Rombergpark

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Frühlingsimpressionen mit Fischreiher im Rombergpark
Parklandschaft im Rombergpark
Zentrale Wiesenlandschaft mit dem Bachbett der Schondelle
Baumfarne im Pflanzenschauhaus
Sumpfzypressen im Rombergpark

Der Botanische Garten Rombergpark in Dortmund-Brünninghausen ist ein Botanischer Garten der Stadt Dortmund, dessen Besonderheiten seine Arboreten, seine Gehölzsammlungen, sind. Er entstand aus einem alten Landschaftspark, dem Rombergschen Schlosspark, in den ab 1927 der bereits zuvor bestehende Botanische Garten Dortmunds integriert wurde. Der Park ist in seiner Gesamtheit seit 2006 Flächendenkmal. Im Jahr 2004 wuchsen rund 4500 Gehölzarten und -sorten im Rombergpark.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rombergpark liegt südlich der Dortmunder Innenstadt im Stadtteil Brünninghausen. Über den Phoenix-Park ist er mit der Emschertalaue und dem nördlich gelegenen Westfalenpark verbunden. Unmittelbar südlich schließt der Zoo Dortmund an den Rombergpark an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erhaltene Torhaus des Wasserschlosses Romberg
Gedenkstein für die Opfer der Gestapo-Morde

1818 bis 1822 begann die Familie von Romberg auf ihrem Gelände rund um das auch Haus Brünninghausen genannte Wasserschloss Romberg in Brünninghausen mit der Anlage eines englischen Landschaftsparks. Die Gestaltung des Parks wurde von Düsseldorfs Hofgärtner Maximilian Friedrich Weyhe geplant, jedoch fehlen Beweise seiner weiteren begleitenden Arbeit bei der Pflanzung des Parkes.

1926 erwarb die Stadt Dortmund das Gelände. Der damalige Dortmunder Stadtgartendirektor, Richard Nose, plante den Landschaftspark um einen Botanischen Garten und ein Arboretum zu ergänzen. Der seit 1887 in der Beurhausstraße, am Rande der Innenstadt angesiedelte Botanische Garten wurde in den Rombergpark verlegt und später erweitert. Seit den 1930er Jahren wurde die umfangreiche Gehölzsammlung auf dem westlichen Talhang über der Schondelle angelegt.

1944 wurde der städtische Rombergpark bei Bombenangriffen stark beschädigt. Das ehemalige Schloss Romberg wurde zerstört.

1945 fanden nach einer Verhaftungswelle in Dortmund unter anderem auch im Romberg’schen Wald östlich vom heutigen Zoo im März und April 1945 Massenexekutionen durch die Gestapo statt. Zum Gedenktag führte das Internationale Rombergparkkomitee 2005 einen Kongress mit Hinterbliebenen, Aktionsgruppen aus anderen Orten mit Kriegsendphasenverbrechen und ausländischen Gästen durch. Die Gedenkstätte Mahnmal Bittermark im Stadtwald Bittermark erinnert an die Verbrechen. Im Botanischen Garten Rombergpark wurde am Eingangsbereich Nord ein symbolischer Gedenkstein für die Opfer erstellt. Als Begleitpflanzung erinnern weiße Strauchrosen an die Geschwister Scholl, die mit der Bezeichnung Weiße Rose bekannt wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Rombergparks der Bevölkerung als Grabeland zur Verfügung gestellt, um die Versorgung mit Lebensmitteln zu verbessern. Ab 1949 wurde die gärtnerisch-wissenschaftliche Arbeit des Botanischen Gartens fortgeführt. Die Leitung des Rombergparks übernahm der Dendrologe Gerd Krüssmann. Die von ihm zusammengetragene, flächenmäßig größte Sammlung an gärtnerischen Ziergehölzen in Europa begründete das internationale Renommee des Parks.

Mitte der 1950er Jahre gewann der Rombergpark im Wettbewerb mit städtischen Gärten von Essen, Köln und Frankfurt am Main die Einrichtung der Zentralstelle für Gehölzsichtung des Bundes Deutscher Baumschulen. Die Gründungsversammlung des zugehörigen Kuratoriums fand Anfang 1956 in Dortmund statt. Unter Krüssmanns Leitung wurde daraufhin ein Gehölzsichtungsgarten angelegt.

Seit 1958 befinden sich im südlichen Botanischen Garten neue Pflanzenschauhäuser, ein Warmhaus, ein Sukkulentenhaus, ein Kalthaus und ein Farnhaus, die auf einer Fläche von 1100 m² unter Glas exotische und tropische Pflanzen und Tiere präsentieren. Die vier Pflanzenschauhäuser und das integrierte Café Orchidee sowie der Botanische Garten als Ganzes sind als Baudenkmale in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.[2] Zum 50-jährigen Jubiläum der Schauhäuser wurde im zentralen Kohleflorahaus ein Wollemiawald mit 35 Exemplaren der Wollemia nobilis aus Australien gepflanzt.[3]

1958 wurden nahe dem historischen Torhaus das Hotel Rombergpark und die Gebäude der Wirtschaftsschulen für Hotellerie und Gastronomie Dortmund WIHOGA errichtet. Der Gebäudekomplex wurde 2008 abgerissen, nachdem die WIHOGA im Vorjahr einen Neubau auf der nördlichen Seite der Straße Am Rombergpark bezogen hatte. Im Sommer 2007 initiierten Dortmunder Künstler unter dem Titel Heimatdesign noch eine Zwischennutzung mit Design, Mode, Fotoausstellungen, Vernissagen und Gastronomie.[4]

Der Botanische Garten Rombergpark wurde in den Jahren 1975 bis 1990 naturnah gepflegt und entwickelt, die Elemente des englischen Landschaftsparks sind im nördlichen Teil weiterhin prägend. Durch die seit 1951 erfolgte Bepflanzung wird die Fläche als gehölzkundliche Sammlung genutzt. Innerhalb des seit 2006 bestehenden „Gesamt-Denkmalschutzes“ sind alle Stilrichtungen der Parkanlage geschützt.

1980 wurde dem Park ein Schulbiologisches Zentrum angegliedert, das jährlich von 13.500 Schülern als außerschulischer Lernort besucht wird. Die Einrichtung wurde 2016 in das Bildungsforum Schule, Natur und Umwelt überführt, in dessen Neubau auch die Verwaltung des Rombergparks und Vereine Räume erhielten. In dem Haus werden zudem Fachtagungen, Seminare und Vorträge zu den Themen Natur, Umwelt, Artenschutz und Artenvielfalt gehalten.[5]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von der Stadt unterhaltene und ca. 65 ha große Rombergpark im Süden Dortmunds bietet viele botanische Besonderheiten, z. B. eine Süntelbuche, und Pflanzen aus fernen Ländern, z. B. einen Taschentuchbaum. Im Wesentlichen ist die Sammlung auf Gehölze beschränkt und wird daher auch Arboretum genannt. Mit den Arboreten erlangte der Botanische Garten Rombergpark weltweite Anerkennung und ließ Dortmund bei Dendrologen bekannt werden. Fachkundige botanische Führungen durch den Garten werden regelmäßig angeboten.

Die im älteren Teil des Parks vorhandene Allee aus holländischen Linden wurde nach dem Plan des Düsseldorfer Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe 1822 angelegt.[6][7] Aus der Zeit vor Weyhes Parkgestaltung stammt die schlitzblättrige Zierform einer Rotbuche von 1805 mit einem Stammumfang von mehr als vier Metern.[7]

Im Rombergpark befindet sich ein 1985 neu angelegter Heilkräutergarten. Hier finden sich Arzneipflanzen sowie Tee- und Küchenkräuter. Der Garten umfasst etwa 400 Pflanzenarten, die nach dem Ordnungsprinzip eines in der Volksmedizin populären Fachbuches sortiert sind.

In den Folgejahren wurden die Sammlungsgärten erweitert, eine Clematis-Sammlung aufgebaut und die weltweit größte künstliche Moor-Heide-Anlage geschaffen.

In direkter Nachbarschaft des Heilkräutergartens befindet sich ein Lehrbienenstand des Kreisimkervereines.

Am nördlichen Eingang des Rombergparks befand sich das Schloss Brünninghausen, auch Wasserschloss Romberg genannt. Von diesem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Herrensitz sind heute nur noch das Torhaus Rombergpark und der Eiskeller erhalten.

Skulptur Die Zoogucker, Beginn des Skulpturenweges am Eingang des Zoos

Quer durch den Park zieht sich seit 2004 ein Skulpturenweg, der am Eingang des Zoos mit dem Werk Der Zoogucker beginnt. Die Köpfe der Skulptur sind Ergebnis eines Wettbewerbs an Dortmunder Schulen. Die Köpfe von Giraffe, Steinbock und Schlange wurden aus über 100 Schülerarbeiten ausgewählt und in Bronze gegossen. Der Skulpturenweg umfasst neun Stationen, seine überlebensgroßen Figuren wurden von Bernd Moenikes, einem Dortmunder Bildhauer, geschaffen und ermöglichen dem Betrachter durch Kletterseile, Klanginstrumente und Begehbarkeit sinnliche Erfahrungen. Die Skulpturen sind zum großen Teil aus Holz, teilweise auch versetzt mit Stein und Metall.

Heute dient der ganztägig frei zugängliche Rombergpark vielen Besuchern aus Nah und Fern zur Erholung. Besonders beliebt ist das Füttern der Eichhörnchen und Meisen im Winter, die dann sehr zutraulich sind. In den Abendstunden wird der beleuchtete Parkweg von zahlreichen Läufern besucht. Unmittelbar angrenzend befindet sich der Zoo Dortmund.

Im östlichen Bereich entspringen an einem Berghang eisenhaltige Quellen. Das hier zu Tage tretende Wasser enthält einen hohen Anteil Eisenhydroxide. Das Wasser hat eine Temperatur von ca. neun Grad, was auf einen oberflächennahen Ursprung hinweist. Auch im westlichen Bereich des Parks befindet sich im Rombergsiepen eine Quelle. Das natürliche Siepen erhält kräftigen Zulauf, ebenfalls eisenhaltig, durch zu Tage tretendes Grubenwasser der Zeche Glückaufsegen. Da das Grubenwasser aus tieferen Schichten stammt, beträgt die Temperatur ganzjährig zwischen 13 °C und 15 °C. Die Quellen fließen der Schondelle zu, die den Rombergpark von Süden nach Norden durchfließt. Bereits mit Erreichen des Parks wird ein Teil des Wassers der Schondelle über einen gesonderten Lauf, den Wiesenbach, parallel geleitet und speist im Nordteil des Parks den Schlossteich des einstigen Hauses Brünninghausen. Nördlich des Schlossteichs mündet der Pferdebach von Osten in die Schondelle ein. Er wird innerhalb des Parks zum Sumpfzypressenteich angestaut, der der Kultur der namensgebenden Echten Sumpfzypressen dient. Die Bäume sind mehr als 70 Jahre alt und die gesamte Teichanlage ist als Naturdenkmal geschützt.[7]

Im Südosten des Rombergparks unweit des Dortmunder Zoos befindet sich das Mundloch des Erbstollens Christine & Schöndelle.

Der Park ist eingebunden in das European Garden Heritage Network.

Statistischer Bezirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rombergpark ist Namensgeber für den umliegenden Unterbezirk des statistischen Bezirks Rombergpark-Lücklemberg. Gewählt wurde der Name, da der Rombergsche Schlosspark weltweit als Botanischer Garten Rombergpark bekannt ist.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtsparkasse Dortmund (Hrsg.): Ein Gang durch den Botanischen Garten Dortmund, Dortmund: 1969
  • Stadt Dortmund (Hrsg.): 150 Jahre Rombergpark. Botanischer Garten – Arboretum – Tropenhäuser, Dortmund: 1972
  • Otto Bünemann, Stadt Dortmund (Hrsg.): Botanischer Garten Rombergpark, Dortmund: 1981
  • Helmut Schildt: Maximilian Friedrich Weyhe und seine Parkanlagen, Triltsch, Düsseldorf: 1987, ISBN 978-3-7998-0050-1
  • Anne Hufnagel: Botanischer Garten Rombergpark Nose-Arboretum. Konzept zur langfristigen Pflege und Erhaltung einer historischen Gehölzsammlung der Stadt Dortmund, Dortmund, Hannover: 1990 (Diplomarbeit beim Stadtarchiv Dortmund einzusehen)
  • Wilhelm Heiderhoff: Die Familie Romberg und der Rombergpark in Dortmund-Brünninghausen, Dortmund: ca. 1990 (beim Stadtarchiv Dortmund einzusehen)
  • Otto Bünemann, Stadt Dortmund (Hrsg.): Natur erleben und begreifen. Botanischer Garten Rombergpark, Dortmund: 1993
  • Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark: 75 Jahre Botanischer Garten Rombergpark. Themenheft: Heimat Dortmund 1/2004. Stadtgeschichte in Bildern und Berichten. Zeitschrift des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. in Verbindung mit dem Stadtarchiv Dortmund. ISSN 0932-9757

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rombergpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Parks in Dortmund: Rombergpark – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Dortmund: 75 Jahre Botanischer Garten Rombergpark, abgerufen am 23. April 2016
  2. Nr. A 0919 und A 0970. Denkmalliste der Stadt Dortmund. In: dortmund.de – Das Dortmunder Stadtportal. Denkmalbehörde der Stadt Dortmund, 14. April 2014, abgerufen am 13. Juni 2014 (PDF, Größe: 180 kB).
  3. Ruhr-Nachrichten: Rombergpark: In den Pflanzenhäusern wächst „urzeitlicher“ Wald
  4. Terminarchiv Heimatdesign, abgerufen am 25. April 2016.
  5. Stadt Dortmund: Bildungsforum „Schule, Natur und Umwelt“, abgerufen am 25. April 2016.
  6. Stadt Dortmund: Anlage 1 zur Ratsvorlage hier: Eintragung des „Botanischen Gartens Rombergpark“ in die Denkmalliste, abgerufen am 27. April 2016
  7. a b c Stadt Dortmund: Verzeichnis der Naturdenkmale in Dortmund, abgerufen am 25. April 2016

Koordinaten: 51° 28′ 56″ N, 7° 28′ 10″ O