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Rote Liste des gefährdeten Welterbes

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Lage der gefährdeten Welterbestätten

Die Rote Liste des gefährdeten Welterbes wird von der UNESCO geführt. Ihre Grundlage ist die von 189 Staaten unterzeichnete Welterbekonvention. Von denjenigen Kultur- und Naturdenkmälern, die auf der Liste des Welterbes geführt werden, hebt die UNESCO mit dieser Roten Liste solche hervor, deren Bestand und Geltung durch ernste und spezifische Gefahren, wie Beschädigung, Zerstörung oder Verschwinden, bedroht sind. Die UNESCO mahnt für diese Stätten außerordentliche Schutzanstrengungen an.[1]

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klagemauer und Altstadt von Jerusalem, die auf der Roten Liste steht. Die UNESCO musste 2007 im Streit um die Rampe zum Dungtor (rechts) schlichtend eingreifen.
Der Nationalpark Iguaçu in Brasilien stand 1999−2000 auf der Roten Liste. Der Druck führte dazu, dass eine durch den Park verlaufende Straße nicht wiedereröffnet wurde.

Gründe für Bedrohungen sind vielfältig. Landerschließung, Urbanisierung, Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen, Rodung, Wilderei, Vandalismus, Vernachlässigung und ausgedehnter Tourismus können Welterbestätten gefährden. Bedrohungen können bereits festgestellt sein, wie bei erfolgtem Abriss von Gebäuden, oder nur möglich, wie bei fehlender gesetzlicher Grundlage für den Schutz.

Eine Aufnahme in die Rote Liste ist stets ein Aufruf an die internationale Staatengemeinschaft. Die Antragstellung erfolgt seitens der UNESCO oder seitens des betroffenen Staates. Die Entscheidung wird durch das Welterbekomitee mit einer Mehrheit von zwei Dritteln angenommen. In diesem Falle soll sich die „Staatengemeinschaft“ finanziell, technisch und politisch am Schutz und an der Rettung beteiligen. Das Welterbekomitee verfügt auch über eigene Geldmittel, aus denen Hilfsmaßnahmen finanziert werden können. Das Welterbekomitee droht mitunter, eine Stätte gegen den Willen des betroffenen Staates in die Rote Liste aufzunehmen. Allein diese Ankündigung kann in manchen Ländern erhebliche Erhaltungsanstrengungen in Gang setzen.

“[…] the Committee is of the view that its assistance in certain cases may most effectively be limited to messages of its concern, including the message sent by inscription of a property on the List of World Heritage in Danger and that such assistance may be requested by any Committee member or the Secretariat.”

„[…] das Komitee ist der Auffassung, dass seine Unterstützung in bestimmten Fällen am zweckmäßigsten auf Mitteilungen über seine Besorgnis, darunter die Mitteilung über die Eintragung eines Gutes in die Liste des gefährdeten Erbes der Welt, beschränkt werden kann und dass solche Unterstützung von jedem Mitglied des Komitees oder vom Sekretariat beantragt werden kann.“

– Durchführungsbestimmungen zur Welterbekonvention[2], Ziffer 177

Nach dem Eintrag formuliert das Welterbekomitee ein Programm für Abhilfemaßnahmen und erstellt den Zeitplan, bevorzugt mit dem betroffenen Staat abgestimmt, notfalls auch gegen dessen Willen. Die Maßnahmen zum Schutz der Stätte werden kontrolliert, die Abläufe festgelegt und es wird geprüft, wann der Zustand, der Grund zur Eintragung gab, beseitigt ist. Erst wenn der Anlass der Gefährdung zum Eintrag beseitigt ist, kann eine Stätte wieder von der Roten Liste gestrichen werden.[3]

Zu unterscheiden von der Streichung von der Roten Liste ist die Streichung von der Welterbeliste[4], die bis dato zweimal vorgekommen ist.

Einträge in der Roten Liste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2017 befanden sich von den 1073 Welterbestätten 54 Stätten auf der Roten Liste.

  • Stätten des Naturerbes sind mit einem „N“, Stätten des Kulturerbes mit einem „K“ markiert.
  • Denkmäler, die sowohl dem Weltkultur- als auch dem Weltnaturerbe angehören, tragen ein „K/N“.
Rote Liste seit Stätte Staat Typ Welterbe seit Gründe
1982 Altstadt und Stadtmauer von Jerusalem keinem Staat zugeordnet K 1981 Angesichts des unklaren Rechtsstatus von Jerusalem ist die Erhaltung der Altstadt ein besonderes Problem. Zuletzt waren Arbeiten an der Rampe zum Dungtor umstritten. Siur wikipedia in Jerusalem 080608 52.JPG
1986 Ruinenstadt Chan Chan PeruPeru Peru K 1986 Die Ruinen sind auf Grund der Klimaveränderungen, Anstieg des Grundwassers und illegaler Ansiedlungen auf dem Gelände immer schwereren Zerstörungen ausgesetzt. Chanchan fishnet ruins.JPG
1992 Naturschutzgebiet Nimba-Berge ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste,
GuineaGuinea Guinea
N 1981 In Guinea ist der Abbau von Eisenerz geplant, an der Elfenbeinküste haben Rebellen die Kontrolle und Flüchtlinge haben im Park Lager errichtet. Mont Nimba landscape.jpg
1992 Aïr und Ténéré Naturreservat NigerNiger Niger N 1991 Die Aufstände der Tuareg führten zur Aufnahme, die verschiedenen politischen Umbrüche und zu geringes Engagement der Regierung haben eine Streichung von der Liste bisher verhindert. Fachi-Bilma-Dünen.jpg
1994 Nationalpark Virunga Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo N 1979 Eine Flüchtlingswelle, die nach dem Völkermord in Ruanda in die Region drängte, bedrohte den Baumbestand des Parks. Noch immer agieren bewaffnete Gruppen in der Region. Nyiragongo2004.jpg
1996 Nationalpark Garamba Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo N 1980 Die Breitmaulnashörner wurden durch Wilderei fast ausgerottet. Die unklare politisch-militärische Situation spricht gegen eine baldige Streichung des Parks von der Liste. Garamba National Park overhead.jpg
1997 Nationalpark Kahuzi-Biéga Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo N 1980 Die Berggorillas sind in ihrem Bestand stark gefährdet, die tiefer liegenden Regionen des Parks werden von einer ruandischen Rebellengruppe als Operationsbasis genutzt. Kahuzi gorilla.jpg
1997 Okapi-Wildtierreservat Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo N 1996 Entwaldung durch Brandrodung für die Landwirtschaft und kommerzielle Jagd zum Verkauf von Wildfleisch, sowie der Abbau von Gold und Coltan bedrohen den Park. Epulu Okapi Reserve.jpg
1997 Nationalpark Manovo-Gounda Saint Floris Zentralafrikanische RepublikZentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik N 1988 Organisierte Wilderei hat den Tierbestand des Parks massiv vermindert.
1999 Nationalpark Salonga Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo N 1984 Der allgemeine Zusammenbruch von Recht und Ordnung in der Region resultierte in Plünderungen und dem Desertieren eines Teils der Bewacher des Parks. La rivière Lulilaka, parc national de Salonga, 2005.jpg
2000 Medina von Zabid JemenJemen Jemen K 1993 Der historische Suq wird nicht mehr genutzt, viele Gebäude sind durch moderne Betonbauten ersetzt worden.
Mosque in Zabid.jpg
2001 Frühchristliche Ruinen von Abu Mena (Kloster des Hl. Menas) AgyptenÄgypten Ägypten K 1979 Ansteigendes Grundwasser infolge eines Bewässerungsprojektes zerstört die Fundamente.
Abu Mena Ancient Monastery 04.JPG
2002 Minarett und archäologische Funde von Dschām AfghanistanAfghanistan Afghanistan K 2002 Das Minarett drohte vom Fluss unterspült zu werden und steht nicht mehr senkrecht. Es bestehen noch keine Strukturen zum Schutz der Stätte. Jam Minaret decoration1.jpg
2003 Kulturlandschaft und archäologische Stätten des Bamiyan-Tals (z. B.Buddha-Statuen von Bamiyan) AfghanistanAfghanistan Afghanistan K 2003 Nachdem 2001 die Statuen von den Taliban zerstört worden waren, drohten ihre Nischen einzustürzen. In Teilen des Tals liegen noch Landminen. Small Buddha.jpg
2003 Assur IrakIrak Irak K 2003 Durch den Bau des Makhul-Staudammes drohten die Ausgrabungsstätten überflutet zu werden. Obwohl das Projekt aufgegeben wurde, bleiben die allgemeinen Sicherheitsprobleme bestehen. Flickr - The U.S. Army - www.Army.mil (218).jpg
2005 Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke ChileChile Chile K 2005 Fast fünfzig Jahre nach Aufgabe der Werke haben der Wüstenwind und Diebstähle erhebliche Zerstörungen angerichtet. Einige der Gebäude sind akut einsturzgefährdet. Humberstone.jpg
2005 Altstadt und Hafen von Coro VenezuelaVenezuela Venezuela K 1993 Schwere Stürme in den Jahren 2004/05 haben in der Stadt zahlreiche Schäden angerichtet.
CalleCoroVzla.jpg
2006 Mittelalterliche Denkmäler im Kosovo: Kloster Dečani, Patriarchenkloster Peć, Kloster Gračanica und Kirche der Jungfrau von Ljeviša SerbienSerbien Serbien[5] K 2004/ 2006 Die rechtliche Lage ist unklar und die Sicherheitslage instabil.[6] Visoki Dečani, exterior view, Julian Nitzsche.jpg
2007 Archäologische Stätten von Samarra IrakIrak Irak K 2007 Kuppel und Minarette des Al-Askari-Schreins wurden durch Bombenanschläge zerstört. Al-Askari Mosque 2006.jpg
2007 Nationalpark Niokolo-Koba SenegalSenegal Senegal N 1981 Der Park leidet unter Wilderei und ein Dammbauprojekt am Gambia könnte die regelmäßigen Überflutungen des Graslands verhindern. River gambia Niokolokoba National Park.gif
2009 Barriereriff von Belize BelizeBelize Belize N 1996 Mangroven wurden in großem Umfang abgeholzt. Great Blue Hole.jpg
2010 Everglades-Nationalpark Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten N 1979 Die zunehmende Umweltverschmutzung und Eingriffe in den Wasserhaushalt bedrohten den Park.
Der Park war bereits in der Zeit von 1993 bis 2007 auf der roten Liste.
Everglades Mangroves 01.jpg
2010 Kasubi Tombs, Grabstätten der Buganda-Könige UgandaUganda Uganda K 2001 Wurde durch einen Brand teilweise zerstört.
Kasubi tombs.JPG
2010 Regenwälder von Atsinanana MadagaskarMadagaskar Madagaskar N 2007 Illegale Abholzungen und Jagd auf die gefährdeten Lemuren der Naturerbestätte[7]
Indri indri 001.jpg
2011 Biosphärenreservat Río Plátano HondurasHonduras Honduras N 1982 Illegaler Holzeinschlag, Brandrodung, zunehmender Druck durch die Landwirtschaft, ein geplantes Wasserkraftwerk und unzureichendes Management gefährden die Wälder.
Rio platano.jpg
2011 Tropische Regenwälder von Sumatra: Nationalpark Gunung Leuser, Nationalpark Kerinchi-Seblat und Nationalpark Barisan Selatan IndonesienIndonesien Indonesien N 2004 Illegaler Holzeinschlag und zunehmender Druck durch landwirtschaftliche Nutzung, außerdem Wilderei und Pläne für Straßen durch das Gebiet.[8]
Orang-utan bukit lawang 2006.jpg
2012 Festungen an der karibischen Küste in Panama: Portobelo-San Lorenzo PanamaPanama Panama K 1980 Umweltfaktoren, mangelnde Wartung und unkontrollierbaren Stadtentwicklung bedrohen die Festung, als einst prächtiges Beispiel für die Militärarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts an der Karibikküste.
Portobelo Ruins and bay.jpg
2012 Moscheen, Mausoleen und Friedhöfe von Timbuktu MaliMali Mali K 1988 Die malische Regierung ersuchte um Schutz der Welterbestätten im Norden des Landes, der von einem bewaffneten Konflikt betroffen ist.[9]
Sankore Mosque in Timbuktu.jpg
2012 Grabmal von Askia MaliMali Mali K 2004 Die malische Regierung ersuchte um Schutz der Welterbestätten im Norden des Landes, der von einem bewaffneten Konflikt betroffen ist.[9]
Askia.jpg
2012 Geburtskirche in Bethlehem Palastina AutonomiegebietePalästinensische Autonomiegebiete Palästinensische Autonomiegebiete K 2012 Die Dachziegel der Kirche wurden seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr erneuert. Eindringendes Regenwasser beschädigt die tragenden Elemente sowie Mauermosaike und Malereien.[10]
Nativity Church15.jpg
2012 Historische Hafenstadt von Liverpool Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich K 2004 Gefährdung durch ein geplantes Neubauprojekt, welches den historischen Charakter der Docks zerstören würde.[11]
Liverpool Pier Head.jpg
2013 Altstadt von Aleppo SyrienSyrien Syrien K 1986 Alle Welterbestätten sind durch den Bürgerkrieg in Syrien in ihrem Bestand gefährdet. Außerdem soll damit die Aufmerksamkeit auf die Risiken gelenkt werden, welchen sie ausgesetzt sind.[12]
AleppoViewFromCitadel.jpg
2013 Altstadt von Bosra SyrienSyrien Syrien K 1980
TheaterBosra2.JPG
2013 Altstadt von Damaskus SyrienSyrien Syrien K 1979
City of Damascus pictured from Mt Qasioun.jpg
2013 Tote Städte in Nordsyrien SyrienSyrien Syrien K 2011
Jerada,tower.jpg
2013 Krak des Chevaliers und Qal’at Salah ed-Din SyrienSyrien Syrien K 2006
Crac des chevaliers syria.jpeg
2013 Ruinen von Palmyra SyrienSyrien Syrien K 1980
Diocletian's camp and Qasr Ibn Maʿan.jpg
2013 East Rennell SalomonenSalomonen Salomonen N 1998 Abholzung der Inselwälder, Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandels, Bergbaumaßnahmen, kommerzielle Fischerei und Absinken des Grundwasserspiegels verbunden mit dem Eindringen von Meerwasser
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2014 Potosí BolivienBolivien Bolivien K 1987 Bergbau und Industrie verursachen ein Absinken des Grundwasserstandes und gefährden die Stabilität des Untergrundes der Stadt
MinerosCerroRico.jpg
2014 Wildreservat Selous TansaniaTansania Tansania N 1982 Organisierte Wilderei hat den Tierbestand des Parks fast völlig ausgerottet.
Selous Game Reserve-Girraffes.jpg
2014 Kulturlandschaft von Battir Palastina AutonomiegebietePalästinensische Autonomiegebiete Palästinensische Autonomiegebiete K 2014 Trockenheit und Änderung in der Landnutzung gefährden den Charakter des ursprünglichen Landschaftsbildes
Beitar Ilit IMG 7983.JPG
2015 Ruinen der Partherstadt Hatra IrakIrak Irak K 1985 Schäden durch bewaffnete Gruppen[13]
Hatra ruins.jpg
2015 Altstadt von Sanaa JemenJemen Jemen K 1986 Zerstörungen und Gefährdung durch bewaffneten Konflikt[14]
Sana.jpg
2015 Altstadt und Stadtmauer von Schibam JemenJemen Jemen K 1982 Potenzielle Gefährdung durch bewaffneten Konflikt[14]
Shibam details Wadi Hadhramaut Yemen.jpg
2016 Altstädte von Djenné MaliMali Mali K 1988 Aufgrund der instabilen Lage in der Region kann die Welterbestätte nicht mehr ausreichend geschützt werden.[15]
Great Mosque of Djenné 1.jpg
2016 Historisches Zentrum von Shahrisabz UsbekistanUsbekistan Usbekistan K 2000 Der Abriss von alten Gebäuden und die Errichtung von Hotels und anderen modernen Bauten in der Umgebung der mittelalterlichen Altstadt haben zu einer unumkehrbaren Veränderung des historischen Stadtbildes geführt.[16]
Kok-gumbaz mosque shahrisabz.jpg
2016 Ausgrabungsstätte von Leptis Magna LibyenLibyen Libyen K 1982 Seit Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011 herrscht in Libyen extreme Instabilität. Durch den Aufenthalt von bewaffneten Gruppen in unmittelbarer Umgebung der Welterbestätten ist es bereits zu Beschädigungen gekommen. Weitere Zerstörungen sind zu befürchten.[17]
Leptis Magna market place April 2004.jpg
2016 Ausgrabungsstätte von Sabratha LibyenLibyen Libyen K 1982
Sabratha - Forumsgelände.jpg
2016 Ausgrabungsstätte von Kyrene LibyenLibyen Libyen K 1982
Cyrene8.jpg
2016 Felsmalereien von Tadrart Acacus LibyenLibyen Libyen K 1985
Tadrart Acacus 1.jpg
2016 Altstadt von Ghadames LibyenLibyen Libyen K 1986
Ghadames Altstadt Gasse.jpg
2016 Nan Madol Mikronesien Foderierte StaatenMikronesien Mikronesien K 2016 Gefährdung durch Verschlammung der Wasserwege und Überwucherung durch die Mangroven
Nan Madol 2.jpg
2017 Historisches Zentrum von Wien OsterreichÖsterreich Österreich K 2001 Gefährdung durch einen geplanten 66 Meter hohen Neubau am Heumarkt.[18] IMG 0252 - Wien - Schloss Belvedere.JPG
2017 Altstadt von Hebron/al-Chalil Palastina AutonomiegebietePalästinensische Autonomiegebiete Palästinensische Autonomiegebiete K 2017 In einem Notfallantrag setzten sich die Palästinenser für den Schutzstatus ein, da sie zunehmende Zerstörungen in der Altstadt beklagen, die sie den jüdischen Siedlern zur Last legen.[19] 16-03-31-Hebron-Altstadt-RalfR-WAT 5716.jpg

Von der Roten Liste gestrichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Welterbestätten standen in der Vergangenheit auf der Roten Liste, sind aber inzwischen wieder gestrichen worden. Die hier gelisteten Streichungen von der Roten Liste erfolgten wegen Beseitigung des Aufnahmegrundes in die Rote Liste. Indirekte Streichungen von der Roten Liste infolge Streichung der bedrohten Stätte aus der Liste der Welterbestätten sind im folgenden Abschnitt gelistet.

Rote Liste von … bis Stätte Staat Typ Welterbe seit Gründe
1979–2003 Bucht und Region Kotor MontenegroMontenegro Montenegro K/N 1979 Die Städte in der Bucht wurden 1979 durch ein Erdbeben zerstört. In den neunziger Jahren bedrohte unkontrollierte Bautätigkeit die Integrität. Kotorstarigrad.JPG
1984–1988 und 2000–2006 Vogelschutzgebiet Djoudj SenegalSenegal Senegal N 1981 1984: Dammbauten am Senegal bedrohten den Wasserhaushalt des Deltas. 2000: Ein invasiver Schwimmfarn war außer Kontrolle geraten. CormoransDjoudj.JPG
1984–1989 Naturschutzgebiet Ngorongoro TansaniaTansania Tansania N 1979 Der Wildbestand im Park war durch Wilderei und vordringende Landwirtschaft bedroht. Ngorongo struisvogels.jpg
1984–1992 Nationalpark Garamba Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo N 1980 Die Breitmaulnashörner im Nationalpark wurden durch Wilderei fast ausgerottet. Nach zwischen­zeitlicher Streichung seit 1996 wieder auf der Roten Liste, siehe oben. Northern White Rhinoceros Angalifu.jpg
1985–2007 Königspaläste von Abomey BeninBenin Benin K 1985 1984 hatte in Abomey ein Tornado starke Schäden angerichtet. Unzureichende Schutzmaßnahmen verhinderten lange die Streichung. Abomey-Königspalast2.jpg
1988–2004 Festung von Bahla OmanOman Oman K 1987 Durch fehlende Konservierungsanstrengungen wurden die Lehmbauten regelmäßig bei Regenfällen beschädigt. Bahla Fort.jpg
1989–1998 Salzbergwerk Wieliczka PolenPolen Polen K 1978 Hohe Luftfeuchtigkeit in den Stollen drohte Skulpturen und Stollen zu beschädigen. Salzbergbau.Wieliczka.jpg
1990–2005 Moscheen, Mausoleen und Friedhöfe von Timbuktu MaliMali Mali K 1988 Die Errichtung von modernen Bauten bedrohte das Stadtbild. 2003 zerstörte eine Flut eine Reihe von spätmittelalterlichen Bauwerken.
Seit 2012 wieder auf der Roten Liste, siehe oben.
Djingareiber cour.jpg
1991–1998 Altstadt von Dubrovnik KroatienKroatien Kroatien K 1979 Bei der Schlacht um Dubrovnik wurde die Stadt 1991 stark beschädigt. Dubrovnik-1.JPG
1992–1997 Nationalpark Plitvicer Seen KroatienKroatien Kroatien N 1979 Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Kroaten und Serben im Gebiet des Parks gelten als Auslöser für die Gründung der Republik Serbische Krajina und führten zu Zerstörungen. HR - Plitvice (Plitvička Jezera)1.JPG
1992–2003 Biosphärenreservat Srebarna BulgarienBulgarien Bulgarien N 1983 Durch den Bau einer Talsperre am Eisernen Tor begann das Gebiet auszutrocknen und bedrohte den Bestand der Krauskopfpelikane. Srebarna-lake-Svik.jpg
1992–2004 Archäologische Parks Angkor, Roluos und Banteay Srei KambodschaKambodscha Kambodscha K 1992 Zum Zeitpunkt der Einschreibung stand Kambodscha unter UN-Verwaltung und es gab keine Gesetzgebung zum Denkmalschutz. Bei ständig steigenden Besucherströmen in den Folgejahren dauerte es lange, bis Schutz- und Restaurationsmaßnahmen wirkten.
Angkor19.jpg
1992–2005 Sangay-Nationalpark EcuadorEcuador Ecuador N 1983 Der Bau einer Straße bedrohte die Integrität des Parks. Sangay2.jpg
1993–2007 Everglades-Nationalpark Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten N 1979 Die Auswirkungen des Hurrikan Andrew zusammen mit zunehmender Umweltverschmutzung und Eingriffen in den Wasserhaushalt bedrohten den Park.
Seit 2010 wieder auf der Roten Liste, siehe oben.
Everglades Mangroves 01.jpg
1995–2003 Yellowstone-Nationalpark Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten N 1978 Verschiedenste Eingriffe und negative Einflüsse (Abschüsse von Bisons zur Kontrolle von Krankheiten, Bergbau in den Randregionen, Bau von Tourismuseinrichtungen, zu liberale Vergabe von Jagd- und Angelerlaubnissen) bedrohten den Park.
Norris Geyser Basin 04.jpg
1996–2006 Nationalpark Ichkeul TunesienTunesien Tunesien N 1980 Durch Staudammbauten wurde der Wasserhaushalt des Feuchtgebietes beschädigt und es drohte zu versalzen. Parcichkeul3.jpg
1996–2007 Biosphärenreservat Río Plátano HondurasHonduras Honduras N 1982 Abholzungen, Ausweitungen der Landwirtschaft und das Eindringen fremder Tiere und Pflanzen bedrohten zusammen mit den Planungen für einen Staudamm den tropischen Regenwald.
Seit 2011 wieder auf der Roten Liste, siehe oben.
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1996–2017 Nationalpark Simien AthiopienÄthiopien Äthiopien N 1978 Schrumpfen der extrem kleinen Population des Äthiopischen Steinbocks und zunehmende menschliche Ansiedlungen im Gebiet des Parks. Semien Mountains 02.jpg
1997–2005 Ruinen von Butrint AlbanienAlbanien Albanien K 1992 Durch allgemeine Vernachlässigung waren die Ruinen in einem schlechten Zustand. Butrint, Albania.jpg
1999–2001 Nationalpark Iguaçu BrasilienBrasilien Brasilien N 1986 Die Wiedereröffnung einer zuvor geschlossenen Straße hätte den Park in zwei Hälften geteilt. Toco toucan foz.jpg
1999–2004 Ruwenzori-Gebirge UgandaUganda Uganda N 1994 Zwischen 1997 und 2001 operierte aus den Ruwenzori-Bergen die Rebellengruppe Allied Democratic Forces. Dies führte zum Zusammenbruch der Verwaltung des Parks. Ruwenpflanzen.jpg
1999–2006 Tempelbezirk von Hampi IndienIndien Indien K 1986 Der Bau einer Brücke und eines Gewerbegebietes hätte größere Ströme von motorisiertem Verkehr in das geschützte Gebiet gelenkt. Hampi-Old-And-New.jpg
2002–2006 Ruinenstadt Tipasa AlgerienAlgerien Algerien K 1982 Ungenügender Schutz führte zu Vandalismus, illegalen Ansiedlungen und ständigen Streits über Grundbesitz. Zudem war nicht genügend Personal vorhanden, um den Erosionsschäden und mutwilligen Zerstörungen zu begegnen. Tipasa.jpg
2003–2007 Kathmandutal (z. B. Kathmandu, Bodnath, Patan, Bhaktapur und Pashupatinath / 2006 erweitert) NepalNepal Nepal K 1979 Der Bevölkerungsdruck und die rasche städtische Entwicklung führten zu Neubauten im Umfeld der geschützten Stätten, die deren traditionelle Gestalt bedrohten. IMG 0483 Kathmandu Pashupatinath.jpg
2003–2009 Innenstadt von Baku mit dem Palast der Schirwanschahs und Jungfrauenturm AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan K 2000 Nach Beschädigungen durch ein Erdbeben 2000 beschleunigte sich die unkontrollierte Bautätigkeit in der Altstadt.
Baku Maiden Tower.jpg
2003–2017 Nationalpark Comoé ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste N 1983 Durch den Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste hatte die Wilderei stark zugenommen. NationalparkComoe4.jpg
2004–2006 Kölner Dom DeutschlandDeutschland Deutschland K 1996 Die visuelle Integrität des Doms und die Kölner Stadtsilhouette waren durch die Hochhausplanungen auf der dem Dom gegenüberliegenden Rheinseite gefährdet.
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2004–2013[20] Bam und seine Kulturlandschaft IranIran Iran K 2004 Bam wurde 2003 durch ein Erdbeben zerstört. BAM IR2726.JPG
2004–2014 Ruinen von Kilwa Kisiwani und Songo Mnara TansaniaTansania Tansania K 1981 Fehlende Maßnahmen, um den Verfall der Ruinen aufzuhalten. Kilwa Kisiwani Fort.jpg
2007–2010 Galápagos-Inseln EcuadorEcuador Ecuador N 1978 Zunehmender Tourismus und die nicht-genehmigte Ansiedlung führt dazu, dass immer mehr fremde Spezies eingeschleppt werden. Die illegalen Siedler wurden auf das Festland zwangsumgesiedelt, der Tourismus wird stärker kontrolliert. Darwins Arch, Galapagos.jpg
1992–2011 Manas-Nationalpark IndienIndien Indien N 1985 Nach einem Anschlag einer Bodo-Separatistengruppe war der Park weitestgehend zerstört. Wiederaufbau und Stabilisierung der Tierpopulation gehen langsam voran. Capped langur in manas.jpg
2000–2012 Festung und Shalimar-Gärten in Lahore PakistanPakistan Pakistan K 1981 Zwei der drei Zisternen, die die Gärten bewässern, wurden zu Gunsten des Baus einer Straße zerstört. Ali Imran-Shalamar Garden June6 2004(8).jpg
2001–2012 Reisterrassen in den philippinischen Kordilleren PhilippinenPhilippinen Philippinen K 1995 Mit dem abnehmenden Interesse der Ifugao an ihrer traditionellen Kultur wurden auch die Reisterrassen immer weiter vernachlässigt. Banaue rice terraces 1.jpg
2009–2015 Nationalpark Los Katíos KolumbienKolumbien Kolumbien N 1994 Illegale Holzgewinnung hat innerhalb und an den Rändern des Parks zu Entwaldungen geführt.
Signifikante Verbesserungen bei der Verwaltung des Nationalparks brachten das World Heritage Committee dazu den Park von der roten Liste zu streichen.[21]
2009–2016 Historische Denkmäler in Mzcheta GeorgienGeorgien Georgien K 1994 Mauerwerk und Fresken zeigten deutliche Spuren der Zerstörung. Auf der 40. Sitzung des WHC wurde beschlossen die Welterbestätte von der Liste zu streichen. Damit wird den Bemühungen Georgiens Rechnung getragen den Schutz und die Verwaltung der Denkmäler zu verbessern.[22]
Jvari მცხეთა Mtskheta.jpg
2010–2017 Bagrati-Kathedrale und Kloster Gelati in Kutaissi GeorgienGeorgien Georgien K 1994 Der Eintrag in die Liste des gefährdeten Welterbes erfolgte wegen Umbaumaßnahmen der Bagrati-Kathedrale, die den Charakter der Stätte stark veränderten. 2017 wurde die Bagrati-Kathedrale aus der Welterbestätte gestrichen. Das verbleibende Kloster Gelati steht nicht mehr auf der Roten Liste.[23]
Kutaisi - Bagrati.jpg

Von der Welterbeliste gestrichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Stätten standen in der Vergangenheit auf der Welterbeliste, wurden aber gestrichen, da die Kriterien ihrer Einschreibung nicht mehr galten oder der Vertragsstaat seinen Pflichten zum Schutz der Stätten nicht nachgekommen ist.

Rote Liste von … bis Stätte Staat Typ Welterbe von/bis Gründe
Wildschutzgebiet der Arabischen Oryx OmanOman Oman N 1994–2007 Der Staat hatte die Größe des Schutzgebietes einseitig um 90 % verkleinert.[24] WesternRegion.jpg
2006–2009 Kulturlandschaft Dresdner Elbtal DeutschlandDeutschland Deutschland K 2004–2009 Das Welterbekomitee hielt die Kriterien für die ursprüngliche Einschreibung durch den Bau der Waldschlößchenbrücke nicht mehr im gesamten ausgezeichneten Gebiet für erfüllt.[25] Marienbrücke Dresden.jpg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturgutes der Welt, Art. 11 Absatz 4
  2. Operational Guidelines for the Implementation of the World Heritage Convention (amtlicher Text auf Englisch; PDF; 1,2 MB), Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (deutsche Übersetzung; PDF; 468 kB)
  3. Richtlinien (PDF; 468 kB), Ziffern 177-191
  4. Richtlinien (PDF; 468 kB), Ziffern 192-198
  5. Kosovo, dessen Status umstritten ist, ist kein Mitgliedsstaat der UNESCO.
  6. World Heritage Committee puts Medieval Monuments in Kosovo on Danger List Pressemitteilung des Welterbekomitees, 13. Juli 2006
  7. World Heritage Committee inscribes Rainforests of Atsinanana (Madagascar) on List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 30. Juli 2010, abgerufen am 27. Mai 2017.
  8. Danger listing for Indonesia’s Tropical Rainforest Heritage of Sumatra Pressemitteilung des Welterbekomitees, 22. Juni 2011
  9. a b Heritage sites in northern Mali placed on List of World Heritage in Danger Pressemitteilung des Welterbekomitees, 28. Juni 2012
  10. World Monuments Fund, abgerufen am 12. Dezember 2012
  11. World Heritage Committee places Liverpool on List of World Heritage in Danger Pressemitteilung des Welterbekomitees, 26. Juni 2012
  12. UNESCO:„Syria’s Six World Heritage sites placed on List of World Heritage in Danger“ vom 20. Juni 2013, gesichtet am 20. Juni 2013
  13. The Iraqi site of Hatra added to the List of World Heritage in Danger (Memento vom 2. Juli 2015 auf WebCite) (englisch). UNESCO World Heritage Centre, 1. Juli 2015.
  14. a b Yemen’s Old City of Sana’a and Old Walled City of Shibam added to List of World Heritage in Danger (Memento vom 2. Juli 2015 auf WebCite) (englisch). UNESCO World Heritage Centre, 2. Juli 2015.
  15. Mali’s Old Towns of Djenné on List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 13. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016 (englisch).
  16. Historic Centre of Shakhrisyabz, Uzbekistan, added to List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 13. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016 (englisch).
  17. Libya’s five World Heritage sites put on List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 14. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016 (englisch).
  18. Heumarkt setzt Wien unter Zugzwang auf ORF vom 6. Juli 2017 abgerufen am 6. Juli 2017
  19. Nina Bärschneider: Hinter Hebrons Mauer. Neues Unesco-Weltkulturerbe. Spiegel Online, 13. Juli 2017, abgerufen am 13. Juli 2017.
  20. World Heritage Committee removes the Iranian World Heritage site of Bam and its Cultural Landscape from danger listing. UNSECO World Heritage Committee, 17. Juni 2013, abgerufen am 27. Mai 2017 (englisch).
  21. Colombia’s Los Katíos National Park removed from List of Heritage in Danger 30. Juni 2015 (englisch)
  22. Historical Monuments of Mtskheta, Georgia, removed from List of World Heritage in Danger. UNESCO – The World Heritage Committee, 13. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016 (englisch).
  23. Gelati Monastery, Georgia, removed from UNESCO’s List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 10. Juli 2017, abgerufen am 10. August 2017 (englisch).
  24. Oman’s Arabian Oryx Sanctuary: first site ever to be deleted from UNESCO’s World Heritage List, Presseerklärung des Welterbekomitees vom 28. Juni 2007
  25. Dresden is deleted from UNESCO’s World Heritage List Presseerklärung des Welterbekomitee vom 25. Juni 2009
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