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Ronald Paris

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Ronald Paris (2012)

Ronald Paris (* 12. August 1933 in Sondershausen; † 17. September 2021 in Rangsdorf[1]) war ein deutscher Maler, Grafiker und Hochschullehrer.

Herkunft und Ausbildung

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Paris war der Sohn des Theaterschauspielers Rupprecht Paris (1902–1955) und dessen Frau Henny, geb. Klose (1906–1982), einer Weißnäherin.[2] Nach dem Besuch der Volksschule in Weimar absolvierte er dort von 1948 bis 1950 eine Lehre als Kunstglaser und Glasmaler. Da zu diesem Zeitpunkt bereits sein Wunsch feststand, Maler zu werden, besuchte er daneben die Abendschule der Staatlichen Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar. Von 1950 bis 1952 besuchte er bis zum Abitur die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät an der Universität Jena. 1953 nahm er als Volontär mit Hans Vent an einem Restauratorenlehrgang am Schlossmuseum Gotha teil. Von 1953 bis 1958 studierte er Wandmalerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei Kurt Robbel, Arno Mohr, Bert Heller, Gabriele Mucchi und Toni Mau.

Ab 1958 arbeitete Paris freischaffend in Berlin. Im selben Jahr legte er während einer Sowjetunion-Reise 3000 km auf der Wolga zurück. 1961 wurde er Mitglied im Verband Bildender Künstler Deutschlands (VBKD) (später VBK der DDR), dessen Berliner Bezirksvorsitzender er von 1985 bis 1991 war. In dieser Funktion unterzeichnete er 1989 eine Erklärung mit, die Unverständnis über das Unvermögen der Partei- und Staatsführung ausdrückte und zum Gewaltverzicht aufrief.[3]

Sein Triptychon Dorffestspiele in Wartenberg wurde 1961 von der SED-Führung heftig kritisiert, weil die Darstellung der Arbeiter nicht deren idealisierter Vorstellung entsprach. 1962 entwarf Paris für das Brecht-Stück Schweyk im Zweiten Weltkrieg am Berliner Ensemble das Premierenplakat. Von 1963 bis 1966 war er Meisterschüler bei Otto Nagel an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin (Ost). 1965 war Ronald Paris Mitbegründer der Triennale Intergrafik, deren Vorsitzender er später war.

1969 porträtierte Paris im Rahmen der Mitarbeit an einer Grafikmappe Künstler sehen Künstler den Sänger und Schauspieler Ernst Busch. In dessen Folge entstanden zwei Busch-Gemälde, und die Fassung Ernst Busch II wurde auf der VII. Kunstausstellung der DDR ausgestellt. Da die Gemälde nicht den Busch zeigten, sondern einen müden alten Mann, erhielt Paris zahlreiche Kritik, nicht zuletzt von Busch selbst. Das Gemälde wurde vom Ministerium für Kultur aufgekauft und ist später auf spektakuläre Weise verschwunden. Es gilt heute als verschollen.

Paris hatte in der DDR und im Ausland eine Vielzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. nahm er von 1962 bis 1988 an allen Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden teil.

Von 1993 bis 1999 hatte er eine Professur an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle inne. Paris lebte und arbeitete ab 1985 in Rangsdorf. In Chemnitz initiierte der damalige Chemnitzer Oberbürgermeister Eberhard Langer im Sommer 2016 einen Antrag an den Stadtrat, die Wiederaufstellung der Emaille-Konstruktion Brunnen der Jugend im Sozialismus zu prüfen.[4]

2019 initiierte Paris unter Bezug auf die Intergrafik – Internationale Triennale engagierter Grafik des Verbands Bildender Künstler der DDR eine Edition künstlerischer Druckgrafik mit Wirksamkeit über ein enges Publikum hinaus, die er gemeinsam mit der linken Tageszeitung junge Welt realisierte.[5]

„Sein Lebenswerk zeigt expressive, oft stark vom Gestus des Zeichnerischen bestimmte Imaginationen zwischen Figur, Porträt und Landschaft, zwischen Realität und Abstraktion.“

– Ingeborg Ruthe[6]

Familie und Freunde

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Paris war von 1961 bis 1974 verheiratet mit der Fotografin Helga Paris, geb. Steffens. Aus der Ehe sind zwei Kinder (* 1962 und * 1964) hervorgegangen. Ab 1985 war er mit Isolde Paris verheiratet; 1976 wurde eine gemeinsame Tochter geboren.

Eine enge Freundschaft verband ihn unter anderem mit der Malerin Ursula Wendorff-Weidt, dem Begründer des modernen französischen Tanzes Jean Weidt, dem Sänger Wolf Biermann, dem Grafiker Herbert Sandberg, den Malern Gabriele Mucchi und Helmut Symmangk.[7]

Der Schweriner Landschaftsmaler Wilhelm Facklam (1883–1972) war sein Onkel;[8] ebenso der Bildhauer Roland Paris (1894–1945).[2] Seine Großmutter war die Schriftstellerin Therese Paris.

Museen mit Werken von Paris (unvollständig)

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Siehe auch

Architekturgebundene Werke und Werke im öffentlichen Raum

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  • 1959 Arbeit und Erholung. (Wandbild), Secco/Kasein, 5 × 12 m; Speisesaal im Sozialgebäude des VEB Stern-Radio Berlin, Berlin-Weißensee, Liebermannstraße; mit Rolf Schubert und Hans Vent.[11]
  • 1960 Landschule und landwirtschaftliche Betriebe (Wandbild), Sgraffito, 6 × 12 m; mit Helmut Symmangk, Klaus Roenspieß, Horst Sagert und Hans Vent; Wustermark, Außenfassade der Turnhalle der Oberschule[12]
  • 1961 Entwicklung der Flug- und Autotechnik (Wandbild), Latex, 3,50 × 12 m; Speisesaal des VEB Autoreparaturwerk, Berlin-Pankow, Blankenburger Straße; mit Hans Vent[13]
  • 1969 Lob des Kommunismus (Wandbild), Zentralamt für Statistik der DDR, ausgestellt im DDR-Museum Berlin[14]
  • 1974 Brunnen der Jugend im Sozialismus. Chemnitz.[15]
  • 1976 Von der Verantwortung des Menschen (Wandbild nach einem Gedicht von Paul Éluard; Farbpigment in Kunstharzdispersion mit Firnisfilm auf Kalkputz über Metallschürze; Rostock-Evershagen)
  • 1978–82 Triumph des Todes (Wandbild), Theaterfoyer Schwedt/Oder

Einzelausstellungen (unvollständig)

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Auszeichnungen (Auswahl)

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Commons: Ronald Paris – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Ingeborg Ruthe: Ronald Paris ist gestorben: Der Ostdeutsche malte die Schönheit, nie die Idylle. In: berliner-zeitung.de. 18. September 2021, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  2. 1 2 Alberto Shayo: Roland Paris. The Art Deco Jester King. Antique Collectors Club Art Books, 2016. ISBN 1-85149-823-0, S. 17 f.
  3. ↑ Erklärung des VBK, veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung, 20. Oktober 1989
  4. ↑ Stadtverwaltung Chemnitz muss nach Standorten für Brunnen der Jugend suchen. In: freiepresse.de. Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG, 31. August 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. September 2016; abgerufen am 28. September 2016.
  5. ↑ Kunst für alle. In: junge Welt vom 6. Juni 2019.
  6. ↑ Ingeborg Ruthe: Er malte die Schönheit, nie die Idylle. Nachruf, Berliner Zeitung, 20. September 2021, S. 13
  7. ↑ Feier des Lichts und des Lebens. In: sächsische.de vom 25. Juni 2018.
  8. ↑ Erinnerungen von Ronald Paris an seinen Onkel, In: Werner Stockfisch: Mecklenburg in Bildern von Wilhelm Facklam. Demmler Verlag, Schwerin 1993, ISBN 3-910150-19-5. S. 8–10; 65.
  9. ↑ Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Abgerufen am 10. September 2026.
  10. ↑ Ödipus, Vatermord am dreifachen Kreuzweg :: Winckelmann-Gesellschaft mit Winckelmann-Museum Stendal :: museum-digital:deutschland
  11. ↑ Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 1 Berlin. Deutsche Bauakademie (Hrsg.), Berlin 1969, S. 150/151.
  12. ↑ Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin 1972, Potsdam, S. 44/45.
  13. ↑ Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 1 Berlin. Hrsg. Deutsche Bauakademie, Berlin 1969, S. 152/153.
  14. ↑ Paris, Ronald | Kulturelle Projekte. Abgerufen am 26. Juni 2026.
  15. ↑ Swen Uhlig: Debatte um ein Kunstwerk: Das ist ein Dokument seiner Zeit. In: freiepresse.de. Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG, 10. September 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. September 2016; abgerufen am 28. September 2016 (mit Abbildungen).
  16. ↑ Nahaufnahme Flügelaltar In memoriam 1945 („Parisaltar“) bei flickr.com
  17. ↑ Peter Betthausen und Ulrike Hager (Hrsg.): Ronald Paris : Lob des Realismus – Retrospektive 2008. [anläßlich der Ausstellung Ronald Paris – Lob des Realismus. Retrospektive 2008, Sondershausen (Marstall des Schlosses Sondershausen) 5. April – 29. Mai 2008, Schwerin (Schleswig-Holstein-Haus) 6. Juni – 3. August 2008, Potsdam (Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte) 5. September – 26. Oktober 2008]. Faber & Faber, Leipzig 2008, ISBN 3-86730-063-1.
  18. ↑ Ronald Paris: Ölbilder aus den Jahren 2000 bis 2012 – Sonderausstellung zum 80. Geburtstag des Künstlers. In: Sondershäuser Heimat-Echo. Bd. 24 (2013), 2, ZDB-ID 30276-4, S. 38–39.
  19. ↑ Ronald Paris … erlebt Paris. In: potsdam.de vom 13. Oktober 2019.
  20. ↑ Ronald Paris „Bilder vom Sein – Arbeiten aus sechs Jahrzehnten“ im Schloss Biesdorf. In: berlin.de vom 25. Mai 2020.