Rotpunktverlag

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Rotpunktverlag
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1976
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Thomas Heilmann
(Geschäftsleiter) und
Andreas Simmen
(Programmleiter)
Judith Pia Henzmann
(VR-Präsidentin)
Mitarbeiter 7 (2012)
Umsatz 966.981 CHF (2012)
Branche Verlag
Website www.rotpunktverlag.ch

Der Rotpunktverlag ist ein Schweizer Buchverlag mit Sitz in Zürich.

Schwerpunkt der Verlagstätigkeit bildet die Publikation von politischen Sachbüchern, wobei er in der Tradition der Neuen Linken der Nach-68er angesiedelt ist. Daneben veröffentlicht der Verlag im Bereich der Belletristik Romane und Erzählungen aus der Schweiz sowie zeitgenössische Literatur aus Lateinamerika und der Karibik. Die Abteilung Freizeitführer bildet den jüngsten Bereich des Rotpunktverlags und umfasst hauptsächlich regionenbezogene Wanderführer. 2011 wurde der Verlag vom Schweizer Buchhandel zum «Verlag des Jahres» gewählt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag wurde 1976 als Genossenschaft «Rotpunkt Verlag (RPV)» auf Beschluss der Parteileitung der Progressiven Organisationen der Schweiz (POCH) mit dem Zweck gegründet, «die Herausgabe und Verbreitung sozialistischer Literatur zu fördern».[2] Die erste Veröffentlichung des Rotpunkt Verlags waren Fidel Castros «Ausgewählte Reden zur internationalen Politik 1965–1976». Später übernahm der Rotpunkt Verlag die ihm vom Fischer Taschenbuch Verlag überlassenen Druckvorlagen des Buches «Ich heisse Thomy» von Walter Matthias Diggelmann. Dieses entwickelte sich in der Folge zum meistverkauften Buch des Verlages.

Der Rotpunkt Verlag war bis Anfang der 1990er Jahre ein Freizeit- und Freiwilligenprojekt, dessen Mitglieder in häufig wechselnder Besetzung über das Verlagsprogramm entschieden. In diese Zeit fiel unter anderem die Veröffentlichung von «Erdnüsse. Totschlagen» als Erstlingswerk von Ruth Schweikert oder «Armer kleiner Dichter, der ich war» von Roque Dalton. Gleichzeitig nahm der Einfluss der POCH auf die Verlagstätigkeit kontinuierlich ab, wenn auch der Verlag sich noch heute als «linker politischer Verlag» bezeichnet. Erst 1991 schuf der Verlag die erste bezahlte Arbeitsstelle. Zwei Jahre später wurde das Gestaltungskonzept professionalisiert.

Ab 1995 begann der Verlag, Bücher aus dem Themenbereich Natur und Umwelt zu publizieren. Hintergrund hierfür bildete das aus der ökologischen Linken kommende Interesse an den Alpen als politisches Thema aufgrund der aufkommenden Problembereiche Verkehr, Tourismus, Energie und Landwirtschaft im Alpengebiet. Die anfänglich noch als politische Sachbücher einzuordnenden Veröffentlichungen wandelten sich mit der Zeit in Wanderbücher und kulinarische Führer.

1997 wurde zur Sicherung der verlegerischen Kontinuität die Genossenschaft «Rotpunkt Verlag (RPV)» in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, dabei wurde der Verlag in «Rotpunktverlag» umbenannt.[3] Seither erhöhte sich die Anzahl erhältliche Titel von 99 auf 171 im Jahre 2007. Die Anzahl in Erstauflage veröffentlichte Bücher erhöhte sich von elf im Jahre 1997 auf 23 im Jahre 2016. Das Programm lateinamerikanischer Belletristik wurde eingestellt.[4]

Zu den auflagenstärksten Büchern des Rotpunktverlags zählen, nebst «Ich heisse Thomy» von Walter Matthias Diggelmann, «Antipasti und alte Wege» von Ursula Bauer und Jürg Frischknecht sowie «Grüningers Fall» von Stefan Keller.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.boersenblatt.net/439365/
  2. Eintrag der Genossenschaft «Rotpunkt Verlag (RPV)» im Handelsregister des Kantons Zürich
  3. Eintrag der Aktiengesellschaft «Rotpunktverlag» im Handelsregister des Kantons Zürich
  4. Roman Bucheli: Ein Verlag sieht rot, grün und blau. Die Gründer des Rotpunktverlags gehen in den Ruhestand, ihre Nachfolger planen die sanfte Revolution. In: Neue Zürcher Zeitung vom 19. April 2017, S. 39.
  5. Jubiläumsbroschüre «30 Jahre Rotpunktverlag» (PDF; 3,3 MB)
  6. Geschäftsbericht 2008