Rolf Mützenich

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Rolf Mützenich (* 25. Juni 1959 in Köln) ist ein deutscher Politiker (SPD). Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles übernahm er als ihr dienstältester Stellvertreter am 4. Juni 2019 kommissarisch den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion.

Herkunft, Studium und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mützenich, Sohn einer Arbeiterfamilie, begann nach dem Abitur 1978 im Jahr 1979 ein Studium der Politikwissenschaft, der Geschichte und der Wirtschaftswissenschaft, das er 1990 als Diplom-Politologe beendete. 1991 erfolgte seine Promotion zum Dr. rer. pol. an der Universität Bremen mit der Arbeit Atomwaffenfreie Zonen und internationale Politik – historische Erfahrungen, Rahmenbedingungen, Perspektiven.

Rolf Mützenich ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landespolitik (1993 bis 2002)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Promotion trat Mützenich als Referent in den Dienst des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Ab 1993 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der SPD-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen tätig, bis er 1998 als Leiter des Referates „Grundsatzfragen der Landessozialpolitik“ in das nordrhein-westfälische Sozialministerium zurückkehrte. Von 2001 bis 2002 war er schließlich Leiter des Büros des Präsidenten des nordrhein-westfälischen Landtages.

Mitglied des Bundestages (seit 2002) und kommissarischer Fraktionschef (2019)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 ist Mützenich Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Januar bis November 2005 Sprecher der Arbeitsgruppe „Abrüstung und Rüstungskontrolle“ der SPD-Bundestagsfraktion. In der Fraktion gehört er der Parlamentarischen Linken an.[1] Von 2009 bis 2013 war er außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, seit Dezember 2013 ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender für den Bereich Außen-, Verteidigungs- und Menschenrechtspolitik. Mützenich übernahm am 4. Juni 2019 kommissarisch den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion für die zurückgetretene Andrea Nahles.[2][3] Am 9. August 2019 erklärte er, dass er diesen Posten dauerhaft übernehmen möchte und daher bei der Neuwahl am 24. September kandidieren werde.[4]

Von November 2005 bis November 2009 war Mützenich Vorsitzender der Deutsch-Iranischen Parlamentariergruppe und Sprecher des SPD-Fraktionsgesprächskreises „Naher und Mittlerer Osten“. Seit 2009 ist er Vorsitzender der Deutsch-Japanischen Parlamentariergruppe.[2][5] Außerdem ist er ehrenamtliches Mitglied im Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung, im Stiftungsrat der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin und Vorsitzender des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln.[6]

Rolf Mützenich ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Köln III in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte er hier 35,9 % der Erststimmen, bei der Bundestagswahl 2013 39,32 %[7] und bei der Bundestagswahl 2017 32,3 %.[8]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon als Schüler wurde Mützenich 1975 Mitglied der SPD.[9] Er engagierte sich zunächst bei den Jusos und war zuletzt deren stellvertretender Vorsitzender im Unterbezirk Köln. Von 1989 bis 1993 gehörte Mützenich der sicherheitspolitischen Kommission des SPD-Bundesvorstandes und von 2001 bis 2005 der Bundeskontrollkommission der SJD – Die Falken an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitglieder der Parlamentarischen Linken. Abgerufen am 9. Juni 2018.
  2. a b Mützenich, Dr. Rolf. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 14. November 2016]).
  3. Fraktionsvorstand. In: SPD-Bundestagsfraktion. 12. Januar 2012 (spdfraktion.de [abgerufen am 14. November 2016]).
  4. Mützenich will Fraktion dauerhaft führen. In: Spiegel Online. 9. August 2019, abgerufen am 9. August 2019.
  5. Deutsch-Japanische Parlamentariergruppe (Memento vom 2. November 2013 im Internet Archive)
  6. Rolf Mützenich Website
  7. Stadt Köln: Bundestagswahl 2013 (Memento vom 5. Januar 2014 im Internet Archive)
  8. Internetauftritt des Bundeswahlleiters (Memento vom 26. September 2017 im Internet Archive)
  9. werk21: Beruflicher und politischer Werdegang. 22. September 2016, abgerufen am 9. August 2019.