Rosenstraße (Lübeck)

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Die Lage der Rosenstraße, rot markiert auf einem Stadtplan von 1910
Die Rosenstraße
Rosenstraße 7

Die Rosenstraße ist eine Straße der Lübecker Altstadt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die etwa 100 Meter lange Rosenstraße befindet sich im nordöstlichen Teil der Altstadtinsel, dem Jakobi Quartier. Sie beginnt am platzartigen Zusammentreffen von Kleiner Gröpelgrube, Wakenitzmauer und Rosenpforte, verläuft südwärts und mündet schließlich in die Große Gröpelgrube ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rosenstraße wurde ursprünglich als Teil der Großen Gröpelgrube betrachtet, die zunächst nur bis der Stelle reichte, wo die beiden Straßen heute aufeinandertreffen. Man begriff die Große Gröpelgrube also als Straße, die an dieser Stelle einen scharfen Knick aufwies, jedoch nicht endete, sondern durchgehend weiterführte. Erst als die Große Gröpelgrube zu Beginn des 14. Jahrhunderts über diesen Biegung hinaus durch das Gebiet des sogenannten Poggenpohls bis zur Stadtmauer ostwärts verlängert wurde, begann man die heutige Rosenstraße als eigenständig zu betrachten.

1330 wird sie erstmals urkundlich mit eigenem Namen genannt; ihre niederdeutsch-lateinische Mischbezeichnung lautet Dwerstrate inter fossas lutifigulorum (Querstraße zwischen den Töpfergruben, also der Großen und der Kleinen Gröpelgrube). 1352 dann ist als Bezeichnung Rosenstrate belegt, abgeleitet vermutlich von den Gärten, die sich hier bis zur Stadtmauer erstreckten. Rosenstraße ist ein häufig auftretender Straßenname in den mittelalterlichen Stadtkernen von Städten in Norddeutschland. Er ist ein Hinweis auf Prostitution (Badehäuser, Hurengasse).[1] Im Wesentlichen wurde dieser Name in der Folgezeit beibehalten:

  • 1360: Platea rosarum (Rosenstraße)
  • 1375: Rozenstrate
  • 1441: Platea rosae

Der heutige Name wurde 1852 amtlich festgelegt.

Entweder der Straße selbst oder ebenfalls den hier befindlichen Gärten verdankte die Rosenpforte ihren Namen, ein an ihrem Anfang zum Wakenitzufer führender kleiner Durchlass in der Stadtmauer, der im 17. Jahrhundert einem dort neu aufgeschütteten Festungswall den Namen gab und dessen Bezeichnung heute von einer Straße an gleicher Stelle getragen wird.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rosenstraße 4: Auf die 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückgehendes Haus, 1800 mit klassizistischer Putzfassade versehen und 1884 aufgestockt
  • Rosenstraße 7: In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtetes Renaissancehaus mit klassizistischer Putzfassade des 18. Jahrhunderts
  • Rosenstraße 17, Rosengang: Haus 2–15, 1803 errichtete klassizistische Kleinhäuser in einem seit 1669 bestehenden Gang
  • Rosenstraße 21: Auf das 14. Jahrhundert zurückgehendes klassizistisches Haus, um 1800
  • Rosenstraße 31: Auf die 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts zurückgehendes klassizistisches Haus des späten 18. Jahrhunderts

Gänge und Höfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Rosenstraße gehen oder gingen folgende Lübecker Gänge und Höfe ab (nach Hausnummern):

  • 14: Struß Thorweg (abgängig)
  • 17: Rosen Gang
  • 18: Röpers Gang (abgängig)
  • 25: Vereinigungs Gang

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Brehmer: Die Straßennamen in der Stadt Lübeck und deren Vorstädten. H. G. Rathgens, Lübeck 1889.
  • W. Brehmer: Lübeckische Häusernamen nebst Beiträgen zur Geschichte einzelner Häuser. H. G. Rathgens, Lübeck 1890.
  • Klaus J. Groth: Weltkulturerbe Lübeck – Denkmalgeschützte Häuser. Über 1000 Porträts der Bauten unter Denkmalschutz in der Altstadt. Nach Straßen alphabetisch gegliedert. Verlag Schmidt-Römhild, Lübeck 1999, ISBN 3-7950-1231-7.
  • Max Hoffmann: Die Straßen der Stadt Lübeck. In: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde. Jg. 11, 1909, ISSN 0083-5609, S. 215–292 (Auch Sonderabdruck: 1909).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rosenstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artur Hoffmann: Die typischen Straßennamen im Mittelalter und ihre Beziehungen zur Kulturgeschichte. Unter besonderer Berücksichtigung der Ostseestädte. (Phil. Diss.), Königsberg 1913. In Berlin hieß die Rosenstraße bis um 1650 Hurengasse.

Koordinaten: 53° 52′ 18,6″ N, 10° 41′ 31″ O