Rothenberg

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Rothenberg
Stadt Oberzent
Wappen von Rothenberg
Koordinaten: 49° 29′ 58″ N, 8° 55′ 6″ O
Höhe: 420 m
Fläche: 15,06 km²[1]
Einwohner: 890 (30. Jun. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2018
Postleitzahl: 64760
Vorwahl: 06275

Rothenberg ist ein Stadtteil von Oberzent im südhessischen Odenwaldkreis. Bis zum 31. Dezember 2017 war Rothenberg Verwaltungssitz der bis dahin selbständigen Gemeinde Rothenberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenberg liegt in 170 bis 495 Meter Höhe im südlichen Odenwald und dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, fünf Kilometer nördlich von Hirschhorn am Neckar entfernt. Der Hauptort liegt im Süden des Gemeindegebietes als Höhensiedlung in einer Rodung in 420 Meter Höhe auf dem Rücken der ansonsten bewaldeten Hirschhorner Höhe. Die Gemarkung erstreckt sich langgezogen längs des Finkenbachs nach Nordwesten. Die Gemarkungsfläche beträgt 1506 Hektar (1961), davon sind 938 Hektar bewaldet.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenberg grenzt im Norden an Beerfelden (Odenwaldkreis), im Osten an die Stadt Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg), im Süden an die Stadt Hirschhorn (Kreis Bergstraße) sowie im Westen an die Stadt Eberbach (Stadtteil Brombach) und die Gemeinde Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung Rothenberg umfasst auch Kortelshütte und Ober-Hainbrunn. Diese sind seit 2018 eigene Stadtteile von Oberzent.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenberg kam als Rodenberg im Jahr 1535 mit den Dörfern Ober-Hainbrunn und Unter-Finkenbach sowie Vogteirechten in Moosbrunn als kaiserliches Lehen an die Herren von Hirschhorn. Nach deren Aussterben 1632 kam der Besitz an Otto von Kronberg und nach dem Aussterben der Grafen von Kronberg 1704 an die Freiherren von Degenfeld-Schonburg. Über einen Kauf gelangte der Besitz 1786–1801 an die verwandten Grafen von Erbach-Fürstenau. Durch die Rheinbundakte kam Rothenberg und die Dörfer ohne Moosbrunn mit der Grafschaft Erbach 1806 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Im Jahre 1835 war Rothenberg mit 1098 Einwohnern das drittgrößte Dorf des Landratsbezirks. Als im Zuge der Industrialisierung die Verkehrswege ausgebaut wurden, geriet dem Handwerker- und Marktort seine verkehrsungünstige Höhenlage zum Nachteil. Eine industrielle Entwicklung fand nicht statt und die Bevölkerungszahlen waren rückläufig. Das Ortsbild ist bis heute stark landwirtschaftlich geprägt. 1971 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ober-Finkenbach und Raubach eingemeindet. Die Weiler Kortelshütte und Hinterbach waren im 18. Jahrhundert erfolgte Siedlungsgründungen für Neusiedler und Besitzlose. Kortelshütte hat sich ab dem frühen 20. Jahrhundert nach Erschließung durch eine Landstraße und Ausweisung von Neubaugebieten zu einem Luftkurort entwickelt. Hinterbach erlangte in den 1930er Jahren Bedeutung durch seine Mineralquellen.

Ausdehnung des Gemeindegebiets von 1972 bis 2017

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. Juli 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Finkenbach mit dem Ortsteil Hinterbach in die Gemeinde Rothenberg eingegliedert. Raubach kam am 1. August 1972 hinzu.[3] Nach der Gebietsreform umfasste die Gemeinde Rothenberg eine Fläche von 30,48 km² mit 2265 Einwohnern am 31. Dezember 2015.

Sinkende Einwohnerzahlen und wirtschaftliche Gründe führten zu Bestrebungen, die Gemeinden Hesseneck, Beerfelden, Rothenberg und Sensbachtal zum 1. Januar 2018 zu einer Kommune mit dem Namen Oberzent zusammenzuschließen. In Bürgerentscheiden am 6. März 2016 stimmten die Bürger der vier Gemeinden jeweils mehrheitlich dafür. Bei einer Abstimmungsbeteiligung von 70,4 % betrug in Rothenberg die Mehrheit 71,4 % der abstimmenden Bürger.[4] Die Postleitzahl 64757 für Rothenberg wurde mit dem Zusammenschluss obsolet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Gemeinde entwickelte sich im Lauf der Zeit wie folgt (soweit nicht anders vermerkt, entnommen aus den Publikationen des Hessischen Statistischen Landesamtes):[5]

Monat und Jahr Einwohnerzahl   Monat und Jahr Einwohnerzahl
Juni 1976[6] 2246   Dezember 2012 2302
Dezember 2009 2389   Dezember 2013 2266
Dezember 2010 2382   Dezember 2014 2233
Dezember 2011 2364   Dezember 2015 2265

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[7] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 15 Sitze
  • SPD: 4
  • CDU/BuLiRo: 2
  • WGR: 9
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
WGR Wählervereinigung Gemeinde Rothenberg 58,2 9 54,8 8 52,0 8 45,5 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,8 4 29,0 4 35,1 5 41,5 6
CDU/BuLiRo Christlich Demokratische Union Deutschlands / Bunte Liste Rothenberg 15,0 2
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 16,1 3 12,8 2 13,0 2
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 70,5 57,2 63,3 72,4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Rothenberg neben dem Bürgermeister fünf ehrenamtliche Beigeordnete angehörten. Letzter Bürgermeister war seit Februar 2000 bis zur Auflösung der Gemeinde Hans Heinz Keursten.[8][9][10] Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren

  • 1994 bis 2000 Willi Menges, (SPD)

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rothenberg und den zugehörigen Ortschaften präsentiert sich eine ansehnliche Reihe von sehenswerten Kulturdenkmälern. Neben der evangelisch lutherischen Schwarzen Kirche von 1880 und der Evangelischen Pfarrkirche von 1883 sind insbesondere mehrere Fachwerkhäuser wie das Forsthaus Saubuche im nun Oberzenter Stadtteil Raubach zu nennen, außerdem zahlreiche Kleindenkmäler wie Brunnen, Grenzsteine und Stellsteinreihen, darunter die Stellsteinreihe in Ober-Hainbrunn.

Um die Jahrhundertwende häuften sich die Beschwerden der Rothenberger Oberdorfbewohner über Mängel bei der Wasserversorgung. Die Quelle des Großen Brunnens am Hang des Gammelsbachtals schüttete genug Wasser. Die Landesbehörden im Großherzogtum Hessen betraute die Kulturinspektion Darmstadt und die fand die Lösung der Wasserversorgung mit zwei Wassermotoren, geliefert von der Zürcher Maschinenfabrik Schmid. Jeder der technisch interessanten Motoren treibt eine dreizylindrige Pumpe an. Die eine Drillingspumpe stammt aus dem Jahre 1902, die andere ist zwei Jahre jünger. Betrieben wird die historische Pumpstation zwischen Kortelshütte und Rothenberg heute von einem Kreis technisch begeisterter Idealisten.

Im zu Rothenberg zählenden Weiler Hinterbach befindet sich außerdem der letzte erhaltene hydraulische Widder im Odenwald.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Historisches Ortslexikon
  2. „Einwohnerstatistik“ (HW) im Internetauftritt der Gemeinde Rothenberg, abgerufen am 2. Januar 2018
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358 f.
  4. Bürgerentscheid am 06.03.2016 in Rothenberg. In: www.statistik-hessen.de. Abgerufen am 6. März 2016.
  5. Statistische Berichte des Bereiches Bevölkerung 2009 - 2015, abgerufen am 3. Januar 2018
  6. Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden (StAnz. 1976 S. 2283) Seite 19 der PDF-Datei 10,5 MB
  7. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Rothenberg
  9. Hans Heinz Keursten geht in dritte Amtszeit In: www.eberbach-channel.de vom 25. September 2011.
  10. Echo online vom 30. April 2016: Jubiläum. Rothenbergs Bürgermeister Keursten ist 50 Jahre im öffentlichen Dienst tätig Abgerufen im Januar 2018.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rothenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien