Rolf Lacour

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Rolf Lacour (* 26. Juni 1937 in Saarbrücken) ist ein ehemaliger deutscher Ringer.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolf Lacour wuchs im Saarland auf und kam schon in jungen Jahren in Burbach, einem Stadtteil von Saarbrücken, zum Ringen. Im Jugend- und Juniorenbereich konnte er sich bei deutschen Meisterschaften noch nicht im Vorderfeld platzieren. 1959, mit 22 Jahren, wurde er aber Zweiter der deutschen Meisterschaft im Freistil, Fliegengewicht. Von da an zählte er zur deutschen Spitzenklasse, wenige Jahre später erreichte er auch die Weltspitze, der er bis 1972 angehörte. Rolf Lacour startete für den KSV Köllerbach, für den er noch in den 1980ern in Mannschaftskämpfen erfolgreich rang. Er war Angestellter der Stadt Saarbrücken.

Der größte Erfolg in der Laufbahn von Rolf Lacour war der Gewinn des Vize-Weltmeistertitels im Jahre 1965 im griechisch-römischen Stil im Fliegengewicht. Nach Einführung des Papiergewichtes im Jahre 1969 startete er in diesem Jahr erfolgreich in dieser Gewichtsklasse, die ihr Gewichtslimit bei einem Körpergewicht von nur 48 kg hatte. Er wurde in diesem Jahr in Modena Europameister im griechisch-römischen Stil.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, F = Freistil, GR = griechisch-römischer Stil, Fliegengewicht, damals bis 52 kg, Papiergewicht, damals bis 48 kg Körpergewicht)

Jahr Platz Wettbewerb Stil Gewichtsklasse
1962 6. WM in Toledo/USA F Fliegen mit Sieg über Soltaninejad, Iran und Niederlagen gegen Ali Alijew, UdSSR und Vincenzo Grassi, Italien
1962 4. WM in Toledo/USA GR Fliegen mit Siegen über Dumitru Pârvulescu, Rumänien und unentschieden gegen Sergei Rybalko, UdSSR, Mohammed Paziraye, Iran und Mohamed Osman, Ägypten
1964 4. OS in Tokio GR Fliegen mit Siegen über Risto Björlin, Finnland, Ignazio Fabra, Italien, Fuad Ali, Ägypten und einer Niederlage gegen Pârvulescu
1965 2. WM in Tampere GR Fliegen mit Siegen über Fabra, Ahmed Koshoi, Iran, Bosko Marinko, Jugoslawien, Trond Martiniussen, Norwegen, unentsch. gegen Angel Keresow, Bulgarien und einer Niederlage gegen Sergei Rybalko
1966 3. WM in Toledo/USA GR Fliegen mit Siegen über Ali, Laszlo Ölvetti, Ungarn, Marinko, James Hazewinkel, USA und Niederlagen gegen Keresow und Sergei Rybalko
1967 3. EM in Minsk GR Fliegen mit Siegen über Gheorghe Stoiciu, Rumänien, Miroslaw Zeman, Tschechoslowakei, Axel Bürger, Dänemark, unentsch. gegen Marinko und Niederlagen gegen Sergei Rybalko und Petar Kirow, Bulgarien
1967 5. WM in Bukarest GR Fliegen mit Siegen über Zeman, Bürger, unentsch. gegen Cornel Turturea, Rumänien und einer Niederlage gegen Stefan Hajduk, Polen
1968 5. OS in Mexiko-Stadt GR Fliegen mit Siegen über Mongued, Ägypten, Karmous, Marokko, Gheorghe Stoiciu und unentsch. gegen Imre Alker, Ungarn und Jussi Vesterinen, Finnland
1969 5. WM in Mar del Plata GR Papier mit Sieg über Williams, USA u. Niederlagen gegen Iwan Dinkow, Bulgarien u. Tariel Alibegaschwili, UdSSR
1969 1. EM in Modena GR Papier mit Siegen über Calafiore, Italien, Bucher, Schweiz, Le Bachelet, Frankreich und Muzaffer Can, Türkei
1970 13. EM in Berlin GR Fliegen nach Niederlagen gegen Klim Olsojew, UdSSR u. Petar Kirow, Bulgarien
1970 10. WM in Edmonton GR Papier nach einer Niederlage gegen Stefan Angelow (beide Ringer disqualifiziert), Bulgarien u. einem Unentschieden gegen Baek Seung-hyun, Südkorea
1972 9. OS in München F Papier mit einem Sieg über Jemran Bararragcha, Mongolei, einem Unentschieden gegen Sergio Gonzalez, USA u. einer Niederlage gegen Ion Arapu, Rumänien

Erfolge bei deutschen Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolf Lacour gewann die deutsche Meisterschaft im griechisch-römischen Stil im Fliegengewicht 1962, 1963, 1967 und 1969, im freien Stil 1962, 1966, 1967, 1968, 1969 und 1972 im Papiergewicht (insgesamt 10 Titel). Dazu wurde er insgesamt noch elfmal deutscher Vizemeister. Seine Hauptkonkurrenten waren dabei Paul Neff, Schifferstadt, Albert Wieser und Fritz Huber, beide Bad Reichenhall und Mario Sabattini, Freiburg im Breisgau. Mit seinem Verein, dem KSV Köllerbach, errang er außerdem 1966 und 1968 die deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Athletik aus den Jahren 1960 bis 1972.
  • Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976.
  • Hundert Jahre Ringen in Deutschland. Verlag Der Ringer, Niedernberg 1976.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]