Ronnenberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ronnenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ronnenberg
Ronnenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ronnenberg hervorgehoben
Koordinaten: 52° 19′ N, 9° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 73 m ü. NHN
Fläche: 37,78 km2
Einwohner: 23.752 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 629 Einwohner je km2
Postleitzahl: 30952
Vorwahlen: 0511, 05109, 05108
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 014
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hansastraße 38
30952 Ronnenberg
Webpräsenz: www.ronnenberg.de
Bürgermeisterin: Stephanie Harms (CDU)
Lage der Stadt Ronnenberg in der Region Hannover
Region Hannover Niedersachsen Wedemark Burgwedel Neustadt am Rübenberge Burgdorf Uetze Lehrte Isernhagen Langenhagen Garbsen Wunstorf Seelze Barsinghausen Sehnde Hannover Gehrden Laatzen Wennigsen Ronnenberg Hemmingen Pattensen Springe Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Schaumburg Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Celle Landkreis Peine Landkreis Gifhorn Landkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild

Ronnenberg ist eine Stadt und selbständige Gemeinde in der Region Hannover, Niedersachsen, die zum Calenberger Land zählt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ronnenberg liegt im Südwesten der Region und grenzt an die Landeshauptstadt Hannover, Hemmingen, Springe, Wennigsen (Deister) und Gehrden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten).

Ronnenberg gliedert sich in die Stadtteile Benthe (mit der Ortschaft Sieben Trappen), Empelde, Ihme-Roloven, Linderte, Ronnenberg, Vörie und Weetzen. Der Verwaltungssitz befindet sich nicht in Ronnenberg, sondern im größeren Empelde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Michaeliskirche in Ronnenberg

Erste urkundliche Erwähnungen der einzelnen Ortsteile lassen sich ab dem 9. Jahrhundert finden. Nach aktuellen Forschungsergebnisse wurde schon in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends diese Region besiedelt.

Ronnenberg wurde in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts erstmals erwähnt und erlangte in dieser Zeit auch Bedeutung als Gerichtsstätte. Die Michaeliskirche wurde im 12. Jahrhundert errichtet, an ihrer Außenwand wurde das Portal der ehemaligen Bonifatiuskapelle mit merowingischen und langobardischen Stilelementen eingebaut, die 1078 bereits existierte. 1466 wurde Ronnenberg Sitz des höchsten Landgerichts im Calenberger Land.

Mit der Reformation wurde im Calenberger Land der protestantische Glauben etabliert. Der Reformator Antonius Corvinus ordnete das Kirchen-, Schul- und Gerichtswesen im evangelischen Sinn.

In der Napoleonischen Zeit kamen die Ortschaften vom heutigen Ronnenberg unter französische Militärverwaltung und 1810 zum neu geschaffenen Königreich Westphalen und seit 1814 zum neuen Königreich Hannover, sowie nach 1866 zu Preußen. In dieser Zeit wurde durch Agrarreformen und ein neues Gewerberecht die Grundlage für einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung geschaffen. Fast zeitgleich mit dem Anschluss an die Bahnstrecke Hannover–Altenbekenvon 1872 begann die Industrialisierung mit Zuckerproduktion und Kalibergbau.

Im Gegensatz zu weiten Teilen des Deutschen Reiches war das Calenberger Land nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches 1918 kaum von politischen und sozialen Unruhen betroffen. Allerdings war die Not der Bevölkerung auch in den Ronnenberger Gemeinden groß. Erst nach der Währungsreform in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre besserte sich die Situation für die Bevölkerung allmählich wieder. Die fortschreitende Motorisierung führte zum Ausbau der Straßennetzes. Der Anteil der in der Landwirtschaft beschäftigten Bevölkerung verringerte sich stetig, dafür ließen sich mehr Handwerks- und Gewerbebetriebe nieder.

1929 wurde das Familienwappen der Ministerialenfamilie „zu Ronnenberg“ zum offiziellen Wappen von Ronnenberg bestimmt.

Nach 1933 war auch Ronnenberg geprägt von der nationalsozialistischen Diktatur. Mit Ausnahme von Empelde, das wegen der Nähe zu Hannover und der Munitionsfabrik Dynamit Nobel AG stärker vom Bombenkrieg ab 1942 betroffen war, kamen die übrigen zum heutigen Ronnenberg gehörenden Ortschaften verhältnismäßig glimpflich davon.

Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich die Bevölkerung durch die Vertriebenen. Eine Volkszählung von 1950 im Landkreis Hannover weist aus, dass ca. 40 % der Bevölkerung aller sieben Ortsteile, die heute zur Stadt Ronnenberg gehören, aus Vertriebenen und Zugewanderten bestand. In Empelde entstand das größte Flüchtlingslager für Ostvertriebene im Landkreis Hannover. Dieser Zuzug von Evakuierten, Flüchtlingen und Vertriebenen bestimmte auch die Entwicklung in Ronnenberg maßgeblich. Die Einwohnerzahlen verdoppelten sich nach dem Krieg fast überall. Die Vertriebenen, die vor allem in den Ortsteilen Ronnenberg, Empelde und Weetzen geblieben sind, prägten in den Folgejahren das Leben vor Ort maßgeblich mit.

Durch Fusion mit den umliegenden Gemeinden Benthe, Empelde, Linderte, Vörie und Weetzen entstand 1969 die neue Gemeinde Ronnenberg. Am 1. März 1974 wurde Ihme-Roloven eingegliedert. Am 12. Dezember 1975 erhielt Ronnenberg die Stadtrechte.[2]

Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Ronnenberg zum aufgelösten Regierungsbezirk Hannover. Seitdem ist Ronnenberg Bestandteil der Region Hannover.

Beginn der Industrialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren Ronnenberg und seine heutigen Ortsteile in erster Linie landwirtschaftlich geprägt. Erste Schritte in die Industrialisierung machte der Unternehmer Johann Egestorff, als er im Jahr 1831 in Empelde die erste Ziegelei baute. Die von seinem Sohn Georg Egestorff in Linden errichtete Egestorffsche Zündhütchenfabrik wurde vor dem ersten Weltkrieg nach Empelde auf ein freies Feld neben der Bahnstrecke Hannover–Altenbeken verlegt, das heutige Areal des „Wohnparks am See“. Die 1928 eingestellte Produktion wurde 1938 im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht vom neuen Eigentümer Dynamit AG, vormals Alfred Nobel & Co (kurz DAG) wieder aufgenommen. Nach Kriegsende 1945 nutzten diverse Firmen, darunter auch Telefunken, die Gebäude und Baracken auf dem Gelände. In den 1980er Jahren erfolgte schließlich die heutige Bebauung mit Wohnhäusern.

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon vor 1100 Jahren wurde im Bereich des heutigen Empelde Salz gewonnen. Die eigentliche Geschichte des Bergbaues in Ronnenberg begann aber erst Ende des 19. Jahrhunderts, nachdem durch wissenschaftliche Arbeiten Justus von Liebigs erkannt wurde, wie wichtig Kalisalz als mineralischer Kunstdünger für die Landwirtschaft ist.

1894 wurde die erste Tiefbohrung für das KaliwerkHansa-Silberberg“ in Empelde vorgenommen. 1898 begann der Bau des „Schachtes Albert“ in Ronnenberg, der am 6. Dezember 1905 in Betrieb ging. Seit Ende der 1960er Jahre drang immer mehr Wasser in das Bergwerk ein, 1975 durchbrach schließlich eine Süßwasserader die Schachtwand. Die Schäden waren so groß, dass das Bergwerk aufgegeben werden musste. Bedingt durch den Bergbau kam es verschiedentlich zu Erdsenkungen und Einbrüchen im Stadtgebiet Ronnenbergs.

Teile des Salzstocks werden heute als Kavernen zur Speicherung von Erdgas verwendet. Die Rückstandshalde in Empelde wird derzeit mit Bauschutt und Humus ummantelt und dadurch renaturiert. Die Halde des Kaliwerkes Ronnenberg wurde bis September 2005 größtenteils abgetragen und in die Schachtanlage Asse bei Wolfenbüttel verfüllt. Über die Verwendung der noch verbliebenen Haldenmenge ist noch keine Entscheidung getroffen worden.

Zuckerindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirte aus der Region trafen sich am 30. Juli 1882 zur Gründung einer bäuerlichen Aktiengesellschaft, die Geburtsstunde der „Zuckerfabrik Weetzen“. Zwar gab es im Calenberger Land bereits Fabriken in Gehrden und Bennigsen, aber in Weetzen war der seit 1872 vorhandene Bahnanschluss ein großer logistischer Vorteil.

1883 begann die Produktion in der neuen Fabrik in Weetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik modernisiert und zwei 40 Meter hohe Hochsilos errichtet. Die Zuckerwirtschaft expandierte, sogar kubanische Rohware wurde zeitweilig in Weetzen zu Weißzucker verarbeitet. Die Fabrik konnte aber, ebenso wie andere Werke im Norden, mit den neuen Fabriken in Süddeutschland nicht mithalten. Die letzte Rübenkampagne in Weetzen begann im Herbst 1986, die Fabrik wurde geschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Ronnenberg: Rathaus im Ortsteil Empelde
Stadt Ronnenberg: Standesamt und Verwaltungsnebenstelle im Ortsteil Ronnenberg

Rat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Stadt Ronnenberg besteht aus 34 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit der Einwohnerzahl zwischen 20.001 und 25.000 Einwohnern. Die 34 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021. Stimmberechtigt im Rat der Stadt ist außerdem die hauptamtliche Bürgermeisterin Stephanie Harms (CDU).

Die Kommunalwahl am 11. September 2016 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,26 % zu folgendem Ergebnis:

SPD: 31,88 % (11 Sitze)
CDU: 27,99 % (9 Sitze)
GRÜNE: 13,78 % (5 Sitze)
FDP: 3,76 % (1 Sitz)
LINKE: 3,18 % (1 Sitz)
Freie Wähler: 6,09 % (2 Sitze)
AfD: 13,33 % (5 Sitze)

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2014 ist Stephanie Harms (CDU) Bürgermeisterin. In einer Stichwahl am 6. Oktober 2013 erhielt sie 52,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 45,0 Prozent. Ihr Amtsvorgänger Wolfgang Walther (SPD) war seit 2001 der erste hauptamtliche Bürgermeister und wurde 2006 wiedergewählt. Er ging vor Ablauf der regulären Amtszeit in den vorzeitigen Ruhestand.

Liste der Bürgermeister und Stadtdirektoren der Stadt Ronnenberg (seit 1969)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2001 waren de Bürgermeister der Stadt Ronnenberg ehrenamtlich tätig, unterstützt von einem hauptamtlichen Gemeinde bzw. Stadtdirektor. 2001 wurden beide Posten zu dem des hauptamtlichen Bürgermeisters zusammengefasst. Die Bürgermeister der Stadt Ronnenberg waren:

1969: Willi Rahlves (SPD)
1969 - 1971: Ernst-Georg Hüper (SPD)
1971 - 1981: Artur Sommer (SPD)
1981 - 1986: Hermann Haller (CDU)
1986 - 1995: Karl Kruse (SPD)
1995 - 1996: Horst Rudolph (SPD)
1996 - 2001: Paul Wenig (SPD)
2001 - 2013: Wolfgang Walther (SPD)
Seit 2014: Stephanie Harms (CDU)

Als Gemeinde- bzw. Stadtdirektor waren in dieser Zeit tätig:

1969 - 1981: Horst Günther Humbeck
1981 - 2001: Bernhard Lippold
Die Wappen der 7 Ronnenberger Ortsteile mit den Stadtwappen der Partnerstädte

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen Städtepartnerschaften zu folgenden Gemeinden:

Kultur, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Ronnenberg

Besondere denkmalgeschützter Gebäude:

  • Kapelle von um 1700 in Benthe
  • Gutshaus in Benthe als zweigeschossiger Fachwerkbau
  • Holländerkappenwindmühle von 1855 in Benthe
  • Kapelle von 1842 in Empelde, heute Stadtteilbibliothek
  • Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert in Ihme-Roloven als Fachwerkhaus mit Krüppelwalm
  • Kapelle aus dem 14. Jahrhundert in Linderte
  • Michaeliskirche in Ronnenberg als im 12. Jahrhundert erbaute romanische Basilika mit wertvoller Kirchenausstattung
  • Heimatmuseum Ronnenberg
  • Feuerwehrturm in Vörie
  • Verwaltungsgebäude und Werksvilla in Weetzen

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ende von Kalibergbau und Zuckerindustrie sind in Ronnenberg heute vor allem Unternehmen aus Handel und Dienstleistung ansässig. Es gibt knapp 900 Wirtschaftsbetriebe mit ca. 5.750 Arbeitsplätzen bei ungefähr 3.200 Einpendlern und 7.500 Auspendlern. (Stand 2015)

Die Wirtschaftsstruktur Ronnenbergs gliedert sich wie folgt:

Handel und Verkehr: 36 %
Dienstleistungen: 33 %
Produzierendes Gewerbe: 30 %
Landwirtschaft: 1 %

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ronnenberg hat eine direkte Anbindung an die Bundesstraßen B65 und B217, die Autobahnen A2 und A7 können problemlos in kurzer Zeit erreicht werden, zum Flughafen Hannover-Langenhagen sind es 25 Autominuten.

Die Stationen Ronnenberg, Empelde, Linderte und Weetzen liegen an der Bahnstrecke Hannover–Altenbeken, von der in Weetzen die Deisterbahn abzweigt. Die S-Bahn Hannover bietet einen Taktverkehr mit den Linien S 1 und S 2 HasteHannover HbfWunstorfnach Minden bzw. nach Nienburg. Der Haltepunkt Weetzen wird auch von der Linie S 5 von Paderbornüber Hameln – Hannover Hbf – nach Hannover Flughafen bedient.

Der Ortsteil Empelde hat mit der Endhaltestelle der Linie 9 eine direkte Anbindung an das Straßenbahnnetz Hannovers, von dort aus verkehren 8 Buslinien mit den übrigen Ortsteilen und Gemeinden im Calenberger Land.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Amtsgericht Wennigsen (Deister) ist das zuständige Amtsgericht für Ronnenberg. Die Stadt fällt in den Bezirk des Landgerichts Hannover und in den Oberlandesgerichtsbezirk Celle.
  • In Ronnenberg befindet sich eine der drei feuerwehrtechnischen Zentralen der Region Hannover.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste Schuleinrichtung des Calenberger Landes ist aufs engste mit dem Ronnenberger Kirchenhügel verbunden. Nach den ersten reformatorischen Visitationsunterlagen ist davon auszugehen, dass es dort bereits zu katholischer Zeit eine Schule gab, die mit Kirchengut ausgestattet war.

Belegt ist die Anordnung von Antonius Corvinus zur Gründung einer zentralen Schule in Ronnenberg, geschehen auf Geheiß der Herzogin Elisabeth von Calenberg und verkündet anlässlich der ersten protestantischen Kirchenvisitation zu Ostern 1543: Termenei – Ist hinfurt und in Ewigkeit zur Schule verordent. Ist Jurgen Segelen, dem hohgreven zu Runenberge, solchs das es geschehen moge in bevelh geben.[3] Um den Schülern (zunächst wurden nur Knaben unterrichtet) die häufig weitläufigen Fußwege zur Schule zu ersparen, wurden auf den Dörfern nach und nach Filialschulen eingerichtet und 1757 der Schulbesuch auf Mädchen ausgedehnt.

Bereits 1922 wurde eine „Gehobene Abteilung“ eingeführt. Maßgeblich für den Unterricht waren die Richtlinien der Mittelschulen. Die weiterführenden gehobenen Klassen fanden großen Zuspruch und führten 1955 zur Einführung eines „Differenzierten Mittelbaus“, allerdings auch zur Begrenzung auswärtiger Schülerinnen und Schüler auf die Räume Bredenbeck, Wennigsen, Gehrden, Empelde, Wettbergen. Ab 1957 ist die Erlangung eines Realschulabschlusses möglich und 1966 folgt die Anerkennung als Realschule. Der offizielle Name lautet nun „Volksschule mit Förderstufe und Realschulzug“. 1976 folgt die Aufteilung in Grundschule und Realschule und damit die Verselbständigung der Realschule.

1994 erhält diese Realschule den Namen Marie Curie Schule und wird als KGS mit Oberstufe geführt. Seit 2004 ist die KGS-Ronnenberg eine offene Ganztagsschule mit 1498 Schüler (2017).

Es gibt es in Ronnenberg

  • Vier Grundschulen:
    • Grundschule Benthe
    • Grundschule Ronnenberg
    • Regenbogenschule Weetzen
    • Theodor-Heuss-Schule Empelde
  • Förderschule Selma-Lagerlöf-Schule Empelde
  • Kooperative Gesamtschule (KGS), die Marie-Curie-Schule
    • Klassen 5 – 6: Ronnenberg
    • Klassen 7 – 13: Empelde

Weitere Bildungseinrichtungen in Ronnenberg, Empelde und Weetzen sind die Volkshochschule Calenberger Land und die Calenberger Musikschule, die in Ronnenberg und Empelde Unterrichtsmöglichkeiten bieten.

Kirchen, Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

kath. Kirche St. Thomas Morus

Ronnenberg ist Sitz eines gleichnamigen Kirchenkreises der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Zu ihm gehört in der Ortschaft Ronnenberg die Michaelis-Kirchengemeinde mit der gleichnamigen Kirche im Ortskern. Seit 1589 ist die erste Pfarrstelle mit der Superintendentur der Inspektion bzw. des Kirchenkreises Ronnenberg verbunden. Weitere evangelisch-lutherische Kirchen befinden sich in Ronnenberger Ortsteilen. Das Kirchenkreisamt Ronnenberg ist die Verwaltungsstelle für die Kirchenkreise Ronnenberg und Laatzen-Springe.

Die katholische Kirche St. Thomas Morus befindet sich an der Deisterstraße. Sie wurde 1972 nach Plänen von Josef Fehlig erbaut, ausgeführt als Fertigteilkirche mit freistehendem Glockenturm. Heute gehört die Kirche als Filialkirche zur Pfarrei St. Maximilian Kolbe im Ökumenischen Kirchencentrum Hannover-Mühlenberg. Es befanden sich weitere katholische Kirchen befindet sich in den Ortsteilen Weetzen und Empelde, die 2009 und 2016 profaniert wurden.

Die Neuapostolische Kirche im Bauernwiesenweg 28 wurde 2011 aufgegeben. Die nächste neuapostolische Kirche befindet sich in Hannover-Badenstedt.

Die Türkisch Islamische Gemeinde zu Ronnenberg hat ihren Sitz in Empelde.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heimatmuseum in Ronnenberg

Der älteste Verein im Stadtgebiet ist der Gesangverein Concordia von 1859 Ronnenberg e. V. Seit über 150 Jahren ist der Männerchor aktiv. Weiterhin gibt es die Schützenvereinigung Ronnenberg, die aus den Vorgängervereinen SG Ronnenberg 51 (gegründet 1951) und der Schützengilde Ronnenberg (gegründet 1954) hervorgegangen ist. Seit 1971 besteht der Fanfarenzug 1. Niedersächsische Show- Fanfaren- und Majorettencorps Stadt Ronnenberg e. V. Seit 1905 ist die SG 05 Ronnenberg der Heimatverein der Kernstadt Ronnenberg. Der Stafero e. V. wurde 2005 gegründet, um als Veranstalter und Organisator für das Stadtfest Ronnenberg aufzutreten, das an jedem 3. Juniwochenende „Rund um die Michaeliskirche“ stattfindet. Die Erinnerung an die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der in Ronnenberg lebenden jüdischen Mitbürgerger wird durch den Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg gepflegt.

Die Ortsgruppe Ronnenberg im Heimatbund Niedersachsen wurde 1928 gegründet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Reihe Schriften zur Stadtentwicklung, herausgegeben von der Stadt Ronnenberg:
    • Peter Hertel: Die Juden von Ronnenberg, Teil 1: 1700–1933. Band 4 der Schriftenreihe, Januar 2012
    • Peter Hertel: Die Juden von Ronnenberg, Teil 2: 1933–2012. Band 5 der Schriftenreihe, November 2012
  • Peter Hertel u.a. (Hrsg.): Ronnenberg - Sieben Traditionen - eine Stadt, Ronnenberg, 2010
  • Dr. Annette v. Boetticher / Martin Stöber: Runibergun 532: Zur Frage des Alters der Ortsteile der Stadt Ronnenberg / Region Hannover, Nds. Institut für historische Regionalforschung e.V., Hannover, 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ronnenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196 und 197.
  3. Karl Kayser: Die reformatorischen Kirchenvisitationen in den welfischen Landen 1542-1543