Rotlicht (Prostitution)

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Typische Rotlicht-Beleuchtung eines Bordells

Rotlicht ist ein Synonym für Prostitution und damit zusammenhängende Sachverhalte wie Rotlichtmilieu, Rotlichtviertel, Rotlichtaffäre und andere.[1]

Begriffsherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Farbe Rot wird neben ihrer allgemeinen Signalwirkung psychologisch oft in Verbindung mit Liebe und Leidenschaft, aber auch mit Gefahr und Sünde gebracht.[2] Die Verbindung des Begriffs Rotlicht mit der Prostitution geht auf die roten Laternen zurück, die früher über den Eingängen von Bordellen hingen, und auch auf die rote Innenbeleuchtung dieser Lokale.[3]

Der Begriff Rotlicht wird auch in einigen anderen Sprachräumen in der Bedeutung Prostitution verwendet; beispielsweise kennt die englische Sprache den Red-light District und die italienische Sprache das quartiere a luci rosse (jeweils für Rotlichtviertel).

Semantische Betrachtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Farbe der Erotik und Sexualität, und auch der Unmoral, wird die Farbe Rot auch mit Prostitution assoziiert.[4][5] Nach der semantischen Abhandlung von Kaufmann[6] wird Rot dabei als Verweis auf ein bestimmtes Milieu verstanden. In der Bedeutung von „erotisch, die Prostitution betreffend“ kommt dem Adjektiv Rot eine eher negative Konnotation zu, die in der allgemeinen Geringschätzung dieses Bereiches begründet ist.[7]

Im Bedeutungsbereich Prostitution wird „Rotlicht“ nach der semantischen Untersuchung von Kaufmann nahezu immer als Kompositum zusammen mit einem angehängten Substantiv gebraucht (Rotlichtmilieu, Rotlichtaffäre etc.), während der selbständige Gebrauch eher selten ist.[8]

In neueren Wörterbücher, wie z. B. im Duden, Deutsches Universalwörterbuch 2001 wurde der „alleinstehende“ Begriff Rotlicht nicht mehr dem Bereich Prostitution zugeordnet, wie noch in früheren Auflagen erfolgt.[9]

Die negative Nebenbedeutung des Begriffs Rotlicht im Bedeutungsbereich Prostitution überträgt sich nach Kaufmann auch auf das neugebildete Substantiv und belegt dieses in seiner (semantischen) Einzelbedeutung ebenfalls negativ bzw. verstärkt dessen negative Bedeutung. So wird beispielsweise ein Rotlichtviertel allgemein als „ein übles Viertel“ mit einer „anrüchigen Prostitutionsszene“ angesehen, und „eine Rotlichtaffäre“ (etwa eines Prominenten) als eine „besonders schlüpfrige Affäre“ in derselben „anrüchigen“ Szene bewertet.[10]

Volksmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anonym: „Nicht immer hält das rote Licht, was es dem Wandersmann verspricht.“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva Heller: Wie Farben wirken. Farbpsychologie, Farbsymbolik, kreative Farbgestaltung. Erstausg., ill., Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1989, ISBN 3-498-02885-5. (Standardwerk der Farbpsychologie; 2004 ist die 12., unveränd. Aufl. erschienen)
  • Caroline Kaufmann: Zur Semantik der Farbadjektive rosa, pink und rot. Eine korpusbasierte Vergleichsuntersuchung anhand des Farbträgerkonzepts. 1. Aufl., Herbert Utz Verlag, München 2006, Reihe: Münchner Beiträge zur Sprach- und Literaturwissenschaft, ISBN 3-8316-0652-8. (Dissertation, online; PDF; 1,9 MB)
  • Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 4., neu bearb. und erw. Aufl., Dudenverlag, Mannheim [u. a.] 2001, ISBN 3-411-05504-9.
  • Ariane Barth: Im Rotlicht. Das explosive Leben des Stefan Hentschel. Ungekürzte Ausg., 1. Aufl., Ullstein Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-548-36769-0. (Biographie eines ehemaligen Hamburger "Rotlicht-Paten"; mit authentischen Beschreibungen von diversen "Rotlicht-Szenarien", wie Rotlicht-Viertel, -Milieu, -Affäre, -Club, etc.)
  • Uta Falck: VEB Bordell - Geschichte der Prostitution in der DDR. Taschenbuchausg., illustr., Links Verlag, Berlin 1998, Schriftenreihe Forschungen zur DDR-Gesellschaft, ISBN 3-861531-61-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marcel Feige: Das Lexikon der Prostitution. Das ganze ABC der Ware Lust. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-89602-520-1, S. 551
  2. Heller: Wie Farben wirken. 1989, S. 49–68
  3. Vgl. Duden: Deutsches Universalwörterbuch. 4. Aufl., 2001, S. 1326
  4. Heller: Wie Farben wirken. 1989, S. 63
  5. Kaufmann, Diss. 2006, S. 317
  6. Kaufmann, Diss. 2006, S. 208
  7. Kaufmann, Diss. 2006, S. 208
  8. Kaufmann, Diss. 2006, S. 208 f.
  9. Duden: Deutsches Universalwörterbuch. 4. Aufl., 2001, S. 1326
  10. Vgl. Kaufmann, Diss. 2006