Rolls-Royce Silver Shadow

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Rolls-Royce
Rolls Royce Silver Shadow I, Bj. 1967 (2005-09-17 Sp)-2.jpg
Silver Shadow
Produktionszeitraum: 1965–1980
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Limousine, Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
6,2–6,8 Liter
Länge: 5170 mm
Breite: 1820 mm
Höhe: 1520 mm
Radstand: 3035 mm
Leergewicht: 2061 kg
Vorgängermodell: Rolls-Royce Silver Cloud
Nachfolgemodell: Rolls-Royce Silver Spirit
Rolls-Royce Silver Shadow II
Heckansicht eines Rolls-Royce Silver Shadow II

Der Rolls-Royce Silver Shadow (dt.: Silberner Schatten) ist ein Oberklassefahrzeug von Rolls-Royce. Er löste 1965 den Silver Cloud ab und wurde in zwei Modellreihen bis 1980 produziert. Das Nachfolgemodell war der Silver Spirit.

Geschichte[Bearbeiten]

1965 wurde der Silver Shadow und das baugleiche Schwestermodell Bentley T-Series vorgestellt. Der Bentley unterschied sich lediglich durch andere Markenembleme, Kühlergrill und an den Grill angepasste Motorhaube[1] vom Silver Shadow. Waren die Vorgängermodelle mit ihren geschwungenen Formen selbst für ihre Zeit konservativ, so waren die neuen Modelle auf der Höhe der Zeit und wurden allgemein als gelungen anerkannt. Das galt sowohl für die Technik als auch für die Karosserie, die unter der Leitung von John Blatchley entworfen worden war[2] und Elemente des einige Jahre zuvor entwickelten Konzeptfahrzeugs Rolls-Royce Rangoon aufgriff.[3] In technischer Hinsicht wurden Neuerungen wie eine bei Pressed Steel hergestellte[4] selbsttragende Karosserie, Scheibenbremsen, Einzelradaufhängung und Niveauregulierung eingesetzt. Die beiden Modelle waren in ihren Außenabmessungen in allen Dimensionen kleiner und leichter als vorige Modelle, dennoch konnte der Innenraum durch die selbsttragende Karosserie vergrößert werden. Die erste Serie des Silver Shadow war der nachträglich so genannte Silver Shadow I, der nach einer Modellpflegemaßnahme im Jahr 1977 in Silver Shadow II umbenannt wurde. Die auffallendsten äußeren Änderungen waren der neu gestaltete Kühlergrill sowie die nun voluminöseren Stoßstangen mit Kunststoffummantelung. Schon Ende 1973 waren letztere in den USA vorgeschrieben; daher sind sie alleine genommen kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Klares Unterscheidungsmerkmal sind die Außenspiegel; erst bei Modell II sind sie von innen einstellbar und entsprechend größer.

Ab 1969 wurde der Silver Shadow mit einem um zehn Zentimeter verlängerten Radstand angeboten. Eine Pilotserie von 10 Fahrzeugen war bereits 1966/67 fertiggestellt worden; eine der ersten Kundinnen war Prinzessin Margaret. Sie erhielt später weitere Fahrzeuge dieser Baureihe. Diese verlängerte Version wurde bei Einführung des Silver Shadow II als Silver Wraith II bezeichnet; bei der ersten Baureihe bezeichnete Rolls-Royce dieses Modell als Silver Shadow Long Wheel Base (d.h. langer Radstand; abgekürzt LWB).

Der Silver Wraith wurde überwiegend mit einem Everflex-Dach ausgeliefert. Dabei handelt es sich um ein qualitativ hochwertiges Vinyldach, angeboten in verschiedenen Farben. Hingegen wurde der Silver Shadow mehrheitlich ohne dieses Dach gekauft.[5]

Während der Bauzeit gab es mehrere technische und optische Modifikationen. So wurde 1970 der ursprüngliche, aus dem Rolls Royce Silver Cloud III stammende 6,3-Liter-Achtzylinder und die zugehörige 4-Gang-Automatik durch einen 6,75-Liter-Motor und eine Dreigangautomatik ersetzt; das Armaturenbrett wurde im Rahmen dieser Modellpflege an US-amerikanische Sicherheitsvorschriften angepasst.

Der Silver Shadow war ebenfalls als Two Door Saloon und ab 1967 auch als Cabriolet lieferbar und wurde bei Mulliner Park Ward gefertigt. Diese Varianten wurden 1971 in Rolls-Royce Corniche umbenannt.

Mit über 29.000 Exemplaren war der Rolls-Royce Silver Shadow der bis dahin meistgebaute Rolls-Royce.

Motor und Leistung[Bearbeiten]

Der anfangs verwendete 8-Zylinder-V-Motor mit 6230 cm³ Hubraum wurde 1970 durch ein Aggregat mit 6750 cm³ ersetzt. Die Motorleistung verschwieg Rolls-Royce damals und bezeichnete sie als „ausreichend“. Der 6230-cm³-Motor leistete tatsächlich 131 kW (178 PS) bei 4500/min; der ab 1970 gebaute 6750-cm³-Motor 147 kW (200 PS) bei ebenfalls 4500/min. Das maximale Drehmoment lag bei ca. 500 Nm bzw. 550 Nm bei jeweils 2500/min. Der Silver Shadow II beschleunigte in 11,0 Sekunden auf 100 km/h; die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 190 km/h gemessen. Der durchschnittliche Benzinverbrauch betrug 22 Liter je 100 Kilometer.[6]

Sonderaufbauten[Bearbeiten]

Zahlreiche Silver Shadow-Modelle wurde von unabhängigen Karosseriewerkstätten nachträglich modifiziert.

  • Neben den Two-Door-Saloon-Modellen von Rolls-Royce selbst stellte der britische Karosseriebauer James Young Coachbuilder 35 Rolls-Royce und 15 Bentley Two Door Saloon her, die sich in ihrer Linie deutlich stärker an der Limousine orientierten als die Coupés von Mulliner Park Ward.
  • Der Londoner Karosseriehersteller Hooper entwickelte 1974 einen viertürigen Landaulet auf der Basis des Silver Shadow. Von dem als Hooper Landaulette bezeichneten Fahrzeug wurden nur wenige Exemplare gebaut.[7]

Produktionszahlen des Rolls-Royce Silver Shadow[Bearbeiten]

Typ Zeitraum Anzahl
Rolls-Royce Silver Shadow 1965–1977 16.717
Rolls-Royce Silver Shadow LWB 1969–1977 2.776
Rolls-Royce Silver Shadow two door saloon 1965–1971 591
Rolls-Royce Silver Shadow, James Young 2 door saloon 1966–1971 15
Rolls-Royce Silver Shadow Pininfarina coupé 1968 1
Rolls-Royce Silver Shadow Cabriolets 1967–1971 505
Rolls-Royce Silver Shadow II 1977–1980 8.425
Rolls-Royce Silver Wraith II 1977–1980 2.145

Die erste Baureihe erhielt den Zusatz der römischen Ziffer I erst nach Einführung der zweiten Baureihe; daher ist in dieser Tabelle der Produktionszahlen die originale Bezeichnung aus den Produktionsjahren[8][9] angegeben.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rolls-Royce Silver Shadow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Malcolm Bobbitt: Rolls Royce Silver Shadow, Bentley T-series Seite 25, Abschnitt "Bodywork and Panels", Zeile 4. Veloce Publishing, Dorchester (England) 2008, ISBN 978-1-84584-146-1
  2. Classic Cars, Heft 6/2011, S. 74.
  3. Zum Rolls-Royce Rangoon und dem Schwestermodell Bentley Bengal vgl. die zusammenfassende Darstellung auf der Internetseite www.aronline.co.uk (abgerufen am 18. Mai 2011).
  4. Jonathan Wood: Rolls Royce S. 141. Colour Library Books, Godalming (England) 1992. Keine ISBN.
  5. http://www.rrsilvershadow.com/EKleur/Kleur4.htm Informationen zum Everflex-Dach
  6. http://www.traumautoarchiv.de/html/3781.html Datenblatt des Silver Shadow II
  7. Abbildung des Silver Shadow Landaulet www.traumautoarchiv.de (abgerufen am 23. Mai 2011).
  8. http://www.rrab.com/rsh1d.htm Produktionszahlen der Serie I
  9. Produktionszahlen der Serie II