Roth (Eschenburg)

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Roth
Gemeinde Eschenburg
Wappen von Roth
Koordinaten: 50° 50′ 40″ N, 8° 22′ 2″ O
Höhe: 446 m ü. NHN
Fläche: 7,83 km²[1]
Einwohner: 602 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35713
Vorwahl: 02774
Roth
Roth

Roth ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Eschenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth erreicht man über eine Abzweigung der Bundesstraße 253, ca. 17 Kilometer östlich von Dillenburg entfernt. Der Ort grenzt unmittelbar an die Ortschaften Steinbrücken, Mandeln, Achenbach, Oberdieten, Oberhörlen, Simmersbach und Eibelshausen. Die Ortschaft liegt ca. 450 m ü. NN, der höchste Berg Stiete hat eine Höhe von 545 m ü. NN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth wird im Jahr 1232 in Zusammenhang mit den Wunderheilungen rund um das Grab der heiligen Elisabeth in Marburg zum ersten Mal geschichtlich erwähnt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde im Umfeld des Heiligen Berges (518 m ü. NN) die Burg Hessenwalt erbaut. Sie diente in der Dernbacher Fehde zur Verteidigung des Breidenbacher Grunds, zu dem Roth bis zur Gebietsreform 1974 gehörte. Die Burg wurde aber noch im selben Krieg zerstört. Historisch hat Roth Stadtrechte erworben (belegt 1758) und ein eigenes Gericht besessen. Bekannt ist Roth auch durch sein Silbervorkommen (Ende des 17. Jahrhunderts entdeckt), welches zur Prägung eines Silbertalers führte (1696). Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurde in der Grube Gottesgabe Silber gewonnen.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth war bis zur Gebietsreform in Hessen selbstständig und gehörte zum Landkreis Biedenkopf. Im Zuge der Gebietsreform erfolgte die Gründung der Gemeinde Eschenburg am 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach.[2] Kraft Landesgesetz wurden dann die Gemeinden Eschenburg, Hirzenhain sowie Simmersbach und Roth des ehemaligen Landkreises Biedenkopf zur erweiterten Großgemeinde Eschenburg zusammengeschlossen.[3] Die Inkraftsetzung erfolgte zum 1. Juli 1974 durch den Regierungspräsidenten in Darmstadt.[4][2] Für alle sechs Ortsteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Roth unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[5]

  • Roden, in [Urkundenbuch Hanau II Nr. 10]
  • Rodgyn, zu dem (1386)
  • Roede, zum (1413)
  • Roda (1577)
  • Roith (1630)
  • Rodt (1677)

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Roth lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[5][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1577: 28 Hausgesesse
• 1630: 24 Hausgesesse (22 einspännige Ackerleute, 2  ), 2 Einläuftige
• 1677: 27 Männer, 2 Witwen, 1 Jungmannschaft, 13 ledige Mannschaften.
• 1742: 36 Haushalte
Roth: Einwohnerzahlen von 1830 bis 2018
Jahr  Einwohner
1830
  
305
1834
  
319
1885
  
336
1925
  
412
1939
  
394
1950
  
524
1961
  
447
1970
  
482
1974
  
504
1980
  
499
1990
  
530
2000
  
588
2011
  
578
2015
  
587
2018
  
602
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [5][9]; nach 1970: Gemeinde Eschenburg

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1830: 303 evangelische 2 katholische Einwohner.
• 1885: 334 evangelische, 2 katholische Einwohner
• 1961: 426 evangelische (= 95,30 %), 21 römisch-katholische (= 4,67 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1867: Erwerbspersonen: 172 Landwirtschaft, 2 Forstwirtschaft, 3 Bergbau und Hüttenwesen, 14 Gewerbe und Industrie, 3 Verkehr, 1 Gesundheitspflege, 1 Gemeindeverwaltung.
• 1838: Familien: 39 Ackerbau, 43 Gewerbe, 10 Tagelöhner.
• 1961: Erwerbspersonen: 157 Land- und Forstwirtschaft, 116 produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und sonstiges.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Roth gibt es zurzeit keinen Ortsbeirat.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rother Wappen wurde von Albert Wagner entworfen. Es enthält im oberen Teil eine aufgehende Sonne und im unteren Teil eine Waage als Zeichen für die Gerichtsbarkeit. Die Waage weist auf ein eigenes Gericht hin, das Roth in der Vergangenheit besaß. Die aufgehende Sonne findet sich auch als Motiv auf dem Rother Silbertaler wieder und soll an diesen erinnern.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kulturelle Leben in Roth ist vorwiegend durch die am Ort ansässigen Vereine geprägt.

Zu den Vereinen gehören

  • der Männergesangverein 1856 Harmonie Roth
  • die Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1907)
  • der Naturschutz- und Heimatverein (gegründet 1969)
  • der Fußballclub FC Roth (seit 1976)
  • die Laienspielgruppe „Die Herrjelshinkelcher“ (seit 1980); Herrjelshinkelcher ist ein Begriff des Rother Dialekts und bedeutet „Marienkäfer“.
  • der Jugendclub (seit 1997).

Weiterhin gibt es noch die Forstbetriebsvereinigung, die sich um die Interessen der Privatwaldbesitzer kümmert und den Interessentenwald, der die im Siegerland und nördlichen Lahn-Dill-Kreis verbreitete Haubergswirtschaft betreibt. Während die Landwirtschaft bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg das Dorfleben prägte, gibt es mittlerweile fast ausschließlich Nebenerwerbsbetriebe. Am Ort gab es einen eigenen Kindergarten Rothkäppchen sowie eine eigene Schule, beide existieren nicht mehr. Die Kinder besuchen die Grundschule im benachbarten Simmersbach und die weiterführende Schulen in Eibelshausen, Dillenburg und Bad Laasphe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die drei Rother Dorfchroniken des Naturschutz- und Heimatvereins.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Statistische Daten“ im Internetauftritt der Gemeinde Eschenburg, abgerufen am 23. März 2018.
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356–357.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237, § 27 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Benennung von Gemeindeteilen im Dillkreis vom 21. November 1974. In: Der Regierungspräsident (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1974 Nr. 49, S. 2257, Punkt 1663 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 7,7 MB]).
  5. a b c d e f Roth, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  8. Neuste Länder und Völkerkunde, Band 22, S. 416, Weimar 1821
  9. Statistische Daten. In: Webauftritt. Gemeinde Eschenburg, archiviert vom Original; abgerufen im Februar 2019.
  10. Ortsbeiräte der Gemeinde Eschenburg, abgerufen im April 2019.