Rosbach (Windeck)

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Koordinaten: 50° 47′ 47″ N, 7° 36′ 40″ O

Rosbach
Gemeinde Windeck
Höhe: ca. 180 m ü. NHN
Fläche: 33,83 km²
Einwohner: 3949 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1969
Eingemeindet nach: Windeck
Postleitzahl: 51570
Vorwahl: 02292
Blick von Roth über das Siegtal auf Rosbach
Blick von Roth über das Siegtal auf Rosbach

Rosbach ist ein Ortsteil und Verwaltungssitz der Gemeinde Windeck im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern liegt nördlich der Sieg und wird im Süden von der Bundesstraße 256 durchquert. Der Ort verfügt über ein mittlerweile vereinsgetragenes Freibad und war Standort des Kölner Waldkrankenhauses: Auguste-Viktoria-Stiftung.

Zu Rosbach gehören inzwischen die Ortsteile Hundenborn, Kleehahn, Lindenpütz, Obernau, Poche, Roth, Rüddel, Sieg und Wardenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosbach wurde 1191 als de Rosbach und 1300 als Rospe erwähnt. 1250 schenkte Gräfin Mechthild von Sayn dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden das castrum novum in windeke und die villa Rospe.

Das Gebiet um den Ort Rosbach gehörte früher zur Bürgermeisterei Dattenfeld, war eine Zeit lang selbständig und gehört heute zur Gemeinde Windeck.

1885 hatte die Gemeinde 3375 ha Fläche, davon 1244 Ackerland, 242 Wiesenfläche und 1595 Waldfläche.[2]

Zur Gemeinde gehörten 47 Wohnplätze mit genau 700 Wohngebäuden (einschließlich unbewohnten) und 706 Haushaltungen einschließlich Anstalten.[2]

Die zugehörenden Ortsteile waren Altenhof, Au, Bach, Bachmühle, Bellingen, Distelshausen, Eich, Eulenbruch, Gansau, Geilhausen, Geilhausen-Wiedenhof, Gierzhagen, Halscheid, Hau, Hausen, Helpenstell, Hinterhof, Hof, Hundenborn, Hundhausen, Hurst, Imhausen, Kleehahn, Kohlberg, Langenberg, Lindenpütz, Loch, Löhe, Mauel, Mauelermühle, Mittel, Niederhausen, Obernau, Öttershagen, Opperzau, Perseifen, Poche, Präsidentenbrücke, Rommen, Roth, Rüddel, Seifen, Sieg, Silberhardt, Stein und Wardenbach.[2]

Die Gemeinde Rosbach hatte 1885 3723 Einwohner, davon 1861 Männer und 1862 Frauen. Die Gemeinde war eigenständig evangelisch mit 3125 Gläubigen, die 543 Katholiken wurden von den umliegenden Kirchenspielen Waldbröl, Dattenfeld und Leuscheid betreut. Daneben gab es noch sieben Christen einer anderen Religionsgemeinschaft und 48 Juden.[2]

1925 hatte sie 4564, 1933 4709 und 1939 4661 Einwohner.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ortskern durch Fliegerbomben vollkommen zerstört. 48 Menschen starben hierbei.

Rosbach bildete zusammen mit den Gemeinden Dattenfeld und Herchen am 1. August 1969 die neue Gemeinde Windeck.[3]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rosbach gibt es neben einer Grundschule im Ortsteil Obernau eine Hauptschule. Seit 2012 befindet sich eine Gesamtschule für die Klassen 5-7 im Aufbau und löst stufenweise die Hauptschule ab. Des Weiteren gibt es im Ort drei Kindergärten, wovon sich zwei im Ortskern und einer im Ortsteil Roth befindet.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

katholische Kirche Rosbach

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine 1274 im Liber valoris erwähnte Kapelle in Rosbach gehörte vermutlich zur Kirchengemeinde Hamm (Sieg) oder Leuscheid.

1486 wurde Rosbach eigene Pfarrei, zuvor muss die alte Kirche errichtet worden sein, von der heute noch der Turm steht. 1572 wurde durch Pastor Mittler in Rosbach die Reformation durchgeführt. 1607 bis 1609 wurde wieder ein katholischer Pfarrer vor Ort vermerkt. 1612 trat die Gemeinde zum evangelischen Glauben über.

Seit 1725 wurden von der Missionsstelle in Leuscheid wieder katholische Gottesdienste in Rosbach angeboten. 1744/45 wurde auf Wunsch des Kölner Ratsherren Rütten eine katholische Kapelle (Alte Kapelle) erbaut, die als örtliche Missionsstätte genutzt wurde.

1763 bis 1767 wurde das alte dreischiffige Langhaus der Salvatorkirche durch einen Saalbau ersetzt, der auch im Rokokostil eingerichtet wurde. Die architektonische Konzeption zu diesem Bauwerk lässt sich auf den Baumeister Johann Georg Leydel zurückführen. Die Ausführungsplanung und Realisierung lag in den Händen des Maurermeisters Wirths aus Altenkirchen. Als Zimmerermeister lassen sich Heinrich Fischer und Peter Brett nachweisen.[4]

Die katholische Pfarrkirche St. Joseph im neugotischen Stil wurde 1898 geweiht. Der Entwurf stammt von dem Kölner Architekten Theodor Kremer, mit dem Bau wurde 1896 begonnen.[5]

1805 wurde Rosbach wieder eigenständige katholische Pfarrei.

Die Kirchenregister von Rosbach mit Tauf-, Heirats- und Sterbedaten zählen zu den ältesten erhaltenen Kirchenbüchern Deutschlands. Die Eintragungen gehen bis in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zurück.

Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gunter Demnig verlegte am 17. Sept. 2011 die ersten 22 Stolpersteine zur Erinnerung an ermordete jüdische Bürger in Rosbach.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeden ersten Sonntag im November findet auf der dann gesperrten Hauptstraße der zwei Kilometer lange Martinsmarkt statt, der Verkauf- und Verzehrstände und einige kleine Kinderkarussells anbietet.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SpVgg Hurst-Rosbach (Fußball)
  • TV Rosbach (diverse Sportarten)
S-Bahnhaltepunkt Rosbach

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Rosbach (Sieg) liegt an der Siegstrecke. Der Bahnhof ist mit der S12 der S-Bahn Köln, sowie zeitweise im Berufsverkehr mit dem Rhein-Sieg-Express (RE 9) Zwischentakt erreichbar.

Durch Rosbach führen die Bundesstraße 256 und die Landesstraße 333.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rosbach (Windeck) – Sammlung von Bildern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hildegard Simon-Kisky: Die alten Kirchen in der Gemeinde Windeck (Sieg). Rheinische Kunststätten, Heft 417, Köln 1996 (S. 28–34 zu den Kirchen in Rosbach)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Windeck - Ortschaftenverzeichnis, abgerufen am 3. April 2014
  2. a b c d Gemeindelexikon für das Königreich Preußen von 1885
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 85.
  4. Mahlberg, Hermann Josef: Der Architekt und Bildhauer Johann Georg Leydel. Ein Beitrag zur rheinischen Architekturgeschichte des 18. Jahrhunderts, Köln 1973, S. 93 ff.
  5. Theodor Rutt: Land an Sieg und Rhein - Geschichte-Kultur-Wirtschaft, Wissenschaftliches Archiv, Urkunde-Bild-Chronic GmbH, Bonn 1960