Rolf Böhme

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Rolf Böhme (rechts) empfängt die Landesregierung unter Ministerpräsident Lothar Späth (rechts) im Freiburger Rathaus (1987)

Rolf Böhme (* 6. August 1934 in Konstanz) ist ein deutscher Jurist und Politiker der SPD.

Er war von 1978 bis 1982 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen und von 1982 bis 2002 Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böhme studierte Rechtswissenschaft in München und Freiburg. 1965 trat er in die baden-württembergische Steuerverwaltung ein, 1968 wurde er als Fachanwalt für Steuerrecht zugelassen. 1969 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur. an der Universität Freiburg mit der Arbeit Die Beschränkung der Amtshaftung auf die Hoheitsverwaltung.

Von 2003 bis 2015 war Böhme Partner im Freiburger Büro der Rechtsanwaltskanzlei Graf von Westphalen und insbesondere im Bereich Öffentliches Recht und Projektentwicklung tätig. Mit Aufgabe seiner Anwaltstätigkeit verzichtete er bei der Rechtsanwaltskammer Freiburg auch auf seine Zulassung als Rechtsanwalt. Er war außerdem von 2002 bis 2005 ehrenamtlicher Berater des ehemaligen Bundesinnenministers Otto Schily.[1]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1972 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 2. Dezember 1982 war Böhme Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Februar 1978 wurde er als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen in die von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführte Bundesregierung berufen. Anlässlich einer Kabinettsumbildung schied er am 28. April 1982 aus dem Amt.

Rolf Böhme auf einer Wahlkampfveranstaltung am Bertoldsbrunnen (September 1982)

Am 16. November 1982 wurde er im zweiten Wahlgang - Gegenkandidat war Sven von Ungern-Sternberg - zum Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau gewählt und damit zum Nachfolger von Eugen Keidel. Als er 2002 nicht mehr kandidierte, wurde der Grüne Dieter Salomon sein Nachfolger. Die Stadt Freiburg benannte den Großen Saal des von Böhme maßgeblich geförderten Konzerthauses nach ihm. In seine Amtszeit fiel der Bau der B 31 Ost, welche mit einer Tunnelstrecke große Teile des Freiburger Ostens vom Durchgangsverkehr entlastet. Durch eine Landesgartenschau erhielt der Stadtteil Betzenhausen neue Impulse. Wirtschaft, Tourismus, Energieversorgung und öffentlicher Nahverkehr wurden durch Zweckbetriebe gestärkt. Ebenfalls am Herzen lag Rolf Böhme die Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, z. B. durch die Gründung der Freiburger Regiogesellschaft, durch gemeinsame Gemeinderatssitzungen mit der Nachbarstadt Mülhausen und durch seine Mitarbeit im trinationalen Beirat des EuroAirports Basel Mulhouse Freiburg.

Am 27. April 2002 wurde ihm in Stuttgart die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und am 27. Juni 2005 von Otto Schily in Berlin das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolf Böhme ist der Enkel des Sozialdemokraten Heinrich Delp, der bis 1931 Präsident des Hessischen Landtags und bis 1933 Bürgermeister der Stadt Darmstadt war. H. Delp starb im KZ Dachau 1945 wenige Tage nach der Befreiung.[2]

Im Sommer 2016 erlitt Böhme einen Schlaganfall und ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rolf Böhme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Rolf Böhme: Abschied in den Ruhestand - Friedrich Graf von Westphalen. Abgerufen am 15. April 2017.
  2. Dem Enkel hat er nie von Dachau erzählt. echo-online, 19. Januar 2013, abgerufen am 4. September 2013.
  3. Joachim Röderer: Freiburg: MENSCHEN. Badische Zeitung, 15. April 2017, abgerufen am 15. April 2017.
Vorgänger Amt Nachfolger
Eugen Keidel Oberbürgermeister von Freiburg im Breisgau
1982–2002
Dieter Salomon