Rothstein (Uebigau-Wahrenbrück)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rothstein
Koordinaten: 51° 33′ 25″ N, 13° 25′ 1″ O
Höhe: 95,8 m
Fläche: 5,03 km²[1]
Einwohner: 167 (2016)
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner/km²
Eingemeindung: 27. September 1998
Eingemeindet nach: Wahrenbrück
Postleitzahl: 04924
Vorwahl: 035341

Rothstein ist ein Ortsteil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster und liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich der Stadt Bad Liebenwerda im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zwischen der im Osten aufgetürmten Erdmoräne aus der Saale II Eiszeit und dem am Südwestende des Ortes gelegenen Rothsteiner Felsen, welcher etwa 560 Millionen Jahre alt ist und damit eine der ältesten Gesteinsformationen Europas ist. Der aus Kieselsinterhornsteinwacke bestehende Felsen ist der einzige Naturfelsen im Raum Berlin-Brandenburg.

Rothstein gehörte bis zur Eingemeindung am 27. September 1998[2] zum Landkreis Bad Liebenwerda und besitzt derzeit 226 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothstein
Gasthof

Deutung des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat seinen Namen von dem sich in der Nähe des Dorfes befindlichen Rothsteiner Felsen, welcher dort als höchste Erhebung eines unterirdischen Vulkan-Gebirges mit seinen rötlichen Eisenoxidfarben zu Tage tritt.

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1309 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt und nach mehrmaligem Besitzerwechsel 1587 an das Amt Liebenwerda verkauft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf, wie viele Ortschaften der Umgebung durch Plünderung vollkommen verwüstet. Nach mündlichen Überlieferungen überlebte nur ein Knecht und eine Magd.

1835 zählte das Dorf 28 Wohnhäuser mit 137 Einwohnern. An Vieh wurden 27 Pferde, 149 Stück Rindvieh, 355 Schafe und 52 Schweine gezählt.[3]

1836 wurde in Rothstein ein eigenes Schulhaus erbaut und ab 1870 brachten einfache von Hand betriebene Schachtanlagen zur Braunkohlengewinnung einen Entwicklungsschub für den Ort. Neben dem Bergbau und der Landwirtschaft entwickelte sich als weitere Erwerbsquelle der Steinbruch am Felsen, welche zwischen den beiden Weltkriegen aufgegeben wurde.

In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gab es im Ort Stellmacher, Ofensetzer, eine Schmiede, einen Fleischer, einen Schreiner sowie Schlosser. 1991 wurde der Ort an das Trinkwassernetz angeschlossen, das Abwassernetz wurde ebenfalls fertiggestellt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Rothstein[4]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1836 137 1939 258 1985 230 1994 225
1875 250 1946 404 1989 233 1995 215
1890 250 1950 376 1990 234 1996 232
1910 260 1964 267 1991 223 1997 225
1925 269 1971 255 1992 221 2016 167[5]
1933 251 1981 217 1993 222

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freilichtbühne vor dem Rothsteiner Felsen

Jährlicher Höhepunkt ist das Rothsteiner Felsenfest, welches seit 1888 an jedem 2. Wochenende im Juli gefeiert wird. Die gute Organisation, die Vielfalt der Darbietungen sowie die reizvolle Umgebung am Felsen locken jährlich tausende Besucher von nah und fern an den Felsen und machten es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der größten Volksfeste der Umgebung. In den letzten Jahren sind die Besucherzahlen stark gesunken und das Fest hat seine überregionale Bedeutung eingebüßt.

Seit 1997 findet im August am Felsen das Indianer- und Westerntreffen statt, was sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Auf dem Rothsteiner Friedhof befindet sich ein Kriegerdenkmal in Form einer Stele zu Ehren der in den beiden Weltkriegen gefallenen Rothsteiner Einwohner.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Bartholomäus, Vorsitzender des Fördervereins Brikettfabrik Louise e. V., Denkmalpflegepreisträger des Landes Brandenburg im Jahr 2000

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Größe der Gemarkungsfläche (Stand: 1995) aus Autorenkollektiv des MUG Brandenburg e.V.: Heimatbuch Landkreis Elbe-Elster. Herzberg 1996, S. 120.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  3. „Übersicht der Bevölkerung und des Viehstandes im Jahre 1835“ in „Die Schwarze Elster-Unsere Heimat in Wort und Bild“. Nr. 596. Bad Liebenwerda 1985, S. 8 bis 10.
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg Online als PDF-Datei
  5. "Informationsbroschüre für Einwohner und Gäste" herausgegeben vom Amt Uebigau Wahrenbrück.
  6. Das Kriegerdenkmal in Rothstein beim Onlineprojekt Gefallenendenkmäler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rothstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien