Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH
Logo der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien
Rechtsform GmbH
Gründung 16. Januar 2002
Sitz Freyburg (Unstrut), Deutschland

Leitung

  • Christof Queisser, Vorsitzender der Geschäftsführung
  • Manfred Hilpert, Geschäftsführer
  • Frank Albers, Geschäftsführer
  • Ulrich Wiegel, Geschäftsführer
Mitarbeiter 571 (2014)
Umsatz 897 Mio. EUR (2014)
Branche Nahrungsmittelindustrie
Website www.rotkaeppchen-mumm.de

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH (kurz RMSK) in Freyburg (Unstrut) ist Deutschlands größter Sekthersteller und produziert darüber hinaus Wein und Spirituosen wie Weinbrand, Kornbrand, Likör.

Konzernentwicklung[Bearbeiten]

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien entstanden am 16. Januar 2002 aus der Übernahme der Sektmarken Mumm, Jules Mumm und MM Extra der kanadischen Seagram Company Ltd. samt den Produktionsstandorten in Eltville am Rhein und Hochheim am Main durch die Rotkäppchen Sektkellerei GmbH.

Die Geldermann Privatsektkellerei, die Sekt ausschließlich in traditioneller Flaschengärung herstellt, wurde am 27. Januar 2003 von Rotkäppchen-Mumm übernommen, und am 21. Dezember 2005 kaufte man die Marke Kloss & Foerster – Name der Firma, die seit 1894 Sekt unter dem Namen Rotkäppchen herstellte – zurück. 2006 wurde die im Besitz der Rotkäppchen-Mehrheits-Eigentümer, der Familie Eckes-Chantré, befindliche Eckes Spirituosen & Wein GmbH an Rotkäppchen-Mumm verkauft, so dass seit dem 1. Januar 2007 auch die Firma Nordbrand Nordhausen – seit dem 23. Mai 1991 100-prozentige Tochter der Eckes AG – zu den Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien gehört. Die Weinmarke Blanchet kaufte Rotkäppchen-Mumm im November 2009 von der Mainzer Racke GmbH & Co. KG.[1][2]

58 Prozent des Konzerns gehören heute der Familie Eckes-Chantré, 42 Prozent den Gesellschaftern Gunter Heise (bis 2013 Sprecher der Geschäftsführung, heute Vorsitzender des Beirats), Jutta Polomski (bis 2007 Mitglied der Geschäftsführung[3]), Lutz Lange und Ulrich Wiegel, die die Firma 1993 im Rahmen eines Management-Buy-out zusammen mit Harald Eckes-Chantré und seinen Töchtern Petra Roller und Christina Oelbermann von der Treuhandanstalt gekauft hatten.

Chef de Cave ist der Önologe und Getränketechnologe Udo Gruber, der an der Hochschule Geisenheim studiert hat.

Produktionsstandorte[Bearbeiten]

Durch die Übernahme der verschiedenen Firmen verfügt Rotkäppchen-Mumm über 5 Produktionsstandorte in Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Produktionsstandort Firma Marken
Freyburg/Unstrut Rotkäppchen Sektkellerei GmbH Rotkäppchen Sekt
Mocca Perle
Rotkäppchen Qualitätswein
Eltville am Rhein Matheus Müller Sektkellereien GmbH MM Extra
Eltville am Rhein Blanchet GmbH Blanchet[Anm. 1]
Eltville am Rhein Chantré & Cie. GmbH Chantré[Anm. 2]
Collection de Chantré
Hochheim am Main Godefroy H. von Mumm & Co. Sektkellereien GmbH Mumm Sekt
Jules Mumm
Nordhausen Echter Nordhäuser Spirituosen GmbH Echter Nordhäuser
Eckes Edelkirsch[Anm. 3]
Mariacron[Anm. 4]
Zinn 40
Nordhausen Nordbrand Nordhausen GmbH Goldbrand
Goldkrone
Goldene Aue
Nordgold
Breisach am Rhein Geldermann Privatsektkellerei GmbH Geldermann
Kloss & Foerster

Anmerkungen

  1. das Sortiment der Marke Blanchet konzentriert sich auf französische Weine
  2. von Ludwig Eckes 1953 eingeführt und nach dem Geburtsnamen seiner Ehefrau Marianne Chantré benannt
  3. erstmals 1931 vertrieben von der 1857 gegründeten Weinbrennerei Peter Eckes in Nieder-Olm
  4. hervorgegangen aus der ehemaligen Klosterbrennerei in Oppenheim

Umsatz[Bearbeiten]

Im Jahr 2014 verkaufte das Unternehmen 167 Millionen Flaschen Sekt. Das entspricht einem Marktanteil von 52,9 % in Deutschland, davon hat allein die Marke Rotkäppchen Sekt einen Marktanteil von 37,9 %. Neben dem Sekt konnte Rotkäppchen-Mumm im Jahr 2014 44,8 Millionen Flaschen Spirituosen, 17,9 Millionen Flaschen Wein sowie 16,7 Millionen Flaschen weinhaltige Getränke absetzen. Der Konzernumsatz summierte sich auf 897,2 Millionen Euro.[4]

Sektmarken verkaufte Flaschen[Anm. 1]
Entwicklung
gegenüber 2013
Rotkäppchen Sekt 115,9 Mio. −0,4 %
MM Extra 017,9 Mio. −4,0 %
Mumm 018,1 Mio. +3,9 %
Jules Mumm 011,5 Mio. −1,3 %
Geldermann 002,7 Mio. +7,2 %
Spirituosenmarken verkaufte Flaschen[Anm. 2]
Entwicklung
gegenüber 2013
Chantré und Mariacron 015,3 Mio. +8,5 %
Nordbrand Nordhausen 020,0 Mio. −0,8 %
Echter Nordhäuser 008,9 Mio. −0,8 %
Wein und weinhaltige Getränke verkaufte Flaschen[Anm. 1]
Entwicklung
gegenüber 2013
Blanchet 011,1 Mio. −2,2 %
Rotkäppchen Qualitätswein 006,8 Mio. +0,7 %
Rotkäppchen Alkoholfrei 005,2 Mio.
Rotkäppchen Fruchtsecco, Jules Mumm Plus, Blanchet Perlé Secco 011,5 Mio.

Anmerkungen

  1. a b Sekt und Wein werden auf 0,75-Liter-Flaschen normiert
  2. Spirituosen werden auf 0,7-Liter-Flaschen normiert

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Kahmann: Eine prickelnde Geschichte. Die Rotkäppchen Sektkellerei 1856–2006. Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH, Freyburg/Unstrut 2006, ISBN 3-00-018731-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rotkäppchen-Mumm schluckt Blanchet. In: Handelsblatt vom 23. Oktober 2009
  2. Geschluckt: Freshfields und Neussel & Martin begleiten Blanchet-Übernahme. JUVE.de vom 27. Oktober 2009
  3. Rotkäppchen Sektkellerei: Pressemitteilung vom 17. Juli 2007 (PDF, 9 kB)
  4. Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien: Pressemappe vom 21. April 2015 (zip, 152 KB)