Rosdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Rosdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rosdorf hervorgehoben

Koordinaten: 51° 30′ N, 9° 54′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 66,44 km2
Einwohner: 11.941 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 37124, 37127
Vorwahlen: 05509, 0551, 05502, 05504, 05545Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: , DUD, HMÜ, OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 59 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lange Straße 12
37124 Rosdorf
Website: www.rosdorf.de
Bürgermeister: Sören Steinberg (SPD)
Lage der Gemeinde Rosdorf im Landkreis Göttingen
NiedersachsenStaufenbergHann. MündenSchedenBührenNiemetalJühndeDransfeldAdelebsenFriedlandRosdorfGöttingenBovendenGleichenLandolfshausenSeulingenWaakeSeeburgEbergötzenDuderstadtObernfeldRollshausenRüdershausenRhumspringeWollershausenGieboldehausenWollbrandshausenBodenseeKrebeckWalkenriedBad SachsaBad Lauterberg im HarzHerzberg am HarzHerzberg am HarzHerzberg am HarzHattorf am HarzHattorf am HarzWulften am HarzElbingerodeHörden am HarzOsterode am HarzBad Grund (Harz)Harz (Landkreis Göttingen)Harz (Landkreis Göttingen)Harz (Landkreis Göttingen)Landkreis GoslarLandkreis NortheimLandkreis NortheimHessenThüringenSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Rosdorf (ausgesprochen [ʀɔsdɔʁf]) ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Göttingen in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1973 im Rahmen der kommunalen Neuordnung Südniedersachsens gebildete Großgemeinde Rosdorf mit zirka 12.000 Einwohnern erstreckt sich von der südlichen Stadtgrenze Göttingens bis an die niedersächsisch-hessische Landesgrenze. Ihre insgesamt elf Ortschaften mit zum Teil verschiedener Geschichte und Sozialstruktur ziehen sich links der Leine von den Flussauen bis auf die Leinehöhen hinauf. Der Wartberg liegt südlich in Richtung Obernjesa und erreicht eine Höhe von 178,8 Meter über Normalnull. Er hat eine Länge von ungefähr 400 Metern und dient der Naherholung.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsmittelpunkt ist die gleichnamige Ortschaft, mit 6680 Einwohnern größter Ort der Großgemeinde (Stand: 30. Juni 2010). Die weiteren Ortschaften der Gemeinde sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgrabungsfläche der bandkeramischen Siedlung auf dem Mühlengrund mit rekonstruiertem Hausgrundriss, 2016

Der Ort Rosdorf zählt mit einer seit der Jungsteinzeit kontinuierlichen Besiedlung zu den ältesten Ansiedlungen im Landkreis Göttingen. Ackerbau und pflanzliche Ernährung im südöstlichen Niedersachsen können anhand der Ausgrabung der bandkeramischen Siedlung auf dem Mühlengrund analysiert werden. Die Ergebnisse der zwischen 1963 und 1970 großflächig ausgegrabenen Siedlung Rosdorf „Mühlengrund“ im Landkreis Göttingen sind für die Erforschung der Linienbandkeramik (5500–5000 v. Chr.) von überregionaler Bedeutung. Es handelt sich um die bisher größte archäologisch untersuchte Siedlung im nördlichen Randbereich des Verbreitungsgebietes der bandkeramischen Kulturen in Mitteleuropa. 2016 kam es aufgrund von Bautätigkeiten zu erneuten Ausgrabungen. Fruchtbarer Boden sowie die Lage am Leinefluss und den wasserreichen Bächen Rase und Beeke begünstigten den Aufstieg.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosdorf war im frühen Mittelalter ein bedeutender Ort. Das Reihengräberfeld Rosdorf aus der Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen bestätigt dies, ebenso die Schenkung Rosdorfs im Dezember 781 an das Kloster Fulda durch König Karl der Große[2]

Rosdorf war Zentrum der Grafschaft Rosdorf[3]. Mit dieser Grafschaft verbunden war das Grafen-Gericht, genannt „Scrannen“[4], das um 970 und 1003[5], 1144[6] und um 1350[7] urkundlich erwähnt wird. Lubecus erwähnt 1144 „comite Hermano de Rostorf“[8] und „Anno domini 1146 Hermannus Graf zu Rostorf“. Die Rosdorfer Grafen – sie wurden über hundert Jahre lang von den Edelherren von Rosdorf (Adelsgeschlecht) gestellt – residierten bis 1266 auf Burg Rosdorf, die neben der St. Johannis-Kirche, am heutigen Mauerhof bis hinunter zur Rase (Leine) lag, deren Mauern 1319 abgetragen[9], sowie deren Burggraben zugeschüttet wurde. Die Zerstörung der verbliebenen Fundamente folgte 1388[10].

Das Rosdorfer Gericht erlebte seinen Höhepunkt im Jahr 1144[11] anlässlich der dort vorgenommenen Belehnung Graf Hermann II. von Winzenburg mit den Mainzer Lehen Graf Siegfried IV. von Boyneburg-Northeim durch Erzbischof Heinrich I. von Mainz-Horeburg. König Otto IV. (HRR) erkannte 1209 im Vertrag mit Erzbischof Siegfried II. von Eppstein den Besitz Rosdorfs durch das Erzbistum Mainz ausdrücklich an, dessen Zehnt er persönlich zu Lehen trug.

Seit dem späten Mittelalter sind mehrere Mühlen bezeugt. Im 18. Jahrhundert markieren Getreide-, Walke-, Öl- und Schleifmühlen den Beginn der industriellen Entwicklung.

Während des ganzen Mittelalters hatten neben Klöstern wie Hilwartshausen, Mariengarten und Walkenried verschiedene Grundherren der Umgebung ausgedehnten Besitz in Rosdorf, der für sie von den Dorfbewohnern bewirtschaftet wurde. Dazu gehörten die Herren von Rosdorf, die dort bis 1252 auf ihrer Stammburg saßen. Nachdem sie Moringen und Hardegsen erworben hatten, bewohnten Burgmänner die Burg, die 1319 zerstört und geschleift wurde. Anschließend zwang die Stadt Göttingen auch die anderen adligen Familien, so die von Roringen, von Bovenden etc. ihre burgähnlichen Wohnsitze in Rosdorf aufzugeben oder abzureißen.

Nachdem durch Erbteilung, Verkauf und Mitgift für zahlreiche Töchter der Grundbesitz der Herren von Rosdorf abgenommen hatte und seit 1221 überwiegend vom Kloster Walkenried und der Stadt Göttingen aufgekauft worden war, wurde 1384 durch Hermann III. von Rosdorf der letzte Verkauf an das Kloster Walkenried getätigt.

Zugang zum jüdischen Friedhof am Fuß des Wartberges

Zwischen dem 1380 und 1400 Jahrhundert wurde die Rosdorfer Warte erbaut. Sie gehörte nicht dem Landwehrzug der Stadt Göttingen an. Seit dem 15. Jahrhundert vermehrte vor allem die Stadt Göttingen hier ihren Grundbesitz, weshalb Rosdorf zu den sogenannten Stadtdörfern gerechnet wurde. Erst 1970 verkaufte die Stadt ihren letzten Besitz im Ort, den 1894 zum Rittergut erhobenen Stipendienhof.

Vom Dreißigjährigen Krieg, vom Siebenjährigen Krieg sowie von den Napoleonischen Kriegen war der Ort mehrfach hart betroffen. 1667 vernichtete ein Großfeuer mehr als 26 Höfe, am 1. April 1800 wurde ein Teil des Ortskerns durch eine Rase-Überschwemmung weggespült. So ist es nicht verwunderlich, dass heute die Mehrzahl der Fachwerkhäuser aus dem 19. Jahrhundert stammt.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg fielen am 27. September 1944 Bomben auf Rosdorf, dabei entstanden 103 Bombentrichter. Drei Menschen wurden verletzt und 25 Gebäude beschädigt[12].

Eine gute Infrastruktur und die unmittelbare Nähe zur Universitätsstadt Göttingen ließen in den letzten Jahrzehnten den Ort nicht nur als Wohnsitz, sondern auch für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben attraktiv werden. So sind nördlich sowie südlich des Ortskerns umfangreiche Neubaugebiete entstanden, weitere Ansiedlungen am Westrand sind geplant. An die Wohngebiete schließt sich ein Gürtel von kleineren Unternehmen und Betrieben. Der ehemals von der Landwirtschaft geprägte Ort steht im Begriff, sich zu einer von Handel und Gewerbe bestimmten quasistädtischen Kommune zu wandeln.

Um der Nachfrage nach Altenheimplätzen in Rosdorf gerecht zu werden, wurde im Jahr 1999 das Altenhilfezentrum Johannishof am Kampweg eröffnet. Vorausgegangen war eine seit 1989 von der St. Johannis-Kirchengemeinde geführte Initiative. Geführt wird der Johannishof vom Diakonischen Werk St. Johannis Rosdorf.

Seit Juni 2007 befindet sich in Rosdorf die Justizvollzugsanstalt Rosdorf als zentrale Einrichtung mehrerer Justizvollzugseinrichtungen in Südniedersachsen[13]. In Rosdorf selbst befinden sich 308 Haftplätze und zusätzlich 10 Haftplätze der Sicherheitsstufe I für erwachsene Männer. Seit 24. Mai 2013 (Eröffnung durch Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz, Grüne) befindet sich auf dem Gelände der JVA Rosdorf das Niedersächsische Zentrum für Sicherungsverwahrung. Seitdem werden in Niedersachsen und Bremen die zu Sicherungsverwahrung Verurteilten zentral in Rosdorf untergebracht. Bei Bedarf ist auch eine Unterbringung von Verurteilten aus den anderen norddeutschen Bundesländern (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) möglich und vorgesehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Atzenhausen, Dahlenrode, Dramfeld, Klein Wiershausen, Lemshausen, Mengershausen, Obernjesa, Settmarshausen, Sieboldshausen und Volkerode eingegliedert.[14]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung Rosdorfs als Rasthorp ist aus dem Jahr 1004 überliefert. Der vordere Vokal wechselt in den Erwähnungen zwischen -a- und -o-, wobei -o- seit dem 12. Jahrhundert überwiegt und auch im Flussnamen vorkommt. Der Flussname wechselt gegen Ende des 17. Jahrhunderts zu der heutigen Form Rase. Das vordere Bestimmungselement beider zusammengesetzter Namen geht letztlich, wie das heutige deutsche Wort Rohr, auf die germanische Wurzel *rauza der Bedeutung ‚(Schilf)rohr‘ zurück,[15] die in ähnlichem Lautstand im französischen Wort gleicher Bedeutung roseau fortlebt.[16] Das nachstehende Grundwort beim Ort geht auf das germanische Wort þorpa für ‚Dorf, Gehöft‘ zurück, das im Altsächsischen als thorp auftritt.[17] Für den Ortsnamen Rosdorf, der sich auf eine Ursprungsform *Raus-thorp zurückführen lässt, ergibt sich also etwa die Bedeutung ‚Schilfdorf‘, für den Gewässernamen Rase ‚Schilfrohrbach, -wasser‘.[18]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1960er-Jahre begannen in Niedersachsen Planungen für die Schaffung größerer Verwaltungseinheiten auf dem Lande. Im Rosdorfer Gemeinderat hatte man sich seit 1968 für die Bildung einer Einheitsgemeinde und gegen den Anschluss an Göttingen ausgesprochen. Am 1. Januar 1973 wurde per Landesgesetz die Einheitsgemeinde Rosdorf geschaffen, zu der neben Rosdorf zehn weitere vormals selbstständige Gemeinden gehören. Dem Ortsteil Rosdorf steht seit 1973 ebenso wie den anderen Ortsteilen mit mehr als 400 Einwohnern die Wahl eines Ortsrates zu, an dessen Spitze der im Rat gewählte Ortsbürgermeister steht. In den kleineren Ortsteilen war jeweils ein Ortsvorsteher aktiv. Mit dem Gesetz zur Reform des niedersächsischen Kommunalverfassungsrechtes vom 1. April 1996 ist die Bildung eines Ortsrates auch in Ortsteilen mit weniger als 400 Einwohnern möglich, sodass seitdem in sämtlichen Ortsteilen der Gemeinde Ortsräte bestehen, an deren Spitze Ortsbürgermeister stehen.

Von 1973 bis 1985 stand Hans Morgenstern (SPD) als Gemeindedirektor der Gemeinde Rosdorf vor, von 1985 bis 1997 Hans-Hermann Küllmer (SPD). 1996 wurde in Niedersachsen die Zweigleisigkeit zugunsten der Eingleisigkeit abgeschafft. Von 1997 bis 2014 bekleidete Harald Grahovac (SPD) das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters. Seit dem 1. November 2014 steht Sören Steinberg (SPD) der Gemeinde Rosdorf als hauptamtlicher Bürgermeister vor.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2021[19]
Wahlbeteiligung: 58,81 % (2016: 55,99 %)
 %
50
40
30
20
10
0
41,78 %
20,37 %
14,36 %
3,53 %
4,03 %
15,92 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016[20]
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
−1,31 %p
−5,27 %p
+4,84 %p
−0,85 %p
+1,27 %p
+2,91 %p

Der Gemeinderat setzt sich aus 29 Ratsfrauen und Ratsherren, einschließlich des Bürgermeisters, zusammen.[21]

  • SPD: 12 Sitze (+ Bürgermeister)
  • CDU: 6 Sitze
  • Grüne: 4 Sitze
  • Linke: 1 Sitz
  • FDP: 1 Sitz
  • Gemeinsam und Transparent für die Gemeinde Rosdorf (GuT): 4 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 12. September 2021)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bürgermeister der Gemeinde wurde im Mai 2014 Sören Steinberg (SPD) gewählt.[21] Vorgänger Harald Grahovac (SPD) hatte das Amt 18 Jahre bekleidet.[22] Sören Steinberg war zuvor Büroleiter von Thomas Oppermann.

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl 2021[23]
Wahlbeteiligung: 53,2 %
 %
40
30
20
10
0
32,14 %
16,71 %
20,75 %
3,67 %
4,73 %
22,0 %

Neben dem Gemeinderat der für alle Ortsteile Rosdorfs zuständig ist, besitzt der gleichnamige Ortsteil einen Ortsrat, der sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren zusammensetzt.[24]

  • SPD: 3 Sitze
  • CDU: 2 Sitze
  • Grüne: 2 Sitze
  • Gemeinsam und Transparent für Rosdorf: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 13. September 2021)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Bernd Schütze (SPD), sein Stellvertreter ist Christian Baethe (CDU).[24]

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Rosdorf unterhält entsprechend dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz eine Freiwillige Feuerwehr. Diese gliedert sich in acht Ortsfeuerwehren, die in den Ortschaften Atzenhausen, Dramfeld, Lemshausen, Mengershausen, Obernjesa, Rosdorf, Settmarshausen, Sieboldshausen und Volkerode (Löschgruppe - Mengershausen angegliedert) vertreten sind.[25]

Wappen der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewappen

Die Blasonierung lautet: In Blau über einem gesenkten silbernen Wellenbalken ein beiderseits und oben mit 10 silbernen Kleeblättern umgebener goldener Mittelschild, belegt mit einem blauen Herzschild, darin zwei aufrechte und abgewandte goldene Holzschlüssel.[26]

Begründung: In den Mittelschild sind aus dem früheren Gemeindewappen die beiden nach außen gekehrten Schlüssel der Herren von Rosdorf übernommen worden. Die ihn umrahmenden zehn Kleeblätter symbolisieren die hinzugekommenen Ortschaften, die nun mit dem Hauptort eine neue Verwaltungseinheit bilden. Der Wellenbalken weist auf die das Gemeindegebiet durchfließende Leine und ihre westlichen Zuflüsse hin.[26]

Wappen der Ortschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortswappen

Die Blasonierung lautet: Im blauen Schild zwei silberne (weiße) Holzschlüssel mit runden Griffen, die Bärte nach außen gekehrt, im silbernen (weißen) Schildfuß ein blaues Wellenband.[27]

Begründung: Die Schlüssel stammen aus dem Wappen der Edelherren von Rosdorf. Das Wellenband versinnbildlicht die Rase, die in der Nähe Rosdorfs einer starken Quelle entspringt und den Ort durcheilt.[27]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinweis auf Rosdorf in der Partnerstadt Zubří

Seit 1993 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen der Gemeinde Rosdorf und der Stadt Zubří in der Tschechischen Republik.[28] Für diese lebendige Partnerschaft zeichnete der Europarat die Gemeinde Rosdorf im Jahr 2004 mit dem Europadiplom aus.[29] Inzwischen erhielten die Gemeinde Rosdorf und die Stadt Zubří auch die Ehrenfahne des Europarates.[29]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische St. Johanniskirche (Aufnahme 2021)

Die im historischen Zentrum des Dorfes Rosdorf gelegene evangelisch-lutherische St. Johanniskirche ist ein einschiffiger, gotischer Kernbau mit polygonalem Strebepfeiler-Chorschluß und mittelalterlichem Turm. Eine Kirche in Rosdorf wurde bereits 1319[30] erstmals urkundlich genannt. Das heutige Erscheinungsbild prägt ein tiefgreifender Barockumbau von 1725–30[30][31] mit großen Rundbogenfenstern und hohem Mansarddach auf dem Kirchenschiff. Das Turmdach mit seiner zierlichen Laterne stammt schon von einem älteren Barockumbau von 1699.[31] Im 19. Jahrhundert folgten zwei wichtige Umbauphasen mit Veränderungen. Zunächst 1844–51 die Neuausstattung mit einem prächtigen Kanzelaltar im „byzantinischen Stil“ des Göttinger Universitätsprofessors und hannoverschen Hofmalers Carl Oesterley senior[32][33] sowie einem Taufstein aus Marmor von dem hannoverschen Bildhauer Ernst von Bandel.[34] 1866 leitete Konsiststorialbaumeister Conrad Wilhelm Hase eine große Kircheninstandsetzung, bei der u. a. ein neuer Westeingang mit neuromanischem Portal entstand.[35]

Die zuletzt 1997 restauerierte Orgel des Göttinger Orgelbaumeisters Carl Giesecke von 1863[31] erklingt nicht nur zu den Gottesdiensten, sondern auch bei Konzertveranstaltungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Freibad in der Gemeinde Rosdorf hat verschiedene zusätzliche Sportanlagen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Gebiet von Rosdorf verläuft die Bundesautobahn 7. Im Bereich der Raststätte „Göttingen“, die in Wirklichkeit bei Mengershausen liegt, besteht eine Behelfsauffahrt. Der Ausbau zu einer vollwertigen Anschlussstelle ist geplant, jedoch sind die Einzelheiten heftig umstritten. Bei Dramfeld liegt das Dreieck Drammetal, an dem die Bundesautobahn 38 auf die A 7 trifft. An der A 38 liegt auch eine Anschlussstelle „Dramfeld“.

Durch den Kernort Rosdorf verläuft die Bahnstrecke Bebra–Göttingen, ein Teil der alten Nord-Süd-Strecke der Bundesbahn. Die Bahnhöfe in Rosdorf und Obernjesa werden aber nicht mehr mit Personenzügen bedient.

Auch die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg schneidet im Nordwesten das Gemeindegebiet.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schulen: Heinrich-Grupe-Schule (Grundschule in Rosdorf), Grundschule im Drammetal (Grundschule in Dramfeld)
  • Ehemalige Schulen: Anne-Frank-Hauptschule Rosdorf (bis 2013)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Meinhardt: Chronik der Gemeinde Rosdorf und ihrer Ortschaften, Bd. 1., Von den Anfängen bis 1933, Gudensberg-Gleichen, Wartberg-Verl., 1988, ISBN 3-925277-14-5
  • Klaus Groth: Chronik der Gemeinde Rosdorf und ihrer Ortschaften, Bd. 2., Von 1933 bis zur Gegenwart, Gudensberg-Gleichen, Wartberg-Verl., 1988, ISBN 3-925277-30-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rosdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2021 (Hilfe dazu).
  2. RI I n. 249, sowie Nachtrag vom 13.08.2018 – es geht definitiv um Rosdorf, nicht um Rasdorf, das regionale Grafen bereits 780 an Fulda schenkten, s. Traditiones et antiquitates Fuldenses, 13, S. 55
  3. RIplus Regg. EB Mainz 1,2 n. 5417
  4. RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 1795]
  5. Forschungen zur Deutschen Geschichte Bd. 14, 1874, S. 26ff
  6. RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 1795]
  7. RIplus Regg. EB Mainz 1,2 n. 5417
  8. Franziskus Lubecus: Göttinger Annalen: von den Anfängen bis zum Jahr 1588, S. 69
  9. Daniel Gruber. Zeit- und Geschichtsbeschr. Göttingen, S. 73
  10. Daniel Gruber. Zeit- und Geschichtsbeschr. Göttingen, S. 96
  11. Valentin Ferdinand von Gudenus, Codex diplomaticus exhibens anecdota ab anno DCCCLXXXI ad MCCC Moguntiaca, S. 162
  12. Martin Heinzelmann: Göttingen im Luftkrieg, S. 44. Göttingen 2003.
  13. Homepage der Justizvollzugsanstalt Rosdorf
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 208.
  15. Friedrich Kluge, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Auflage. De Gruyter, Berlin, New York 1989, ISBN 3-11-006800-1, S. 604 (Eintrag Rohr).
  16. Centre national des ressources textuelles et lexicales. Abgerufen am 28. August 2014 (Abschnitt zur Etymologie des Eintrags roseau).
  17. Friedrich Kluge, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Auflage. De Gruyter, Berlin, New York 1989, ISBN 3-11-006800-1, S. 151 f. (Eintrag Dorf).
  18. Kirstin Casemir, Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil IV. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-494-X, S. 348 ff.
  19. Gemeindewahl 12.09.2021 - Gemeinde Rosdorf. In: kdo.de. 15. September 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  20. Ergebnis der Gemeinderatswahl Rosdorf am 11. September 2016. In: wahlen.kdgoe.de. Abgerufen am 4. Juli 2017.
  21. a b Gemeinde Rosdorf - Gemeinderat. In: rosdorf.de. Abgerufen am 8. Dezember 2021.
  22. Andreas Fuhrmann: Köchermann schafft respektables Ergebnis - Sören Steinberg setzt sich in Rosdorf klar durch. In: goettinger-tageblatt.de. 26. Mai 2014, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  23. Ortsratswahl 12.09.2021 - Gemeinde Rosdorf - Rosdorf. In: kdo.de. 15. September 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  24. a b Ortsrat Rosdorf. In: rosdorf.de. Abgerufen am 15. November 2015.
  25. Ortsfeuerwehren auf der Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Rosdorf. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 28. Februar 2017; abgerufen am 27. Februar 2017.
  26. a b Gemeindewappen auf der Internetseite der Gemeinde Rosdorf. Abgerufen am 27. Februar 2017.
  27. a b Rosdorf auf der Internetseite der Gemeinde Rosdorf. Abgerufen am 27. Februar 2017.
  28. Chronik der Kontakte Rosdorf-Zubří auf der Internetseite der Gemeinde Rosdorf. Abgerufen am 6. November 2015.
  29. a b Mitteilung auf der Internetseite der Gemeinde Rosdorf. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 6. November 2015; abgerufen am 6. November 2015.
  30. a b Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen, Band 5.2 Landkreis Göttingen, Teil 1 (Altkreis Münden). Bearbeitet von Peter F. Lufen. Verlag CW Niemeyer, Hameln 1993, ISBN 3-87585-251-6, S. 226.
  31. a b c Geschichte. In: http://www.kirchengemeinde-rosdorf.de. Kirchengemeinde St. Johannis Rosdorf, abgerufen am 2. Mai 2021.
  32. Stefan Bartilla: Oesterley, Carl (Karl) Wilhelm Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie, 19 (1999), S. 460 [Online-Version]. Abgerufen am 2. Mai 2021.
  33. Aufriß und Grundriß für die Altarwand der Kirche zu Rosdorf. In: www.bildindex.de. Bildarchiv Foto Marburg, abgerufen am 2. Mai 2021 (Bei dem Blatt handelt es sich um einen nicht realisierten Entwurf).
  34. Gerd Unverfehrt: Ernst von Bandels Göttinger Arbeiten, in: Göttinger Jahrbuch, Bd. 24, 1976, S. 73–97, hier S. 94 ff.
  35. Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) | Werk-Katalog. Ort: Rosdorf | Niedersachsen – Landkreis Göttingen Projekt: Evangelisch-lutherische Kirche St. Johannis | Restaurierung Bauzeit: 1866. In: glass-portal.homepage.t-online.de. Reinhard Glaß, abgerufen am 21. April 2022 (Mit Zeichnungen des Westportals).