Rosa Schleife

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rosa Schleife

Die Rosa Schleife ist ein internationales Symbol, durch das Solidarität mit Frauen zum Ausdruck gebracht werden kann, die an Brustkrebs erkrankt sind oder aufgrund einer Keimbahnmutation ein besonders großes Risiko für eine Brustkrebserkrankung haben. Zugleich soll die Rosa Schleife, vergleichbar mit der Roten Schleife (der „AIDS-Schleife“) und anderen Awareness Ribbons, den öffentlichen Diskurs über Brustkrebs und die wissenschaftliche Erforschung von Brustkrebs fördern. Die Rosa Schleife wurde erstmals im Herbst 1991 von der US-amerikanischen Stiftung Susan G. Komen (bis 2006: Susan G. Komen Breast Cancer Foundation) im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit genutzt, als jeder Teilnehmer am Race for the Cure – einem Brustkrebs-Solidaritätslauf von Susan G. Komen in New York City – eine rosa Schleife erhielt.[1]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gewächshaus des Botanischen Gartens Curitiba, Brasilien, hervorgehoben in Rosa im Oktober

Ziel der Rosa Schleife ist es, Aufmerksamkeit für das Thema Brustkrebs zu schaffen:

  • für Prävention und Früherkennung von Brustkrebs
  • für die Erforschung der Ursachen von Brustkrebs
  • für die Suche nach Therapien zur Heilung von Brustkrebs

Hierzu trägt u. a. auch der Brustkrebsmonat Oktober bei, eine jährlich und international stattfindende, von den großen Brustkrebs-Stiftungen organisierte, Gesundheitskampagne, ferner auch Selbsthilfegruppen wie das BRCA-Netzwerk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Race for the Cure wurde im Oktober 1983 in Dallas (USA) ausgerichtet. Dort nahmen 700 Menschen teil. Im Jahr 1999 gab es in den USA bereits 600.000 Teilnehmer in Dutzenden Städten der USA. Im Jahre 2005 erreichte die Teilnehmerzahl 1,4 Millionen. Dass sich die Rose Schleife über ihre Verwendung bei den Komen-Volksläufen hinaus als internationales Symbol durchsetzte, hatte weitere Gründe.

Alexandra Penney, die damalige Herausgeberin der Zeitschrift Self Magazine, arbeitete im Jahr 1992 an der zweiten Ausgabe des Nationalen Brustkrebs-Bewusstseins-Monats. Evelyn Lauder, die zu der Zeit Vizepräsidentin von Estée Lauder war, wurde eingeladen, um Gast-Redakteurin der NBCAM Ausgabe 1992 zu sein. Penney und Lauder präsentierten die Idee, eine Schleife zu kreieren und diese auf Kosmetiktischen in New York zu bewerben. Danach versprach Evelyn Lauder, diese Kampagne weltweit zu verbreiten, doch eine Farbe für diese Schleife existierte noch nicht.

Jedoch produzierte die damals 68-jährige Charlotte Hayley pfirsichfarbene Schleifen als Symbol gegen Brustkrebs. Sie verkaufte die Schleifen mit einer Karte, auf der stand: „Das jährliche Budget des Nationalen Krebs-Instituts beläuft sich auf 1,8 Milliarden US-Dollar und nur 5 Prozent gehen an die Krebs-Bekämpfung. Helfen Sie uns, mit dieser Schleife unsere Gesetzgeber und Amerika zu alarmieren“. Ihre Nachricht verbreitete sich schnell. Was dazu beitrug, dass Penney und Evelyn Lauder Interesse an Charlottes Kampagne bekamen. Sie wollten sich Hayleys Initiative anschließen und mit ihr arbeiten. Aber Hayley lehnte dieses Angebot ab.

Nach einer Besprechung mit Lauder, Hayley und den Rechtsanwälten präsentierten sie eine „neue“ Farbe. Die neue Farbe der Schleife war rosa.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Button „Alternative Rosa Schleife“

Samantha King beschreibt in ihrem 2006 veröffentlichten Buch, wie Brustkrebs von einer ernsten Krankheit und individueller Tragödie zu einer marktgetriebenen Industrie umgestaltet worden sei. Immer mehr werde das rosa Symbol kommerzialisiert und verliere seine ursprüngliche Bedeutung der Solidarisierung zwischen Betroffenen und nicht Betroffenen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rosa Schleifen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sandy M. Fernandez: Pretty in Pink. Geschichte der rosa Schleife. Reprinted from MAMM, Juni 1998, archiviert vom Original am 22. Oktober 2006; abgerufen am 30. September 2020 (englisch).
  2. Samantha King: Pink Ribbons, Inc. : Breast cancer and the politics of philanthropy. University of Minnesota Press, Minneapolis 2006, ISBN 978-0-8166-4899-3.