Rosalie Bertell

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Rosalie Bertell (vierte von rechts) bei der Internationalen Medizinischen Kommission von Bhopal

Rosalie Bertell (* 4. April 1929 in Buffalo; † 14. Juni 2012 in Yardlet, Pennsylvania[1]) war eine US-amerikanische Biometrikerin und Umweltaktivistin. Seit 1970 arbeitete sie auf dem Gebiet der Umweltgesundheit. Rosalie Bertell erhielt 1986 den Right Livelihood Award.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosalie Bertell wurde in Buffalo, der zweitgrößten Stadt im US-Bundesstaat New York geboren. Ihre Mutter war Kanadierin, ihr Vater war Bürger der USA. Sie war Mitglied der römisch-katholischen Kongregation Grey Nuns of the Sacred Heart in Kanada.[2] Bertell besaß die kanadische und US-Staatsbürgerschaft.

1966 erhielt Rosalie Bertell den Doktortitel in Biometrie an der Katholischen Universität von Amerika. Sie arbeitete auf dem Gebiet der Umwelt Epidemiologie und forschte über den Zusammenhang von niedriger radioaktiver Strahlung und Krebs. Von 1969 bis 1978 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Roswell Park Cancer Institute in Buffalo. Sie war als Beraterin der Atomenergiebehörde in den Vereinigten Staaten und des Ministeriums für Umwelt und Gesundheit in Kanada tätig. Sie gründete 1996 die Internationale Ärzte Kommission Tschernobyl und war auch Mitglied der Internationalen Medizinischen Kommission von Bhopal. Rosalie Bertell war Präsidentin des Instituts für International Public Health von 1987 bis 2001.

In den 1990er Jahren trat sie als lautstarke Kritikerin des Einsatzes von Uranmunition auf.[3]

Bertell unterstützte Verschwörungstheorien wie die Existenz von Chemtrails sowie die angeblich absichtliche Auslösung von Naturkatastrophen (u. a. das Erdbeben von Haiti im Jahr 2010) und Beeinflussung des Wetters durch das Forschungsprogramm HAARP.[4] Laut Bertell stehe HAARP in Verbindung mit 50 Jahren zunehmend destruktiver Versuche, die obere Atmosphäre zu verstehen und zu kontrollieren. Sie glaubte, mit den von HAARP und vergleichbaren Anlagen in Russland erzeugten ELF-Wellen sei es möglich, Störungen in tektonischen Platten (beispielsweise der San-Andreas-Verwerfung) auszulösen.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • No Immediate Danger: Prognosis for a Radioactive Earth, 1985
  • Handbook for estimating health effects from exposure to ionizing radiation, 1986
  • Planet Earth: The latest weapon of war, 2000

In deutscher Übersetzung

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Right Livelihood Award: 1986 - Rosalie Bertell, englisch und Biography
  2. Women on War: An International Anthology of Writings from Antiquity to Present, hrsg. von Daniela Gioseffi, The Feminist Press, New York 2003, ISBN 978-1-55861-409-3, S. 18
  3. Mary-Louise Engels: Rosalie Bertell: Scientist, Eco-Feminist, Visionary. Women's Press, Toronto 2005, ISBN 0-88961-450-4, S. 152 ff.
  4. Rosalie Bertell: Slowly Wrecking Our Planet. In: Canadian Woman Studies. Band 31, Nr. 1–2, 2014, ISSN 0713-3235, S. 113–117.
  5. Mary-Louise Engels: Rosalie Bertell: Scientist, Eco-Feminist, Visionary. Women's Press, Toronto 2005, ISBN 0-88961-450-4, S. 155.
  6. 1000 FriedensFrauen Weltweit. Rosalie Bertell, abgerufen am: 14. April 2018, (In: Deutsche Digitalfassung von: Verein 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis (Hrsg.): 1000 PeaceWomen Across the Globe, Serie: Kontrast Book, Verlag Scalo, Zürich 2005).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]