Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien

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Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH
Logo der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien
Rechtsform GmbH
Gründung 16. Januar 2002
Sitz Freyburg (Unstrut), Deutschland

Leitung

  • Christof Queisser, Vorsitzender der Geschäftsführung
  • Frank Albers, Geschäftsführer
  • Ulrich Wiegel, Geschäftsführer
Mitarbeiter 636 (2016)
Umsatz 986,0 Mio. EUR (2016)
Branche Nahrungsmittelindustrie
Website www.rotkaeppchen-mumm.de

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH (kurz RM) in Freyburg (Unstrut) ist Deutschlands größter Sekthersteller und produziert darüber hinaus Wein und Spirituosen wie Weinbrand, Kornbrand, Likör.

Konzernentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien entstanden am 16. Januar 2002 aus der Übernahme der Sektmarken Mumm, Jules Mumm und MM Extra der kanadischen Seagram Company Ltd. samt den Produktionsstandorten in Eltville am Rhein und Hochheim am Main durch die Rotkäppchen Sektkellerei GmbH.

Die Geldermann Privatsektkellerei, die Sekt ausschließlich in traditioneller Flaschengärung herstellt, wurde am 27. Januar 2003 von Rotkäppchen-Mumm übernommen, und am 21. Dezember 2005 kaufte man die Marke Kloss & Foerster – Name der Firma, die seit 1894 Sekt unter dem Namen Rotkäppchen herstellte – zurück. 2006 wurde die im Besitz der Rotkäppchen-Mehrheits-Eigentümer, der Familie Eckes-Chantré, befindliche Eckes Spirituosen & Wein GmbH an Rotkäppchen-Mumm verkauft, so dass seit dem 1. Januar 2007 auch die Firma Nordbrand Nordhausen – seit dem 23. Mai 1991 100-prozentige Tochter der Eckes AG – zu den Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien gehört. Die Weinmarke Blanchet kaufte Rotkäppchen-Mumm im November 2009 von der Mainzer Racke GmbH & Co. KG.[1][2]

Im Sommer 2015 übernimmt Rotkäppchen-Mumm über seine Spirituosentochter Nordbrand die Drinks & Food GmbH mit deren Produktionsstandort in Zahna und verschiedene Likörmarken, deren Produktion aber eingestellt werden soll.[3] Im November 2015 wird noch der Kauf der italienischen Aperitif-Marke Sprizzero De Martin bekannt.[4] Im Februar 2017 wird der Kauf der italienischen Prosecco-Manufaktur Ruggeri bekannt.[5]

58 Prozent des Konzerns gehören heute der Familie Eckes-Chantré, 42 Prozent den Gesellschaftern Gunter Heise (bis 2013 Sprecher der Geschäftsführung, heute Vorsitzender des Beirats), Jutta Polomski (bis 2007 Mitglied der Geschäftsführung[6]), Lutz Lange und Ulrich Wiegel, die die Firma 1993 im Rahmen eines Management-Buy-out zusammen mit Harald Eckes-Chantré und seinen Töchtern Petra Roller und Christina Oelbermann von der Treuhandanstalt gekauft hatten.

Chef de Cave ist der Önologe und Getränketechnologe Udo Gruber, der an der Hochschule Geisenheim studiert hat.

Produktionsstandorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Übernahme der verschiedenen Firmen verfügt Rotkäppchen-Mumm über Produktionsstandorte in Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen, Baden-Württemberg und Veneto (Italien).

Produktionsstandort Firma Marken
Freyburg (Unstrut) Rotkäppchen Sektkellerei GmbH Rotkäppchen Sekt
Mocca Perle
Rotkäppchen Qualitätswein
Eltville am Rhein Matheus Müller Sektkellereien GmbH MM Extra
Eltville am Rhein Blanchet GmbH Blanchet[Anm. 1]
Eltville am Rhein Chantré & Cie. GmbH Chantré[Anm. 2]
Collection de Chantré
Hochheim am Main Godefroy H. von Mumm & Co. Sektkellereien GmbH Mumm Sekt
Jules Mumm
Nordhausen am Harz Echter Nordhäuser Spirituosen GmbH Echter Nordhäuser
Eckes Edelkirsch[Anm. 3]
Mariacron[Anm. 4]
Zinn 40
Nordhausen am Harz Nordbrand Nordhausen GmbH Goldbrand
Goldkrone
Goldene Aue
Nordgold
Breisach am Rhein Geldermann Privatsektkellerei GmbH Geldermann
Kloss & Foerster

Anmerkungen

  1. das Sortiment der Marke Blanchet konzentriert sich auf französische Weine
  2. von Ludwig Eckes 1953 eingeführt und nach dem Geburtsnamen seiner Ehefrau Marianne Chantré benannt
  3. erstmals 1931 vertrieben von der 1857 gegründeten Weinbrennerei Peter Eckes in Nieder-Olm
  4. hervorgegangen aus der ehemaligen Klosterbrennerei in Oppenheim

Umsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 verkaufte das Unternehmen 177,9 Millionen Flaschen Sekt. Das entspricht einem Marktanteil von 55,4 % in Deutschland, davon hat allein die Marke Rotkäppchen Sekt einen Marktanteil von 39,3 %. Neben dem Sekt konnte Rotkäppchen-Mumm im Jahr 2016 48,7 Millionen Flaschen Spirituosen, 20,3 Millionen Flaschen Wein sowie 24,3 Millionen Flaschen Weinhaltige Getränke absetzen. Der Konzernumsatz summierte sich auf 986,0 Millionen Euro.[7]

Sektmarken verkaufte Flaschen[Anm. 1]
Entwicklung
gegenüber 2015
Rotkäppchen Sekt 125,6 Mio. +6,8 %
MM Extra 018,3 Mio. + 4,2 %
Mumm 020,4 Mio. -2,9 %
Jules Mumm 010,0 Mio. -3,4 %
Geldermann 003,3 Mio. +0,0 %
Spirituosenmarken verkaufte Flaschen[Anm. 2]
Entwicklung
gegenüber 2015
Chantré und Mariacron 016,0 Mio. +6,1 %
Dachmarke Nordbrand Nordhausen 019,5 Mio. -1,6 %
Dachmarke Echter Nordhäuser 008,70 Mio. -3,3 %
Markenwein und Weinhaltige Getränke verkaufte Flaschen[Anm. 1]
Entwicklung
gegenüber 2015
Blanchet 012,5 Mio. +6,8 %
Rotkäppchen Qualitätswein 007,8 Mio. +5,4 %
Alkoholfrei 006,6 Mio. +24,1
Rotkäppchen Fruchtsecco, Jules Mumm Plus, Blanchet Perlé Secco 017,7 Mio. +9,3

Anmerkungen

  1. a b Sekt und Wein werden auf 0,75-Liter-Flaschen normiert
  2. Spirituosen werden auf 0,7-Liter-Flaschen normiert

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Kahmann: Eine prickelnde Geschichte. Die Rotkäppchen Sektkellerei 1856–2006. Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH, Freyburg/Unstrut 2006, ISBN 3-00-018731-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rotkäppchen-Mumm schluckt Blanchet. In: Handelsblatt vom 23. Oktober 2009
  2. Geschluckt: Freshfields und Neussel & Martin begleiten Blanchet-Übernahme. JUVE.de vom 27. Oktober 2009
  3. Rotkäppchen braucht was Härteres. In: Handelsblatt.de. Handelsblatt, 7. Juli 2015, abgerufen am 10. Februar 2017.
  4. Rotkäppchen-Mumm Übernimmt Sprizzerò De Martin. In: lebensmittelpraxis.de. Lebensmittel Praxis, 4. November 2015, abgerufen am 10. Februar 2017.
  5. Rotkäppchen Sekt-Hersteller aus Freyburg kauft Prosecco-Firma aus Italien. In: www.mz-web.de. Mitteldeutsche Zeitung, 9. Februar 2017, abgerufen am 10. Februar 2017.
  6. Rotkäppchen Sektkellerei: Pressemitteilung vom 17. Juli 2007 (PDF, 9 kB)
  7. Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien: Pressemappe vom 21. April 2015 (zip, 152 KB)