Rote Grütze

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Dieser Artikel behandelt die Süßspeise; für das gleichnamige Kinder- und Jugendtheater siehe Theater Rote Grütze.
Angedickte rote Grütze in Vanillesoße

Rote Grütze ist eine Süßspeise der deutschen Küche und der Landesküchen Skandinaviens. Die Bezeichnung leitet sich von der typischen Rotfärbung durch die verwendeten Früchte ab. Grütze bezieht sich auf die Verwendung von zerkleinerten stärkehaltigen Zutaten, welche die typische Konsistenz begründen. Bei anderen Früchten wird der Name entsprechend auf gelbe oder grüne Grütze abgewandelt.

Zubereitung[Bearbeiten]

Rote Grütze mit Sahne

Ältere Quellen geben für die Zubereitung an, dass der Saft von roten Früchten wie Johannisbeeren und Himbeeren mit Wasser oder Rotwein und Grieß zu einer Grütze gekocht wird. Wird Reismehl verwendet, bezeichnet man das Gericht auch als roter Reismehlpudding.[1]

Für die klassische Zubereitung kocht man Johannis- und Himbeeren mit Wasser auf und passiert sie durch ein Sieb. Je nach Rezept wird die Masse mit Zucker, Zitrone, Vanille, Wein oder Spirituosen gewürzt. Zur Bindung wird Stärke von Weizen, Mais, Kartoffeln oder Reis (z. B. Sago) verwendet. Es ist ebenso die traditionelle Zubereitung mit Grieß oder Buchweizenmehl üblich, wobei diese vor allem der Bindung dienen, und das Gericht nicht breiig als Konsistenz haben sollte.

Häufig wird ein Teil der verwendeten Früchte nicht mitgegart, sondern abschließend unter die Grütze gehoben. Üblich sind dafür Erdbeeren oder Sauer- bzw. Süßkirschen, es gibt jedoch auch Kombinationen, welche allgemeiner mit Waldfrüchte, Gartenfrüchte benannt sind oder die Hauptzutaten (z. B. Erdbeer-Rhabarber) als Namen tragen.

Rote Grütze wird typischerweise mit Milch und Speisen daraus angerichtet. Neben Milch und Rahm sind dies Schlagsahne, Vanillesauce und Speiseeis.

Die Zubereitung wird schwach oder nicht gebunden auch als Fruchtsuppe bezeichnet, da die Zutaten häufig identisch sind.

Verbreitung[Bearbeiten]

Rote Grütze wird vor allem der dänischen und schwedischen Küche zugeschrieben. In Deutschland wird sie häufig als Spezialität Norddeutschlands beschrieben. Größere Bekanntheit erreichte dabei die Rote Grütze Sylter Art als Teil einer Marketingkampagne. Ein ähnliches Gericht wird in Osteuropa als Kissel bezeichnet, wobei die Zuschreibung meist auf die Küche der Russen hinweist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Søren Gericke, Henrik Skougaard Jacobsen: Smørrebrød und Rote Grütze. Lust auf Dänemark. Edition q, Berlin 1993, ISBN 3-86124-236-2.
  • Wim Lambersy: Wim’s Kochkacheln. Seeluft macht hungrig! Labskaus, Grünkohl, Fischsuppe, Tote Tante, rote Grütze, Friesentorte uvm. NordenMedia, Wyk auf Föhr 2001, ISBN 3-935347-02-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche Reprint der Erstausgabe: Walter Methler (Hrsg.): Veröffentlichungen des Henriette Davidis Museums. Wetter (Ruhr), 1994, ISBN 3-9810130-8-5.