Rolf Heide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rolf Heide (* 23. Januar 1932 in Kiel) ist ein deutscher Innenarchitekt und Industriedesigner. Bekanntheit erlangte er zunächst als Designer von Möbeln, Lampen und anderen Einrichtungsgegenständen, später betätigte er sich auch als (Innen-)Architekt und Gestalter von Messen und Ausstellungen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heide absolvierte von 1950 bis 1953 eine Tischlerlehre und studierte anschließend bis 1957 Innenarchitektur an der damaligen Muthesius Werkschule in Kiel. Nach einem Hochbaupraktikum und kurzer Tätigkeit in einem Einrichtungshaus machte er sich 1959 selbständig und arbeitete zunächst als freier Mitarbeiter für Zeitschriften wie Brigitte, Schöner wohnen und Architektur & Wohnen. Zusammen mit der Brigitte-Redaktion entwickelte Heide in den 1960er Jahren die Idee, zerlegbare Designermöbel per Versand zu verkaufen.[1] In diesem Zusammenhang entwarf Heide 1966 seinen ersten Design-Klassiker: Die „Stapelliege“, ein aus Schichtholz gefertigtes, stapelbares Bett, dessen Entwurf zahlreiche Nachahmer fand. Auch seine Sofabank aus dem Jahr 1969, die verschiedene variable Kombinationen ermöglicht und einfach zu verpacken ist, gilt als „moderner Klassiker“.[2]

In der Folge arbeitete Heide – zum Teil auch exklusiv – für verschiedene Möbel- und Hausgerätehersteller, darunter Anta, bulthaup, Interlübke, Gaggenau, Miele, SieMatic und Vorwerk.

Seit den späten 1980er Jahren verlagerte Heide seinen Schwerpunkt zunehmend auf die Entwicklung von Corporate Designs, Produktkatalogen, Messen und Ausstellungen (z.B. „linie 3“ auf der Frankfurter Messe 1989–94, „Atmosphere“ 1995/96). 1995/96 war er in Hamburg als Innenarchitekt an der Umgestaltung einer früheren Malzfabrik in das Designkaufhaus Stilwerk beteiligt.[3]

Seit 2001 wirkt Heide hauptsächlich als Designentwickler und Berater.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferner wurde Heides Werk wiederholt in Ausstellungen gewürdigt, so im Internationalen Designzentrum Berlin (1994) sowie im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (1994, 2000). 2006 waren zudem zwei seiner Produkte Bestandteil der Ausstellung „Weltmeister Design Deutschland“.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alex Buck, Matthias Vogt (Hrsg.): Rolf Heide (= Designermonografien, Band 6.) form, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-931317-05-6.
  • Dirk Meyhöfer (Hrsg.): Rolf Heide. Designer, Architekt, Querdenker. av-Edition, Ludwigsburg 2000, ISBN 3-929638-41-X.
  • Bernd Polster u. a. (Hrsg.): DuMont-Handbuch Design international. DuMont, Köln 2004, ISBN 3-8321-7380-3, S. 219.
  • Moderne Klassiker. Möbel die Geschichte machen. Gruner und Jahr, Hamburg, o. J.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Designklassiker: Stapelliege, Kurzfilm, Deutsche Welle TV 2009.
  2. Moderne Klassiker. Möbel die Geschichte machen. S. 118.
  3. a b c Porträt und Biografie Rolf Heide auf müllermöbel.de, Abruf: 27. September 2013.