Rosalynn Carter

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Offizielles Foto von Rosalynn Carter (1977)

Rosalynn Eleanor Smith Carter (* 18. August 1927 in Plains, Georgia als Eleanor Rosalynn Smith) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin, die als Ehefrau des 39. US-Präsidenten, Jimmy Carter, von 1977 bis 1981 die First Lady der Vereinigten Staaten war.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie war das älteste der vier Kinder von Frances Allethea „Allie“ Murray (1905–2000) und Edgar Smith (1896–1940). Beide Elternteile übten mehrere Berufe aus, die Familie verfügte über wenig Geld.[1] Vater Edgar starb, als Rosalynn 13 war, fortan half sie neben ihrem Schulbesuch sowohl bei der Erziehung ihrer jüngeren Geschwister als auch in der Schneiderei der Mutter.[2]

Familie Smith war bereits mit Familie Carter bekannt, als Rosalyn 1945 eine Beziehung mit Jimmy Carter begann. Am 7. Juli 1946 heiratete sie Jimmy Carter. Seit dem 19. Oktober 2019 ist das die längste Ehe in der Geschichte der amerikanischen Präsidenten. Sie ist die Mutter von vier Kindern:

  • John William „Jack“ (* 1947)
  • James Earl III „Chip“ (* 1950)
  • Jeffrey Donnel (* 1952)
  • Amy Lynn (* 1967)

Rosalyn Carter wurde nach ihrer Hochzeit zur Hausfrau, jegliche Pläne eines Innenarchitektur-Studiums gab sie auf. An der Seite ihres Ehemanns zog sie während dessen militärischer Karriere von Einsatzort zu Einsatzort. Als Jimmy Carter 1953 seine Marinekarriere aufgab, um die familieneigenen Erdnuss- und Baumwollplantagen sowie Lagerhäuser von seinem sterbenden Vater zu übernehmen, führte dies zu ihrer ersten Ehekrise.[3]

Rosalynn und Jimmy Carter 2016

Seit 1962, als Jimmy Carter zum Senator von Georgia gewählt worden war, beschäftigte sich Rosalynn mit der Politik. Die Ermordung von John F. Kennedy war hierbei ein prägendes Erlebnis, als die Carters realisierten, wie glücklich einige Menschen in ihrer Heimat darüber waren.[4]

Als First Lady von Georgia setzte sie sich für geistig Behinderte sowie Bewusstsein über psychische Störungen ein. Sie arbeitete ehrenamtlich für das Krankenhaus in Atlanta und war fünf Jahre lang Ehrenpräsidentin der „Georgian Olympiad“ für behinderte Kinder. Ein weiterer Fokus ihrer aktivistischen Arbeit war die Gesundheit von Pflegepersonen.

Sie war die erste First Lady, die ein eigenes Büro im Ostflügel des Weißen Hauses unterhielt.[5]

1982 gründete sie mit ihrem Ehemann die NGO Carter Center, die sich für Gesundheit und Demokratie weltweit engagiert. Im Juli 1986 arbeitete das Ehepaar eine Woche lang auf einer Baustelle in Chicago, um Einfamilienhäuser für finanziell schwache Familien zu schaffen.[6]

1984 schrieb und veröffentlichte Rosalynn Carter ihre Autobiografie. Seither hat sie vier weitere Sachbücher geschrieben, diese jeweils in Zusammenarbeit mit anderen Autoren. Carter trat auch nach ihrer Zeit im Weißen Haus weiterhin als Rednerin bei ihr wichtigen Veranstaltungen auf.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. August 1999 überreichte US-Präsident Bill Clinton Carter zusammen mit ihrem Mann die Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“), die höchste zivile Auszeichnung in den USA.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rosalynn Carter: Removing the Mental-Illness Stigma, 18. November 1977, New York Times
  • Jimmy Carter, Rosalynn Carter: Foreword to The Cruikshank Chronicles: Anecdotes, Stories, and Memoirs of a New Deal Liberal, Alice M. Hoffman and Howard S. Hoffman, New York 1989, Archon Books

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dawn Langley Simmons: Rosalynn Carter. Her Life Story. F. Fell Publishers, New York NY 1979, ISBN 0-8119-0320-6.
  • Edna Langford, Linda Maddox: Rosalynn. Friend and First Lady. Fleming H. Revell Company, Old Tappan NJ 1980, ISBN 978-0-8007-1132-0.
  • John Driemen: Jimmy & Rosalynn. In: Good Housekeeping Januar 1992, ISSN 0017-209X.
  • Ruth Turk: Rosalynn Carter: Steel Magnolia. Franklin Watts, New York NY 1997, ISBN 0-531-20312-3.
  • Mary Finch Hoyt: East Wing: A Memoir. Xlibris, Philadelphia 2001, ISBN 978-1-4010-2971-5.
  • Kristin L. Ahlberg: Eleanor Rosalynn Smith Carter. In Katherine A. S. Sibley (Hrsg.): A Companion to First Ladies. Wiley-Blackwell, Chichester 2016, ISBN 978-1-118-73222-9, S. 569–584.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rosalynn Carter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rosalynn Carter: First Lady from Plains. Fayetteville 1994, OCLC 944346326.
  2. E. Stanly, Jr. Godbold: Jimmy and Rosalynn Carter: the Georgia years, 1924-1974. Oxford University Press, New York 2010, ISBN 978-0-19-978149-2.
  3. Scott Kaufman: Rosalynn Carter: equal partner in the White House. University Press of Kansas, Lawrence, Kan. 2007, ISBN 978-0-7006-1544-5.
  4. Richard B. Stolley & Clare Crawford-Mason: Rosalynn Carter. In: People. 24. Dezember 1979, abgerufen am 9. August 2021 (englisch).
  5. Little-known facts about our First Ladies... Abgerufen am 11. Oktober 2020.
  6. A `lot more' to do, builder Carter says - Chicago Sun-Times | HighBeam Research. 10. Juni 2014, abgerufen am 9. August 2021.