Rotach (Oberschwaben)

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Rotach
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Die Rotach in Friedrichshafen

Die Rotach in Friedrichshafen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 21552
Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle Bei Wilhelmsdorf
47° 52′ 14″ N, 9° 25′ 4″ O47.8706066666679.4178152777778620
Quellhöhe 620 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Östl. Friedrichshafen in den Bodensee47.6497222222229.4952777777778395Koordinaten: 47° 38′ 59″ N, 9° 29′ 43″ O
47° 38′ 59″ N, 9° 29′ 43″ O47.6497222222229.4952777777778395
Mündungshöhe 395 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 225 m
Länge 38,8 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet rund 130 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Friedrichshafen[1]
AEo: 132 km²
Lage: 1,2 km oberhalb der Mündung
NNQ (24.08.2003)
MNQ 1947/2009
MQ 1947/2009
Mq 1947/2009
MHQ 1947/2009
HHQ (22.09.1968)
113 l/s
345 l/s
1,83 m³/s
13,9 l/(s km²)
34,7 m³/s
75,9 m³/s
Mittelstädte Friedrichshafen

Die Rotach ist ein Zufluss des Bodensees im südlichen Oberschwaben in Baden-Württemberg, Deutschland. Als Zufluss des Bodensees gehört sie zum Flusssystem des Rheins.

Geographie[Bearbeiten]

Diagramm 'Gefälle'

Die Rotach entsteht bei Wilhelmsdorf im Landkreis Ravensburg und entwässert das Pfrunger Ried nach Süden. Sie durchfließt unter anderem den Harttobel bei Horgenzell, den Benistobel vor Urnau und die Gemeinde Oberteuringen, bis sie schließlich nach Friedrichshafen kommt, wo sie ein Kilometer östlich des Stadtkerns als westliche Grenze des Eriskircher Rieds in den Bodensee mündet. Ihr Einzugsgebiet beträgt rund 130 km².

Orte an der Rotach[Bearbeiten]

Mündung in den Bodensee
Im Tal der Rotach zwischen Weilermühle und Unterteuringen

Zuflüsse[Bearbeiten]

Von der Quelle zur Mündung nimmt die Rotach neben vielen unbenannten Bächen folgende Zuflüsse auf:

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mühlen[Bearbeiten]

Die Ufer der Rotach wurden einst von 22 Mahl- und Sägemühlen gesäumt. Allein im heutigen Stadtgebiet Friedrichshafens waren Mitte des 19. Jahrhunderts acht Mühlen in Betrieb.

  • Rotachmühle, südöstlich von Wilhelmsdorf: Das Mühlenanwesen von 1363 bzw. 1783 mit vier Meter hohem oberschlächtigen Wasserrad, bis zu 140 Jahre alten Mühlenmaschinen und Krüppelwalmdach ist heute ein ausgewiesenes Kulturdenkmal.
  • Die Haslachmühle von 1282 ist heute Schule und Wohnstätte für Menschen mit Mehrfachbehinderung. In der zugehörigen Kapelle sind sakrale Mühlenkunstobjekte von Andreas Felger zu sehen.
  • Buchmühle
  • Schönemühle 1,2 Kilometer vor Urnau liegt am Eingang des Benistobels; nicht mehr in Betrieb
  • Ramsenmühle
  • Ziegelmühle an der Landstraße 204, rund 900 Meter vor Neuhaus, voll in Betrieb; die Mühle wurde seit 1347 als Lehen des Klosters Salem beschrieben[2]; später dem Kloster Weißenau, das die Mühle mit vier Gängen 1274 vom Kloster Salem um elf Pfund Denare kaufte, zugehörig; 1838 Mühle mit 15 Einwohnern[3]
  • Die Besitzer der Oberteuringer Mühle sind seit 1432 lückenlos belegt. 1846 wurde sie erweitert und erhielt ihr heutiges Aussehen, 1957 stellte man den Betrieb ein. Im Rahmen des Landessanierungsprogramms wurde die Mühle bis 2002 renoviert, zum Anlass der 1250-Jahr-Feier Oberteuringens eingeweiht und ihrer neuen Bestimmung übergeben; seitdem dient das Gebäude verschiedenen Kulturgruppen und Vereinen für Feiern und Feste.[4]
  • Weilermühle: 1391 Verkauf an das Predigerkloster in Konstanz, später zum Kloster Weißenau; 1838 eine Mahl- und Sägemühle mit sechs Einwohnern[5]; wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ihre Besitzer; als Spinnerei, Nudelfabrik, Eisfabrik, Vermahlungsbetrieb für Lederabfälle oder Kraftwerk genutzt, war die Mühle bis 1975 mit 28 kW die leistungsstärkste Anlage an der Rotach; heute außer Betrieb, das Wehr wurde zur Wende ins 21. Jahrhundert gesprengt
  • Reinachmühle: Das 1837 als (Gerb-?)Mühle erbaute Gebäude wurde 1906 zum Pumpwerk Reinach umgebaut und diente seitdem den Gemeinden Ailingen, Raderach und Schnetzenhausen zur Trinkwasserversorgung. Nachdem im Jahr 1936 eine Turbine eingebaut worden war, übernahmen die Technischen Werke Friedrichshafen (TWF) 1970 die Anlage. Mit einer Leistung von rund fünf Kilowatt arbeitet sie seither zur regenerativen Energieerzeugung.
  • Die bis 1984 in Betrieb arbeitende Mühle Ittenhausen – seit 1198 belegt und damit die älteste Mühle Friedrichshafens[6] – ist heute Kulturdenkmal und reaktiviert worden. Sie war bei einer Fallhöhe von vier Metern mit einer 15 PS starken Francis-Turbine ausgestattet.
  • Maschinenfabrik Brielmayer
  • Meistershofener Mühle
  • Auf dem heutigen Gelände der TWF befand sich früher die Trautenmühle. 1837 wurde dieses Areal mit Sägewerk und Mühle durch König Wilhelm I. von Württemberg gekauft, später eine Kunstmühle errichtet. 1903 vernichtete ein Feuer die Gebäude. Wieder aufgebaut, wurden das Anwesen 1908 erneut ein Opfer von Flammen. Der wiederum aufgebaute Betrieb gelang 1917 in den Besitz der Zeppelin Wohlfahrt. Während der Luftangriffe in den Jahren 1942 und '43 wurden alle Gebäude zerstört.
  • Rundelmühle: Seit dem Mittelalter ist hier eine Mühle des Klosters Löwental überliefert. 1634, während des Dreißigjährigen Krieges, wird das Gebäude von den abziehenden Schweden zerstört. Nach dem Wiederaufbau im Jahre 1709 gehört die Rundelmühle mit einer Säge- und Ölmühle sowie einem Gerbgang und vier Mahlgängen zu den größeren Anlagen an der Rotach. 1900 erwarb Eugen Rundel die Mühle und richtete 1924 eine Hauskapelle im Gebäude ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die 1944 durch einen Luftangriff beschädigte Mühle noch längere Zeit in Betrieb. Der Mühlenkanal und die dazugehörige Wehranlage sind heute noch zu erkennen.[7]

Renaturierung[Bearbeiten]

Die ehemaligen Wehre zur Ittenhauser Mühle und zur Reinachmühle (2014) wurden in vergangener Zeit geschliffen und parallel zu ihnen Aufstiegshilfen für die flussaufwärts wandernden Fische errichtet.

Panorama des neugestalteten Wehrs vor der Reinachmühle; ganz links Abzweig zum Mühlkanal, halblinks der Unter-, rechts der Oberlauf, halbrechts die neue Aufstiegshilfe für flussaufwärts wandernde Fische

Pegel[Bearbeiten]

Im Friedrichshafener Stadtgebiet befindet sich bei Flusskilometer 1,15 der Pegel Friedrichshafen / Rotach der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg und der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW); Betreiber ist das Regierungspräsidium Tübingen. Die Pegelnullpunkthöhe liegt bei 396,95 m ü. NN.

Statistische Werte[Bearbeiten]

  • Niedrigster Wasserstand (Abfluss) der Jahre 1982-2003 am 27. Mai 1990: 0,05 m / 0,13 m³ pro Sekunde
  • Mittelwert niedrigster Wasserstände (Abflüsse) der Jahre 1982-2003: 0,15 m / 0,35 m³ pro Sekunde
  • Mittelwert Wasserstand (Abfluss) der Jahre 1980-2003: 0,32 m / 2,01 m³ pro Sekunde
  • Historischer Höchststand, Hochwasser am 21. Dezember 1997: 2,62 m

Literatur[Bearbeiten]

  • Edwin Grünvogel: Zur Talgeschichte der Bodenseezuflüsse Rotach, Schussen und Argen auf Grund ihres Gefälls, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 76. Jg. 1958, S. 103–151 (Digitalisat)
  • Peter Möbius, Peter Foss: Rettungsaktion für die Bodensee-Seeforelle. Mitglieder des Angelsportvereins Friedrichshafen leisten Hilfestellung bei der Zuwanderung der Bodensee-Seeforelle in die Rotach. In: Leben am See, 21. Jg. 2004, S. 250–257.
  • Lothar Zier: Das Pfrunger Ried. 2. Auflage. Schwäbischer Heimatbund, Stuttgart 1998, ISBN 3-88251-255-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rotach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009. Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, 2011, S. 74, abgerufen am 26. Januar 2013 (PDF, deutsch, 1,85 MB).
  2. Elmar L. Kuhn: "Eitelhans Ziegelmüller, der Bauernkrieg und Oberteuringen"
  3. Beschreibung des Oberamts Tettnang/Kapitel B 18
  4. Kultur in der Mühle Oberteuringen
  5. Beschreibung des Oberamts Tettnang/Kapitel B 2
  6. www.muehle-ittenhausen.de
  7. Infotafel des Friedrichshafener Geschichtspfads