Rolling Thunder Revue

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Die Rolling Thunder Revue – benannt nach dem Indianer Rolling Thunder[1] – war eine Konzerttournee einer Gruppe von Musikern, die von Bob Dylan initiiert und angeführt wurde. Sie fand im Herbst 1975 und Frühjahr 1976 statt, unterbrochen von einer Winterpause, in der Dylan sein zuvor produziertes Album Desire herausbrachte. Ausschnitte der Tournee wurden für Dylans Film Renaldo und Clara verwendet.

Neben Dylan gehörten Joan Baez, Roger McGuinn, Kinky Friedman, T-Bone Burnett, Mick Ronson, David Mansfield, Scarlet Rivera, Rob Stoner, Howie Wyeth, Ramblin’ Jack Elliott und Bob Neuwirth zu den Musikern.

Vorbereitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er Desire produziert hatte, begann Bob Dylan im Oktober 1975 in New York mit den Proben für eine neue Tournee. Neben den Desire-Musikern Rob Stoner (Bass), Howie Wyeth (Schlagzeug) und Scarlet Rivera (Violine) nahmen T-Bone Burnett, Steven Soles und David Mansfield an den Proben teil.

Dylan bat einen Freund, den Filmemacher Howard Alk, die Tour filmisch zu dokumentieren, womit dieser noch während der Proben begann. Ebenso kontaktierte Dylan den Schauspieler und Drehbuchautor Sam Shepard, um mit ihm über eine filmische Realisation zu sprechen, sowie Allen Ginsberg. Ginsberg zog seine zunächst gegebene Zusage später zurück. Im Laufe der Proben bat Dylan weitere Musiker hinzu, vor allem die, die in sein Filmprojekt integriert werden sollten – Joan Baez, Roger McGuinn, Emmylou Harris, Ronee Blakley oder Mick Ronson.

Herbst 1975[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Oktober fand das erste Konzert im War Memorial Auditorium in Plymouth, Massachusetts statt. Es folgten 29 Konzerte, ausschließlich an der Nordostküste der USA und in Kanada. Der erste Teil der Tournee endete mit einem Benefiz-Konzert vor 14.000 Zuschauern im Madison Square Garden unter Beteiligung von Muhammad Ali und Roberta Flack zugunsten des Boxers Rubin Carter. Am 25. Januar 1976 wurde ein weiteres Benefiz-Konzert zugunsten Rubin Carters in Houston, Texas veranstaltet.

Frühjahr 1976[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April probte die Revue in Clearwater, Florida. Das erste Konzert fand danach am 18. April im Civic Center in Lakeland, Florida statt, die Tour führte im April und Mai 1976 durch den Süden und Südwesten der USA, konnte aber nicht an den Erfolg der vorangegangenen Herbsttour anknüpfen; einige Konzerte mussten sogar abgesagt werden. Das letzte Konzert der Tour fand im halbleeren Salt Palace in Salt Lake City, Utah statt. Es war Dylans letztes Konzert für fast zwei Jahre.

Aufnahmen/Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der sogenannten Bootleg Series wurden 2002 Aufnahmen mehrerer Konzerte im November und Dezember 1975 auf einer Doppel-CD unter dem Titel The Bootleg Series Vol. 5: Bob Dylan Live 1975, The Rolling Thunder Revue veröffentlicht.

Bereits 1976 war das Livealbum Hard Rain als Zusammenstellung einiger Songs des Tourabschnitts von 1976 erschienen.

Am 7. Juni 2019 erschien eine 14 CD's umfassende Anthologie. Insgesamt enthält die Box 148 Tracks, von denen mehr als hundert bislang unveröffentlicht blieben. Das beigelegte 52-Seiten-Booklet enthält eine Vielzahl nie gesehener Fotos und ein Essay des Schriftstellers und Musikers Wesley Stace.

Martin Scorsese veröffentlichte 2019 auf Netflix unter dem Titel Rolling Thunder Revue: A Bob Dylan Story by Martin Scorsese einen Pseudodokumentarfilm, der Fakten und Fiktion um die Tournee vermischt.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]