Root LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Rootf zu vermeiden.
Root
Wappen von Root
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1065i1f3f4
Postleitzahl: 6037
UN/LOCODE: CH ROO
Koordinaten: 672320 / 218578Koordinaten: 47° 6′ 51″ N, 8° 23′ 30″ O; CH1903: 672320 / 218578
Höhe: 422 m ü. M.
Fläche: 8,65 km²
Einwohner: 4754 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 550 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
24,6 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.gemeinde-root.ch
Karte
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Root ist eine Einwohnergemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz. Bis 2007 gehörte Root zum ehemaligen Amt Luzern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Root liegt im Rontal zwischen Luzern und Zug. Ein regional bekannter Ortsteil ist Michaelskreuz. Von der Gesamtfläche der Gemeinde werden 51,1 % landwirtschaftlich genutzt. Weitere 27,9 % sind Wald und Gehölz und 16,6 % Siedlungsfläche. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf dem Rooterberg, oberhalb der Kapelle Michaelskreuz auf 831 m ü. M., der tiefste an der Reuss auf 407 m ü. M.

Nachbargemeinden von Root sind im Uhrzeigersinn Gisikon, Honau, Risch im Kanton Zug, Meierskappel, Udligenswil, Dierikon, Buchrain und Inwil.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1798 und 1850 stieg die Bevölkerung stark an (1798–1850: +61,6 %). Die Einwohnerzahl sank danach von 1850 bis 1870 infolge Abwanderung leicht (1850–1870: −8,8 %). Die nachfolgende Dekade brachte einen starken Bevölkerungsanstieg (1870–1880: +47,3 %). Daraufhin folgte bis 1950 langsames Wachstum auf knapp über 2000 Einwohner (1880–1950: +49,4 %). Durch die verstärkte Ansiedlung von neuen Betrieben kam es in den 1950er-Jahren zu einem stürmischen Wachstum der Einwohnerschaft (1950–1960: +21,1 %). Anschliessend gab es bis 1980 nur noch einen geringen Bevölkerungsanstieg (1960–1980: +3,2 %). Wegen der verbesserten Verkehrsanschlüsse und der zentralen Lage zwischen den Wirtschaftszentren Luzern und Zug folgte wie in den anderen Gemeinden des Rontals ein starkes Wachstum (1980–2010: +72,6 %). Seither hat sich der Bevölkerungsanstieg deutlich verringert.

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[3]; Bundesamt für Statistik; 1850 bis 2000 Volkszählungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Bevölkerung, nämlich 85,57 %, benutzt als Alltagssprache Deutsch. Durch starke Zuwanderung aus dem ehemaligen Jugoslawien folgen danach mit 4,19 % Serbokroatisch und mit 3,83 % Albanisch (Stand 2000).

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich bestand die gesamte Einwohnerschaft aus römisch-katholischen Christen. Heute (Stand 2000) bilden diese mit 67,17 % eine schrumpfende Mehrheit. Religiöse Minderheiten sind die 12,41 % Muslime, 9,24 % evangelisch-reformierte Christen, 5,24 % Konfessionslose und 1,90 % orthodoxe Christen.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2016 waren von den 4754 Einwohnern 3563 Schweizer und 1191 (25,05 %) Ausländer.[4] Ende 2016 stammten die zehn wichtigsten Migrationsgruppen aus Deutschland (148 Menschen; 3,11  %), Kosovo (143 Menschen; 3,01 %), Portugal (120 Menschen; 2,52 %), Italien (110 Menschen; 2,31 %), Mazedonien (104 Menschen; 2,19 %), Bosnien–Herzegowina (85 Menschen; 1,79 %), Serbien (76 Menschen; 1,60 %), Türkei (50 Menschen; 1,06 %), Spanien (40 Menschen; 0,84 %) und Sri Lanka (32 Menschen; 0,67 %). Ende 2015 waren insgesamt 11,2 % der Zugewanderten aussereuropäischer Herkunft.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nebenamtlich arbeitende Gemeinderat besteht aus fünf Personen:

  • Heinz Schumacher (FDP): Gemeindepräsident
  • Margrit Künzler (CVP):Ressort Soziales und Gesundheit
  • Patrick Meier (CVP): Ressort Finanzen und zentrale Dienste
  • Stefan Hoffmann (CVP): Ressort Bildung
  • Peter Ineichen (FDP): Ressort Bau und Infrastruktur

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Root: CVP 35,6 %, SVP 25,3 %, FDP 19,2 %, SP 8,0 %, GPS 4,6 %, glp 4,5 %.[6]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Root: SVP 34,1 %, CVP 20,0 %, FDP 18,9 %, SP 11,6 %, glp 6,3 %, GPS 5,0 %, BDP 2,7 %.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher fand die Bevölkerung als Bauern und Steinhauer ein Auskommen. Heute (Stand 2001) gibt es nur noch 33 Landwirtschaftsbetriebe, welche 5,2 % der Erwerbstätigen beschäftigen. Industrie und Gewerbe mit 58,9 % der Arbeitsbevölkerung und der Dienstleistungsbereich mit 35,8 % der Beschäftigten sind weit bedeutender. Der grösste Arbeitgeber ist die CPH Chemie + Papier, welche 500 Personen ein Einkommen verschafft. Weitere 2200 Arbeitsplätze werden im D4 Business Center angeboten. Root hat deshalb als eine von wenigen Luzerner Gemeinden eine positive Pendlerbilanz. 1.312 Zupendlern (vor allem aus der Stadt Luzern, Ebikon und dem Kanton Zug) standen bloss 1.218 Wegpendler gegenüber (in die gleichen Gebiete, woher die Zupendler kommen) (Stand 2000).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1864, der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Zug–Luzern, hat Root mit den Bahnhöfen Gisikon-Root, und Root D4 seit 2001, Anschluss an den Öffentlichen Verkehr. Auf der Strasse verkehrt ausserdem noch ein Ortsbus zwischen Luzern und Root. Die Gemeinde hat seit 1986 einen eigenen Autobahnanschluss.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste indirekte Erwähnung fand Root im Jahr 1236, als ein Ulricus de Rota als Zeuge in einer Kaufurkunde des Klosters Engelberg erwähnt wird. Die Gemeinde geriet nach dem Aussterben der Grafen von Kyburg unter die Herrschaft der Habsburger. Das Patronat über die Kirche Root übte von 1253 bis 1396 das Zisterzienserkloster Altenrief (FR) und danach bis 1478 die Propstei Zofingen aus – ehe es dann zur Propstei Luzern kam. Die weltliche Herrschaft verloren die Habsburger 1386 an Luzern (1394 vorläufig, 1474 endgültig anerkannt). Die Gemeinde gehörte bis 1798 zur Landvogtei Habsburg. Am Bauernkrieg 1653 beteiligte sich die Gemeinde nicht, was zu Steuerprivilegien führte. Vom Sonderbundskrieg im Jahre 1847 war Root stark betroffen.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindehaus ist ein Kindergarten für derzeit (Schuljahr 2008/2009) 80 Kinder eingerichtet. Danach stehen den Heranwachsenden die Schulhäuser Arena/Widmermatte, St. Martin, Oberfeld und Röseligarten für die weitere schulische Bildung zur Verfügung. Die Primarschule besuchen 500 Schüler aus Root. Die Sekundarschule besuchen 120 Kinder, die Realschule 70 Kinder und die Werkschule 30 Heranwachsende aus den Gemeinden Dierikon, Gisikon, Honau und Root in Root.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind das vermutlich erstmals um 600 n. Chr. errichtete Missionskreuz auf dem Michaelskreuz und die dazugehörende Wallfahrtskapelle. Weitere Gotteshäuser, so unter anderem die Dorfkirche St. Martin, sind ebenfalls einen Abstecher nach Root wert[8].

Ausserdem finden Touristen ein Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert mit Heiligenfiguren (ebenfalls auf dem Michaelskreuz) vor.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0, S. 420–439.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Root – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Quelle:Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern.Schluss Tabelle 1
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen und Staatsangehörigkeit (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Root
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Root
  7. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.
  8. Heinz Horat: Pfarrkirche und Beinhaus Root LU. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 284). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1980, ISBN 978-3-85782-284-1.