Romeo Franz

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Romeo Franz (* 28. Oktober 1966 in Kaiserslautern) ist ein deutscher Politiker, Geiger und Pianist sowie Vertreter des traditionellen Sinti-Jazz im Stil von Schnuckenack Reinhardt und Stéphane Grappelli.

Seit 2014 ist er geschäftsführende Direktor der Hildegard Lagrenne Stiftung und engagiert sich seit über 20 Jahren in der Bürgerrechtsarbeit zum Thema „ Menschen mit Romno – Hintergrund (Sinti und Roma)“.

Außerdem ist er Mitglied im Rat für die Angelegenheiten der deutschen Sinti und Roma in Baden-Württemberg

Leben und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romeo Franz ist ein Meisterschüler von Schnuckenack Reinhardt, entstammt einer Musikerfamilie und kam deshalb sehr früh mit der Musik in Kontakt. Er genoss mit 9 Jahren eine musikalische Ausbildung. Erste öffentliche Auftritte erfolgten mit 11 Jahren.

Mit 23 Jahren gründete er seine erste eigene Band, das Romeo Franz Ensemble. In der folgenden Zeit stand Romeo Franz mit vielen Musikern auf der Bühne: Schnuckenack Reinhardt, Biréli Lagrène, Dorado Schmitt, Greetje Kauffeld, Martin Taylor, Joe Bawelino, Jermaine Landsberger, Max von Thun, um einige zu nennen. Ein besonderes Highlight war für Romeo Franz die Einladung, 2007 für Stevie Wonder in München zu spielen.

Im Jahr 1991 gründete sich das Romeo Franz Ensemble mit den Gründungsmitgliedern Romeo Franz, Thomas Stützel, Uli Bund und Lulo Reinhardt. Später kamen Unge Schmidt, Joe Bawelino, Frédéric Schlick und Dunja Blum hinzu, Reinhardt schied aus.[1]

Seit 1998 setzt Romeo Franz sich ehrenamtlich für die Bürgerrechte der Sinti und Roma ein. Von 2003 bis 2013 war er stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes deutscher Sinti und Roma in Rheinland-Pfalz und Mitglied im Vorstand des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma. 2010 gründete er die Bildungs- und Kulturinitiative der Sinti und Roma, deren Vorsitzender er ist.

Romeo Franz ist Komponist des Violinenstückes Mare Manuschenge, das als akustischer Teil im Mahnmal der ermordeten Sinti & Roma in Berlin integriert ist. Er ist Argumentationstrainer gegen rechte Stammtischparolen, besucht Schulen und andere öffentliche Institutionen, um Referate zu Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Sinti und Roma zu halten.

Romeo Franz lebt in Ludwigshafen am Rhein.

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romeo Franz engagiert sich sehr intensiv um die Erhaltung der Kultur der deutschen Sinti im Bereich Musik, Lyrik und Sprache. Daraus entstanden Projekte wie z.B.„Rom som - Ich bin ein Mensch“ - Lyrik und Musik der Sinti und Roma, das er gemeinsam mit Anita Awosusi entwickelte. Das Projekt wurde zum zehnjährigen Bestehen des Dokumentations- und Kulturzentrum der Sinti und Roma in Heidelberg von der Bundesregierung als besonderes wertvolles Projekt gelobt. Das Projekt „Paramisi“ - Erzählungen und Lieder der Sinti und Roma ist das jüngste Projekt, das Romeo Franz mit Reinhold Lagrene ausgearbeitet hat.

Seit 2010 ist Romeo Franz Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Für die Bundestagswahl 2013 trat er als Direktkandidat im Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal[2] und an sechster Stelle der Landesliste an, doch schaffte er den Einzug in den Bundestag nicht. Für die Europawahl 2014 wurde er auf dem 12. Listenplatz nominiert.[3]

Romeo Franz ist der Geschäftsführer der 2012 gegründeten Hildegard-Lagrenne-Stiftung, in deren Vorstand Elizabeta Jonuz, Jane Schuch und Daniel Strauß sitzen. Ihr Zweck ist vorrangig, gegen Antiziganismus im Bildungsbereich zu wirken. Kinder, Jugendliche wie auch erwachsene Sinti und Roma werden in ihren Bildungskarrieren finanziell unterstützt. Die Stiftung entwickelt und fördert weiterhin Projekte dazu, unterstützt aber auch vor Ort andere benachteiligte Familien. Die Stiftung nimmt sich auch der Verbesserung der Situation der sich in Deutschland aufhaltenden Roma in ihren europäischen Herkunftsländern an. Wichtiges Prinzip ist, dass das Kapital der Stiftung sowie dessen Verwaltung ausschließlich von Sinti und Roma bestritten werden. [4][5]

Romeo Franz ist seit 2013 berufenes Mitglied im Rat für die Angelegenheiten der deutschen Sinti und Roma in Baden-Württemberg.[6] 2016 wurde Romeo Franz vom Bundesvorstand des Bündnis90/die Grünen zum Beauftragten für Sinti und Roma in Deutschland berufen.

Fernsehen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romeo Franz Ensemble
  • Fo(u)r Friends (CD, 1994)
  • Golden Earrings (CD, 1996)
  • Volume 2 (CD, 1996)
  • Jazzuny (CD)
  • Hot, Swing and More (CD, 2001)
  • Single CD The World is Waiting for the Sunrise
andere
  • Lulu Weiss Quartett Gipsy Dreams (LP)
  • Manolito (MC)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.swing-rfe.de/html/musi.htm#
  2. Romeo Franz will erster Sinto im Bundestag werden, Die Welt, 7. Juli 2013, abgerufen am 30. Januar 2014
  3. Deutscher Sinto in Straßburg?,taz, 10. Februar 2014, S. 3
  4. Die Hildegard Lagrenne Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland, Website der Hildegard Lagrenne Stiftung
  5. Nur Show oder neue Wege? Kritische Perspektiven auf bisherige Anti-Diskriminierungs- und Empowerment-Politiken. Panel mit Romeo Franz, Petra Čagalj Sejdi und Kathrin Bastet, Audiomitschnitt, in: Herbstschule Antiromaismus in Dresden, 26. September 2015
  6. http://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/sinti-und-roma/