen. Eine Liebeserklärung in sieben schimmernden Kapiteln. Illustriert von Birgit Schössow. marebuchverlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86648-250-0.
  • Da haben wir den Salat. In 80 Sprichwörtern um die Welt Mit Illustrationen von Regina Kehn. Carl Hanser Verlag, München 2018, ISBN 978-3-446-26059-7.
  • Ich kenn doch meine Pappenheimer. Wunderbare Geschichten hinter sprichwörtlichen Orten. Duden Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-411-71107-9.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rolf-Bernhard Essig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien