Ronald Koeman

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Ronald Koeman
Ronaldkoeman.jpg
Spielerinformationen
Geburtstag 21. März 1963
Geburtsort ZaandamNiederlande
Größe 183 cm
Position Libero
Defensiver Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
WEC
0000–1980 GRC Groningen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1980–1983 FC Groningen 89 (33)
1983–1986 Ajax Amsterdam 94 (23)
1986–1989 PSV Eindhoven 98 (51)
1989–1995 FC Barcelona 192 (67)
1995–1997 Feyenoord Rotterdam 61 (19)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1983–1994 Niederlande 78 (14)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2000–2001 Vitesse Arnheim
2001–2005 Ajax Amsterdam
2005–2006 Benfica Lissabon
2006–2007 PSV Eindhoven
2007–2008 FC Valencia
2009 AZ Alkmaar
2011–2014 Feyenoord Rotterdam
2014–2016 FC Southampton
2016– FC Everton
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ronald Koeman (* 21. März 1963 in Zaandam) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und heutiger -trainer.

Vereinskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Erwin spielte Ronald in der Jugendabteilung von Helpman Groningen. Drei Jahre später wechselte er zum GRC Groningen. Der Durchbruch gelang ihm 1979, als er zum Lokalrivalen FC Groningen kam. Hier machte der Mittelfeldakteur schnell auf sich aufmerksam, nicht zuletzt wegen seiner Torgefahr und den gefürchteten Freistößen.

Eine wichtige Rolle für Koemans Entwicklung spielte Johan Cruyff, der das Talent 1983 zum Spitzenclub Ajax Amsterdam holte und ihn ab 1985 als Trainer betreute. Cruyff schulte den Mittelfeldspieler zum Libero um. Fortan spielte der zweikampfstarke Koeman meist vor der Abwehr, fing die gegnerischen Angriffe ab und leitete mit schnörkellosem Spiel die Konter ein. 1985 gewann er mit Ajax die niederländische Meisterschaft und im folgenden Jahr den Pokal.

1986 wechselte Koeman zur PSV Eindhoven, mit der er 1987 Meister wurde. In den folgenden Jahren war die PSV die stärkste Mannschaft im niederländischen Vereinsfußball und gewann zweimal das Double. Dabei erwies sich Koeman nicht nur als Rückhalt der Abwehr, sondern auch als torgefährlicher Spieler: insgesamt erzielte er bis 1989 bei 281 Einsätzen in der Eredivisie 107 Tore, viele davon durch seine hart getretenen Freistöße. Der größte Erfolg in seiner Eindhoven-Zeit war 1988 der Gewinn des Europapokal der Landesmeister. Die Mannschaft warf den Titelfavoriten Real Madrid aus dem Wettbewerb und bezwang im Finale Benfica Lissabon nach Elfmeterschießen. Koeman selbst wurde 1987 und 1988 zum Fußballer des Jahres der Niederlande gewählt und galt weltweit als einer der besten Spieler auf der Liberoposition.

1989 verließ er die Niederlande und wechselte für die Ablösesumme von sechs Millionen Dollar zum FC Barcelona, wo er wieder unter Trainer Johan Cruyff spielte. Die Mannschaft um die Topspieler Andoni Zubizarreta, Julio Salinas, Albert Ferrer und Hristo Stoitchkov und eben Koeman war das dominierende Team Anfang der 1990er Jahre in Spanien. Sie gewann viermal die Meisterschaft (1990–94) und einmal den spanischen Pokal (1990). Im Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger unterlagen die Katalanen 1991 Manchester United trotz eines Treffers von Koeman mit 1:2. Im folgenden Jahr gewann Barça zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Europapokal der Landesmeister. Den entscheidenden Treffer zum 1:0-Erfolg über Sampdoria Genua im Londoner Wembley-Stadion erzielte Koeman in der Verlängerung mit einem Freistoß.

1995 kehrte er in die Niederlande zurück und wechselte nun zu Feyenoord Rotterdam. Damit hatte Koeman für alle drei Spitzenclubs der Ehrendivision gespielt. Für kurze Zeit stand auch ein Wechsel zu Werder Bremen zur Debatte, doch der dortige niederländische Coach Aad de Mos sprach sich gegen eine Verpflichtung aus. Auch Koeman lehnte schließlich den Wechsel ab, da er in der Bundesliga Anfeindungen durch Zuschauer befürchtete: nach dem Halbfinalsieg über Deutschland bei der Europameisterschaft 1988 hatte Koeman das Publikum provoziert (siehe unten). 1997 beendete er seine aktive Karriere und begann eine Trainerkarriere als Assistenzcoach.

Karriere im Nationalteam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nationalmannschaft gab er 1983 gemeinsam mit seinem Bruder Erwin sein Debüt. Nachdem sich die Niederländer acht Jahre lang nicht mehr für ein großes Turnier qualifizieren konnten, gewannen sie bei der EM 1988 ihren ersten bedeutenden Titel. Beide Koemans gehörten zur Mannschaft, die mit Marco van Basten, Ruud Gullit und Frank Rijkaard über eine Reihe von Ausnahmespielern verfügte. Der Europameister galt auch als Favorit bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien, doch das Team scheiterte im Achtelfinale an Deutschland, vier Jahre später bei der WM 1994 gegen Brasilien im Viertelfinale. Nach dieser Enttäuschung beendete er nach 78 Länderspielen (14 Tore) seine Karriere in der Elftal.

Mit 193 Erstligatoren ist er der erfolgreichste Torschütze unter den Defensivspielern.

Bekannt wurde Koeman aber auch durch einen handfesten Skandal. 1988, nach dem gewonnenen EM-Halbfinale gegen Deutschland (2:1) in Hamburg, tauschte er mit Olaf Thon das Trikot und wischte sich mit diesem demonstrativ sein Gesäß ab. Damit löste er Tumulte unter den Zuschauern aus. Später jedoch zeigte Koeman Reue.[1]

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein Liga Saison Liga Nat. Pokal Europapokal Andere Gesamt
Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore
FC Groningen Eredivisie 1980/81 24 4 3 2 - - - - 27 6
1981/82 32 15 1 0 - - - - 34 15
1982/83 33 14 4 0 - - - - 37 14
Gesamt 89 33 8 2 - - - - 97 35
Ajax Amsterdam Eredivisie 1983/84 32 7 4 2 2 0 - - 38 9
1984/85 30 9 2 1 4 3 - - 36 13
1985/86 32 7 6 1 2 0 - - 40 8
Gesamt 94 23 12 4 8 3 - - 114 30
PSV Eindhoven Eredivisie 1986/87 34 16 3 3 2 0 - - 39 19
1987/88 32 21 6 4 8 1 - - 46 26
1988/89 32 14 6 1 4 2 3 1 45 18
Gesamt 98 51 15 8 14 3 3 1 130 63
FC Barcelona Primera División 1989/90 36 14 7 4 4 1 1 0 48 19
1990/91 21 6 4 2 7 4 - - 32 12
1991/92 35 16 2 0 11 1 1 0 49 17
1992/93 33 11 3 0 3 0 4 0 43 11
1993/94 35 11 2 0 12 8 1 0 50 19
1994/95 32 9 1 0 8 1 1 0 42 10
Gesamt 192 67 19 6 45 15 8 0 264 88
Feyenoord Rotterdam Eredivisie 1995/96 31 10 3 1 7 3 1 0 42 14
1996/97 30 9 2 0 5 0 - - 37 9
Gesamt 61 19 5 1 12 3 1 0 79 23
Karriere Gesamt 535 193 59 21 79 24 12 1 685 239

Quellen: national-football-teams.com, footballdatabase.eu

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2000 ist er als Trainer tätig. Mit Ajax Amsterdam gewann er mehrere nationale Titel und sorgte auch in der Champions League für Furore. Später trainierte Koeman Benfica Lissabon, mit dem er 2006 im Viertelfinale der Champions League an seinem früheren Club FC Barcelona scheiterte. Von Oktober 2007 bis April 2008 war er beim FC Valencia tätig.

Ronald Koeman wurde zur Saison 2009/10 neuer Trainer des AZ Alkmaar und löste den bisherigen Trainer Louis van Gaal ab, der zum FC Bayern wechselte.[2] Am 6. Dezember 2009 wurde Koeman nach der siebten Saisonniederlage seines Vereins als Trainer des AZ Alkmaar entlassen.[3]

Im Juli 2011 nahm er bei seinem ehemaligen Verein Feyenoord als Nachfolger von Mario Been die Trainertätigkeit wieder auf.[4] Damit wurde Koeman der erste Fußballer, der sowohl als Spieler wie als Trainer bei allen Großen drei des niederländischen Fußballs – Ajax, PSV und Feyenoord – tätig war.

Im Juni 2014 wurde Koeman als Nachfolger von Mauricio Pochettino beim FC Southampton vorgestellt. In seiner ersten Saison bei den Saints erreichte er einen respektablen siebten Tabellenplatz. Im folgenden Jahr schaffte er durch den sechsten Tabellenplatz gar die direkte Qualifikation für die Europa League.

Im Juni 2016 wurde sein Wechsel zum Ligakonkurrenten FC Everton bekannt. Bei den Toffees unterzeichnete Koeman einen Vertrag bis 2019.[5]

Weitere Karrieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koeman auf dem Golfplatz

Experte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2008/2009 war Koeman Fußball-Experte der UEFA Champions League beim niederländischen Fernsehsender NOS sowie bei der Fußball-Talkshow Studio Voetbal.

Golf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koeman ist auch ein begeisterter Golfer geworden. Er ist ein Mitglied des Rosendaelsche Golf Club und wird regelmäßig zu einem Pro-Am Spiel eingeladen, wie die KLM Open im ABN AMRO Team zusammen mit Jarmo Sandelin, Aron Winter und Richard Krajicek.

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Niederländischer Meister 1985, 1986, 1987, 1988
  • Niederländischer Pokalsieger 1986, 1988, 1989
  • Sieger im Europapokal der Landesmeister 1988, 1992
  • Europameister 1988
  • Spanischer Pokalsieger 1990
  • Spanischer Meister 1991, 1992, 1993, 1994

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Cheeseheads vs Krauts“: 30 Years of Enmity, 14. Juni 2004
  2. tz.de: Koeman folgt auf van Gaal, abgerufen am 27. März 2014
  3. Koeman weg, AZ will Advocaat 6. Dezember 2009
  4. Ronald Koeman hoofdtrainer Feyenoord, Vereinshomepage von Feyenoord vom 21. Juli 2011
  5. Koeman wird Teammanager in Everton, sport1.de, abgerufen am 20. Juni 2016
Vorgänger Amt Nachfolger
Ruud Gullit Fußballer des Jahres der Niederlande
1987, 1988
Romário